Lokales

"Profitieren vom Blick über den Kirchturm"

Noch ist das Soziale Netz Raum Weilheim im Aufbau begriffen. Wie das Lenninger Netz und "Buefet" in Kirchheim, die in diesem Jahr ebenfalls von der Teckboten-Weihnachtsaktion unterstützt werden, hat sich der Verein das "Betreute Wohnen zu Hause" auf die Fahnen geschrieben. In einem Interview spricht die hauptamtliche Leiterin der Koordinationsstelle, Rosemarie Bühler, über ihre Arbeit.

ANKE KIRSAMMER

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WEILHEIM Seit Oktober sind Sie wöchentlich

O:STERN.TI_ jeweils zwölf Stunden als Fachkraft der Koordinationsstelle im Sozialen Netz Raum Weilheim beschäftigt. Was waren Ihre Hauptaufgaben während der dreimonatigen Startphase?Bühler: Überlegungen zur Konzeption für den Verwaltungsraum Weilheim mussten angestellt werden. Neben dem Einrichten des Büros mit dem Anlegen der Aktenverwaltung hat das Kennenlernen der Örtlichkeiten, der zuständigen Personen, der Kooperationspartner und anderer "Netze" den größten Teil meiner Arbeit ausgemacht. Ich habe mich bei den beteiligten Gemeinden und in der Öffentlichkeit, unter anderem bei der Neidlinger Seniorenmesse, vorgestellt.Mit Beginn des neuen Jahres gibt es montags immer von 10 bis 12 Uhr feste Sprechzeiten, zu denen Sie in der Hölderlinstube im Weilheimer Bürgerhaus anzutreffen oder telefonisch zu erreichen sind. Wer kann sich an Sie wenden?Bühler: Jeder, der in irgendeiner Form Hilfe braucht, sich für das "Betreute Wohnen zu Hause" interessiert oder sich über die Verträge informieren möchte. Ansprechpartnerin bin ich aber genauso für alle, die im Besuchsdienst mitarbeiten wollen oder den Verein Soziales Netz Raum Weilheim beispielsweise als Fördermitglied unterstützen möchten.Wo liegt die Schnittstelle zwischen Ihrer Aufgabe und der des Besuchsdienstes ehrenamtliche Kräfte, die derzeit im Rahmen einer Vortragsreihe ausgebildet werden?Bühler: Die Mitarbeiter werden von mir eingesetzt und ich bin für ihre Weiterqualifikation verantwortlich. Es finden gemeinsame Treffen und Besprechungen statt. Beim ersten Einsatz begleite ich den Besuchsdienst. Außerdem sind die Ehrenamtlichen an der Entwicklung der Hilfepläne beteiligt und nehmen an den Veranstaltungen teil, die für die Vertragsnehmer stattfinden.Sie sind von Beruf Kinderkrankenschwester. Inwiefern helfen Ihnen die Vorkenntnisse im medizinischen Bereich bei Ihrer jetzigen Tätigkeit?Bühler: Krankenhausbetrieb heißt: Damit ein optimaler Ablauf auf einer Station gewährleistet ist, muss man Prioritäten setzen, organisieren und koordinieren können. Wichtig ist auch, Situationen richtig einzuschätzen, adäquat zu handeln und entsprechend zu dokumentieren. Bei Kindern muss man ein Gespür für ihre Bedürfnisse entwickeln, da sie ihre Schmerzen oft nicht konkret benennen können. Unter Berücksichtigung altersspezifischer Besonderheiten gibt es da durchaus Parallelen. Von meinen medizinischen Grundkenntnissen profitiere ich insofern, als hilfsbedürftige Menschen im Alter meist mehrere Gebrechen oder Krankheiten haben.Wer steht Ihnen zur Seite beim Lichten des Dschungels aus ambulanten Hilfen sowie professionellen Pflege- und Betreuungsdiensten?Bühler: Erika Jahke. Über ihre Mithilfe bin ich sehr froh. Sie hat ja schon im Vorfeld einiges in die Wege geleitet und ist meine ständige Ansprechpartnerin. Wenn sie mal passen muss, kennt sie bestimmt jemanden, der Rat weiß. Gabriele Riecker vom Lenninger Netz, quasi das "Alphatier" des "Betreuten Wohnens zu Hause", hat die meiste Erfahrung und bei ihr kann ich mir auch jederzeit Rat holen.Welche Vorteile sehen Sie in der Verzahnung der vor Ort tätigen sozialen Organisationen wie Krankenpflegevereinen, Kirchen, Diakonie und DRK im Sozialen Netz?Bühler: Keine Konkurrenz! Wenn ein Netz geknüpft werden soll, braucht man viele Knoten. Lücken zu schließen ist das Ziel. Jeder kann seinen Schwerpunkt einbringen, bei richtiger Koordination vermeidet man eine Unter-, Über- oder Fehlversorgung.Die Idee des "Betreuten Wohnens zu Hause" fasst im Landkreis Esslingen in immer mehr Städten und Gemeinden Fuß. Findet überörtlich ein Austausch zwischen den hauptamtlichen Kräften statt?Bühler: Drei- bis viermal jährlich gibt es Treffen auf regionaler Ebene mit Kollegen aus Weilheim, Lenningen, Kirchheim, Neuffen und Nürtingen. Im Landkreis tauschen wir uns zwei Mal jährlich unter der Leitung der Altenhilfefachberaterin, Inge Hafner, aus. Dort bekommt man auch aktuelle Infos zu Entwicklungen auf politischer Ebene.Ist das Lenninger Netz Vorbild?Bühler: Eindeutig, ja. Auf den Erfahrungen der Lenninger können wir aufbauen. Wir müssen deren Erfahrungen aber an unsere Verhältnisse anpassen.Neben Weilheim haben sich auch Neidlingen, Holzmaden und Ohmden dem Sozialen Netz Raum Weilheim angeschlossen. Welche Chancen bieten sich dadurch?Bühler: Verantwortung und Lasten auch die finanziellen lassen sich dadurch teilen. Wir können unsere Kräfte bündeln und es ermöglicht uns jeweils den "Blick über den Kirchturm".

INFOTelefonisch ist Rosemarie Bühler montags bis freitags erreichbar unter der Nummer 0 70 23/7 43 30 77; per Mail unter info@soziales-netz-weilheim.de.

Kreissparkasse 48 333 344 (BLZ 611 500 20) Volksbank 304 777 005 (BLZ 612 901 20) Deutsche Bank 070 050 000 (BLZ 611 700 76) BW-Bank 8 642 202 (BLZ 600 501 01) Commerzbank 910 000 900 (BLZ 611 400 71)