Lokales

"Projekt muss sich selbst finanzieren"

Nach wie vor ist unklar, wie das Gelände des ehemaligen Standorts der Firma Wiesenhof auf dem Weilheimer Egelsberg künftig genutzt wird. Der Wunsch von Anliegern, Verwaltung und Gemeinderat ist, das Areal in ein Wohngebiet umzuwandeln.

ANKE KIRSAMMER

Anzeige

WEILHEIM Nachdem die Firma Wiesenhof aus dem bayrischen Bogen im Dezember mitgeteilt hatte, dass sie den Betrieb in Weilheim zum Jahresende 2004 schließen will, schrillten bei Rat und Verwaltung die Alarmglocken. Der Besitzer sucht eine Nachfolgenutzung für das 1,5 Hektar große Areal, das direkt an ein 40 Hektar großes Wohngebiet angrenzt. Sowohl der Eigentümer als auch die Stadt werden nun Wirtschaftlichkeitsrechnungen für eine geeignete Nutzung erstellen. "Wir müssen sehen, dass wir mit unseren Belangen und vor allem mit den Belangen der Anwohner nicht unter die Räder kommen", hatte Rathauschef Hermann Bauer im Dezember betont. "Wir haben hier die einmalige Chance, aus einem reinen Gewerbegebiet ein Wohngebiet zu machen." Mittlerweile haben sich Verwaltung und Gemeinderat bei einem Vor-Ort-Termin einen Überblick über die vorhandene Bebauung, die Grundstücksverhältnisse sowie die Umgebung verschafft; davon berichtete Bauer in jüngster Sitzung.

Ein wichtiger Punkt war auch der von der Autobahn ausgehende Lärm. Zwar rauscht der Verkehr in 650 Metern Entfernung an dem brachliegenden Industriegelände vorbei, doch durch die exponierte Lage am Egelsberg bewegen sich die Lärmwerte bei rund 50 Dezibel. Um das Areal als Wohngebiet ausweisen zu können, müssten die Werte nachts um fünf Dezibel niedriger sein. Mehrere Bauträger sollen nun ausklügeln, was auf dem Gelände machbar ist und inwiefern mit Hilfe von Lärmschutzmaßnahmen die vorgeschriebenen Grenzwerte eingehalten werden könnten. "Wenn die Konzepte auf dem Tisch liegen, können wir sagen, ob wir in diese Richtung einsteigen", erklärte Hermann Bauer.

Ausschlaggebend ist letztlich jedoch der wirtschaftliche Aspekt. "Der Einkaufspreis muss stimmen, und das Projekt muss aus sich selbst heraus finanzierbar sein." Sind diese Vorgaben erfüllt, kann sich Städteplaner Herbert Dickmann an die Erstellung eines Bebauungsplans machen. Kein Weg führt Hermann Bauer zufolge daran vorbei, eventuell entstehende Bauplätze oder von Bauträgern angebotene Wohnungen auch Auswärtigen anzubieten. "Der Markt ist da", so lautet die Überzeugung des Bürgermeisters.

Ursprünglich sollte sich die Stadt Weilheim bis zum 1. März über eine Nachfolgenutzung klar werden. "Das wird sicher nicht ganz reichen", sagte der Schultes. Er geht davon aus, dass die Entwürfe Ende Februar vorliegen und der Gemeinderat der Limburgstadt in seiner Sitzung Mitte März entscheiden wird.