Lokales

Pro aktive Abfallberatung

Die Bürgerinitiative "Das bessere Müllkonzept" Kirchheim nimmt Stellung zu den Pressemitteilungen, in denen von Kapazitätsengpässen und von Müllmengen im Gewerbemüllbereich die Rede ist, die "wie Phoenix aus der Asche" aufgetaucht seien und "die es zuvor nicht gab".

KIRCHHEIM Diese Meldungen sind wenig überraschend für die Bürgerinitiative. Ein nicht unerheblicher Teil der Gewerbemüllmenge wurde bis zum Sommer dieses Jahres auf Billigdeponien zur Scheinverwertung außerhalb der öffentlich-rechtlichen Entsorgung deponiert. Mit dem Verbot der Deponierung von unbehandeltem Abfall ist dieser Weg seit dem 1. Juni 2005 versperrt. Dies war seit zwölf Jahren bekannt, und die Müllverursacher waren aufgerufen, sich auf eine ökologisch einwandfreie Entsorgung vorzubereiten.

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Dies haben sie offensichtlich nicht getan, betont die Bürgerinitiative "Das bessere Müllkonzept". Nun drohen Engpässe und höhere Müllgebühren. Der Ausweg liegt allein in den geltenden Bestimmungen des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes, das die vorrangige Verwertung auch für Gewerbeabfälle vorsieht.

Die in den Betrieben anfallenden Abfälle eigneten sich bestens zur Verwertung. Durch konsequente Müllvermeidung und Mülltrennung wird sich die Gewerbemüllmenge auf ein erträgliches Maß reduzieren, so die Bürgerinitiative. Hier sei nicht zuletzt auch der Landkreis gefordert. Obwohl sich der Abfallwirtschaftsbetrieb des Landkreises Esslingen für seine Aktivitäten rund um die Müllvermeidung und -beratung lobe, bestehe Anlass zur Kritik.

Gab es in den 90er-Jahren noch aktive Öffentlichkeitsarbeit und Abfallberater in allen größeren Kreisgemeinden, so wurde dieses Angebot inzwischen stark zurückgefahren. Man wartet auf den Bürger, der sich um Informationen bemüht, und selbst der sieht sich zunächst nur mit einem anonymen Anrufbeantworter des Abfallwirtschaftsbetriebes konfrontiert.

Informationen und Aktionen zur Müllvermeidung sind rar geworden, seit der Landkreis festgeschriebene Mengen für die Müllverbrennung nach Münster liefern muss. Bleibt aus Sicht der engagierten Bürgerinitiative zu hoffen, dass die aufgrund der Kapazitätsengpässe, die aus der aktuellen Situation im Gewerbemüllbereich entstanden sind, nun ein Grund dafür darstellen, wieder verstärkt in die aktive Abfallberatung einzusteigen und gezielte Aktionen zur Müllvermeidung durchzuführen.

pm