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Aufregend war das Thema bereits in der Gemeinderatssitzung. Richtig aufregend wird es aber erst am 19. Juni: An jenem Freitag ist der erste Testtag. Von da an bis zum 12. September dürfen Biergärten in Kirchheim freitags und samstags bis 24 Uhr bewirten. Die Anwohner regen sich darüber auf, was durchaus verständlich ist. Sie fürchten, dass ihnen an beiden Wochentagen eine Stunde wertvolle Nachtruhe genommen wird. Das mag sicherlich für diejenigen gelten, die direkt im Lärmpegelbereich eines Biergartens wohnen.

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Aber für alle anderen Innenstadtbewohner dürfte sich durch die verlängerten Öffnungszeiten der Biergärten nur wenig ändern: Menschen, die in lauen Sommernächten unterwegs sind, verursachen nun einmal Lärm – sei es durch Gespräche auf dem Weg oder durch Fahrzeuge. Beides ist aber jeweils unabhängig davon, ob die Menschen im Biergarten sitzen oder im Inneren einer Gastwirtschaft. Für große Probleme sorgen außerdem die Raucher, die sich ohnehin im Freien aufhalten müssen, und vor allem diejenigen Nachtschwärmer, die sich als „Selbstversorger“ in der Innenstadt aufhalten.

Für die Biergartengäste haben die Wirte eine gewisse Verantwortung, für die „Selbstversorger“ offenbar niemand. Eine weitere Verantwortung tragen jetzt übrigens die Biergartengäste selbst: Scheitert der Modellversuch, ist ganz schnell wieder Schluss mit lustig. Deshalb sollten sich alle Gäste an diesem einen aufregenden Sommer freuen – möglichst verantwortungsvoll. ANDREAS VOLZ