Lokales

Probleme mit Pauschalangebot

Der Lenninger Gemeinderat vergab während seiner jüngsten Sitzung verschiedene Arbeiten. Als es um die Erneuerung von Kanal- und Wasserleitung im Bereich Mittelöschle in Oberlenningen ging, sorgte ein Pauschalangebot für Informationsbedarf bei den Räten.

IRIS HÄFNER

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LENNINGEN "Irgendwo muss doch der Hund begraben sein", mutmaßte Jürgen Rau in Bezug auf das Ausschreibungsergebnis der Kanal- und Wasserleitungsarbeiten im Bereich Mittelöschle in Oberleningen. Eine Unterensinger Firma hatte ein pauschales Angebot in Höhe von knapp 560 000 Euro abgegeben, zweitbilligste Bieterin war eine Lenninger Firma, die um knapp 47 000 Euro teurer war. Karl-Heinz Griesinger vom Tiefbauamt konnte dieses Misstrauen nicht nachvollziehen. "Die Preise sind alle dem Leistungsverzeichnis entnommen", erklärte er.

"Wenn Ihnen die Geschichte zu heiß ist, kann die Gemeinde für die Zukunft beschließen, dass ab sofort gilt: es sind keine Nebenangebote möglich. Im Nachhinein ist dies jedoch nicht möglich", erläuterte Bürgermeister Schlecht. Ihm ist allerdings keine Kommune im näheren Umkreis bekannt, die dieses Vorgehen beschlossen hat.

Roland Sailer interessierten die Referenzen der Unterensinger Firma. "Wir sind ein gebranntes Kind. An der Gutenberger Straße ist Murks gemacht worden", sagte er und hat die Befürchtgung, dass es nun im Mittelöschle ähnlich laufen könnte. "Wir haben schon mehrmals mit der Unterensinger Firma gut zusammengearbeitet", sagte dazu Karl-Heinz Griesinger. "In Schopfloch hat sie beispielsweise eine gute Arbeit gemacht, zudem kann auch Herr Griesinger bei der Bauüberwachung darauf achten, dass nicht schlampig gearbeitet wird", erklärte Michael Schlecht.

Dem Gemeinderat wurde auch das Ergebnis der beschränkt ausgeschriebenen Rohrverlegearbeiten vorgelegt. Mit rund 22 000 Euro ist eine Firma aus Bünzwangen die billigste Bieterin. Als es zur Abstimmung dieser zwei Angebote kam, wurden sie mehrheitlich angenommen. Fünf Räte waren allerdings dagegen, einer enthielt sich der Stimme. Ein Entschluss, dass in Zukunft Nebenangebote ausgeschlossen werden, fiel allerdings nicht.

Einstimmig verlief die Abstimmung für die Abbrucharbeiten von vier Gebäuden an der Kirchheimer Straße in Unterlenningen. Den Zuschlag erhielt ein Firma aus Riederich als billigste Bieterin. Sie reißt die Häuser für knapp 40 000 Euro ab.