Lokales

Psychologisch wichtiger Arbeitssieg zum Auftakt

Mit einem 6:3-Auswärtssieg beim Aufsteiger SV Plüderhausen ist der amtierende deutsche Tischtennis-Meister TTC Frickenhausen in die neue Bundesligasaison gestartet für das Täles-Team war's ein Arbeitssieg.

OLAF NÄGELE

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PLÜDERHAUSEN Wenn der amtierende deutsche Meister gegen den Aufsteiger antritt, dann klingt das zunächst nach einer klaren Angelegenheit. Wenn jedoch die Mannschaften TTC Frickenhausen und SV Plüderhausen heißen, relativiert sich der vermeintliche Favoritenbonus. Dennoch konnte sich der Triple-Sieger der Vorsaison mit 6:3 durchsetzen, was vor allem daran lag, dass das Team von Trainer Qiu besser aus den Startlöchern kam.

"Gewonnen ist gewonnen", lautete das Fazit eines erleichterten TTC-Präsidenten Rolf Wohlhaupter-Hermann nach dem eher mittelmäßigen Auftakt zur neuen Saison in der Tischtennis-Bundesliga. An der Stimmung in der Hohbergsporthalle in Plüderhausen lag es nicht mehr als 800 Zuschauer feierten die Rückkehr ihrer SVP-Heroen in die höchste deutsche Spielklasse und warteten gespannt darauf, wie sich die verstärkte Mannschaft gegen den Lokalrivalen aus dem Neuffener Tal präsentieren würde.

Den hohen Erwartungen folgte zunächst Ernüchterung, denn die erste Hälfte des Spiels dominierte der amtierende deutsche Meister aus Frickenhausen klar. Plüderhausen konnte lediglich einen Punkt in den Doppeln verbuchen, als Karakasevic/Keen die fehlende Abstimmung des neu zusammengestellten Duos Ma/Baum ausnutzten. Das TTC-Doppel Steger/Tokic wiederum funktionierte bestens und ließ Bai/Paszy keine Chance.

Dann begann die Stunde des Triple-Siegers: Bastian Steger setzte sich gegen den ungestüm angreifenden Karakasevic mit 3:1 durch. Ma Wenge bekam seine Anfangsschwierigkeiten gegen Trinko Keen immer besser in den Griff und brachte sein Spiel ohne Satzverlust unter Dach und Fach. TTC-Youngster Patrick Baum überraschte durch einen ungeheuren Kampfgeist, als er die Partie gegen Shi Bai nach einem 0:2-Satzrückstand noch drehte und Bojan Tokic gelang es bei seinem 3:1 über Ferenc Paszy, an die gute Leistung der vergangenen Saison anzuknüpfen.

Mit einem 5:1 ging es in die Kabine, alles sah nach einem Kantersieg des Favoriten aus. Doch dann begann Hälfte zwei und das vordere Paarkreuz des TTC wirkte wie ausgetauscht. Ma Wenge agierte gegen Karakasevic unkonzentriert und müde, was diesen zu Höchstleistungen anspornte. Der Chinese musste sich mit einem 0:3 aus der Box verabschieden. Auch Teamkollege Bastian Steger gelang gegen Trinko Keen nicht viel. Er nahm dem Holländer zwar einen Satz ab, konnte dadurch jedoch nur Ergebniskorrektur bewirken. Und selbst beim "Spezialisten" für die wichtigen Punkte, Bojan Tokic, sah es zunächst so aus, als würde er gegen Bai scheitern. Frickenhausens neue Nummer drei fand gegen den bulligen Chinesen keine Mittel, ging kein Risiko ein und verschenkte dadurch wichtige Punkte. Ab dem zweiten Satz blies der Slowene dann jedoch zum Angriff und sah, dass er mit dieser Strategie Erfolg hatte. Dass er zudem über Nerven aus Drahtseilen verfügt, hatte er schon im Spiel gegen Paszy bewiesen, als er im vierten Satz aus einem 5:10-Rückstand einen 13:11-Sieg machte. Gegen Bai musste er gleich zweimal in die Verlängerung und gewann. Im vierten Satz hatte Bai dann nichts mehr entgegenzusetzen.

Die große Freude über den Sieg blieb aus, doch Trainer Qiu äußerte sich über den Erfolg seines Teams zufrieden. "Es ist für eine neue Mannschaft psychologisch sehr wichtig, zu gewinnen." Bei den Doppeln sieht er noch Arbeitsbedarf, obgleich er an den Paarungen festhalten will. Bereits am Freitag steht der TTC wieder an der Platte und gibt sein Debüt in der Champions League. Gegner ist der französische Club Angers Vaillante, der neue Arbeitgeber von Ex-TTC-Crack Torben Wosik.

Spielstenogramm

SV Plüderhausen TTC Frickenhausen 3:6:

Bai/Paszy Steger/Tokic 0:3 (7:11, 6:11, 6:11); Karakasevic/Keen Ma/Baum 3:0 (11:7, 11:3, 12:10); Karakasevic Steger 1:3 (6:11, 9:11, 11:9, 3:11); Keen Ma 0:3 (11:13, 9:11, 3:11); Bai Baum 2:3 (11:6, 11:9, 6:11, 9:11, 8:11); Paszy Tokic 1:3 (7:11, 11:6, 7:11, 11:13); Karakasevic Ma 3:0 (11:5, 11:8, 11:6); Keen Steger 3:1 (11:7, 11:5, 10:12, 11:5); Bai Tokic 1:3 (11:6, 10:12, 10:12, 1:11).