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Proteste aus deneigenen Reihen Zum ...

Proteste aus deneigenen Reihen

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Zum Artikel "Keine Geschäftemacherei mit dem Sterben", im Teckboten vom 12. Oktober:

Die Aussage der Artikelüberschrift unterschreibe ich voll und ganz. Es macht meiner Ansicht nach Sinn, diese Forderung auszuweiten auf: Städte und Gemeinden in Bezug auf den Kauf eines Grabes (die Stadt Kirchheim rangiert bundesweit mit ihren Gebühren in der Spitzengruppe), Bestattungsunternehmer, Zeitungsverlage in Bezug auf Todesanzeigen, Gärtnereien die Gebinde zu horrenden Summen verkaufen, Ärzte bezüglich den Kosten bei der Ausstellung eines Totenscheins etc.

Was ich in dem Zeitungsbericht vermisst habe, ist die Möglichkeit einer notariell beglaubigten Generalvollmacht. Sie ist rechtlich weit weniger anfechtbar als eine Patientenverfügung, die immer wieder erneuert werden sollte. Als Angehöriger eines ehemaligen Hospizgastes habe ich die Arbeit, die in einem Hospiz geleistet wird, sehr schätzen gelernt. Persönlich habe ich mich aus Überzeugung für die Hospizarbeit engagiert. Wenn jedoch nach dem Auftauchen der Sterbehilfe-Organisation "Dignitas" in Deutschland der Vorsitzende der kirchengestützten Deutschen Hospizstiftung aus Protest gegen "Dignitas" eine Kostenrechnung für aktive Sterbehilfe aufmacht, die Zahlen plakativ in die Kamera hält und sich so ablichten lässt, möchte ich darauf hinweisen, dass ein Hospizaufenthalt ebenfalls nicht kostenlos ist. Geld als Argument in dieser Diskussion ist eine Sackgasse. Worum geht es in Wahrheit: die Amtskirche möchte sich ihre Richtlinienkompetenz in Sachen Moral und Ethik, die sie zu besitzen glaubt, nicht streitig machen lassen. Dazu die Vergangenheit Deutschlands, die eine Diskussion über aktive Sterbehilfe seit 60 Jahren sehr schwer zulässt.

Es wird Zeit, sich auch in unserem Land damit auseinanderzusetzen. Ich hoffe auf eine fruchtbare Diskussion. Sie scheint bereits im Gange. Heute hat der CDU-Politiker Kusch ein Selbstbestimmungsrecht auf Selbsttötung unter bestimmten Bedingungen gefordert. Erstaunlich. Und schon hagelt es Proteste aus den eigenen Reihen.

Peter Schönfeld

Kirchheim, Kolbstraße

Wer interessiert sichfür den Fleischskandal?

Der Bevölkerung wird immer etwas von irgendeiner Firma in Bayern und von irgendwelchen Managern dieser Firma erzählt. Irgendwelche Produkte werden in irgendwelchen Märkten verkauft beziehungsweise wurden schon längst verkauft. Laut Gesetz ist es meines Wissens den Medien verboten, die Namen der betroffenen Produkte und Firmen zu nennen.

Darum wieder meine Frage: Wer interessiert sich von den Politikern für diesen Fleischskandal? Anscheinen niemand. Die Lobby der Nahrungsmittelindustrie ist stark genug, um ein solches Gesetz durchzusetzen. Natürlich würde keiner mehr die Produkte der betroffenen Firma mehr kaufen, aber wer will schon (Fleisch-) Abfall essen? Letztendlich würden sich die Firmen am Markt behaupten, deren Produkte man ohne Bedenken kaufen kann.

Christoph Eckl

Dettingen, Rechbergweg

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