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Die Diskussion um scheinbar anstößige Modetrends ist alles andere als neu. Was gab es in den Fünfzigerjahren noch für einen Aufschrei, als die ersten Capri-Hosen und Miniröcke auf den Straßen auftauchten. Dreißig Jahre später schüttelte das Bürgertum den Kopf über schrill rot gefärbte Irokesenköpfe und löchrige Jeans. „Sittenverfall“ lautete die Diagnose. Jetzt wird wieder ein neuer Trend durchs Dorf getrieben: die Jogginghose. Während sich die einen darin pudelwohl fühlen, schlagen die anderen Gammel-Alarm.

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Tatsächlich sind Jogginghosen Lifestyle-Accessoires und tauchen nicht von ungefähr gerade jetzt am Modehimmel auf. Sie stehen für Gemütlichkeit, Sportlichkeit und setzen ein modisches Zeichen gegen Hektik, Leistungsdruck und Elitedenken.

Trotzdem, liebe Naserümpfer und Kopfschüttler: Der Verfall von Werten und Hygiene steht deshalb noch längst nicht zu befürchten. Schließlich geht es einfach nur um ein paar Hosen, die gerade im Trend liegen. „Entspannt euch!“ möchte man deshalb rufen. Besonders gut geht das übrigens mit dem gemütlichsten aller Kleidungsstücke: der Jogginghose.BIANCA LÜTZ-HOLOCH