Lokales

Pulsierende Innenstadt in der "Nacht des Feuers"

Fulminanter hätten die Sommerferien nicht ausklingen können: Das zweite Kirchheimer Mitternachts-Shopping setzte mit Pyro-Show und Feuerjonglage einen gelungenenen Schlusspunkt hinter die Urlaubswochen. Die in stimmungsvolles Licht getauchte Innenstadt platzte am Freitagabend aus allen Nähten.

ANKE KIRSAMMER

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KIRCHHEIM Ob Jung oder Alt magisch angezogen fühlten sich alle Generationen von dem seltenen Angebot, bis weit in die Nacht hinein zwanglos in den Läden stöbern zu können. Die Einzelhändler hatten das Ihrige getan, um die Nacht zum Tage zu machen. Sie lockten mit Aktionen, Schnäppchen, Glücksrädern, Drinks, Häppchen und Sonderposten. Die Türen standen weit offen und vielfach machten Auslagen vor den Schaufenstern neugierig auf mehr.

Vom rot ausgerollten Teppich in der Max-Eyth-Straße ließen sich die Kunden gerne in das angrenzende Geschäft lotsen. Insbesondere die Präsentationen neuester Mode auf dem "Laufsteg" animierten die Besucher dazu, den abendlichen Stadtbummel nicht nur zum Schauen zu nutzen, sondern auch den Geldbeutel zu zücken: Nach den Modenschauen bildeten sich lange Schlangen vor Umkleidekabinen und Kassen. "Wir haben vor allem Winterjacken verkauft", sagte eine Angestellte. An den ungewohnt milden Temperaturen, die regelrechte Urlaubsstimmung in der Teckstadt aufkommen ließen, konnte das nicht gelegen haben.

Den Vergleich mit der landesweiten Erstauflage des Mitternachts-Shoppings im vergangenen Jahr brauchte das neuerliche Großereignis in der Kirchheimer Innenstadt nicht zu fürchten. Ob zu Fuß, per Bus oder mit dem eigenen Vehikel wie an verkaufsoffenen Sonntagen strömten am Freitagabend nach Einbruch der Dunkelheit Besuchermassen in die City. Die punktgenaue Fertigstellung des Alleenrings zwischen Schlachthaus- und Schülestraße hatte mit dafür gesorgt, dass die Kunden die Innenstadt auf direktem Weg ansteuern konnten. Unaufdringliche Musik und eine farbenfrohe Beleuchtung, die die verschiedenen Quartiere der Innenstadt in buntes Licht tauchte, trugen entscheidend zur guten Laune der Kauflustigen bei. Als gegen 23 Uhr vor dem Rathaus "The final Countdown" aus den Lautsprechern scholl, dachte noch keiner daran, die Gehsteige hochzuklappen.

Auch wenn unterschiedliche Zeitangaben unter den Besuchern für etwas Verwirrung gesorgt hatten: Das vom Dach des Teckcenters gezündete Feuerwerk setzte dem mitternächtlichen Kaufrausch bunte Glanzlichter auf. Für Kribbeln sorgte auch die Formation Project PQ und die Performance-Gruppe Pila Accendi. Angefeuert vom Publikum, schickte die Truppe in der "Nacht des Feuers" an verschiedenen Stationen in der Innenstadt und zur "Geisterstunde" auf dem Marktplatz lodernde Flammen in den Nachthimmel. Wo am nächsten Morgen Flugenten-Keulen auf Käufer warteten, wirbelte die achtköpfige Crew in atemberaubendem Tempo mit Feuerfackeln, schleuderte Feuerbälle durch die Luft und malte Feuerräder ins Dunkel. Schwarz gekleidete Tänzerinnen imponierten zu sphärischen Klängen mit brennenden Fächern.

Je später der Abend, desto ausgelassener wurde gefeiert: An den Bars flossen Bier, Sekt, Wein oder auch frisch gepresste Obst- und Gemüsesäfte; randvolle Gläser wurden durch die Menge balanciert, und wer seinen Hunger bereits vor der mitternächtlichen Pasta-Party stillen wollte, reihte sich in die Warteschlange am Crêpes- oder Würstchenstand ein oder holte sich einen würzigen Döner. Mitunter mussten die Besucher etwas Geduld aufbringen, um an die leckeren Snacks heranzukommen, doch nahmen sie die Wartezeiten meist mit südländischer Gelassenheit hin.

Die zur Flaniermeile umfunktionierte Max-Eyth-Straße zwischen Kreissparkasse und Postplatz verwandelten Jugendliche mit Discobeats, Tanzen und Gesängen in eine regelrechte Partymeile. Zigarettenkippen und Plastikbecher an den Straßenrändern legten von der überschäumenden Feierlaune tags drauf noch beredt Zeugnis ab.

"Die Veranstaltung ist Werbung für unsere Stadt", meinte Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker, die sich zu mitternächtlicher Stunde noch durch die Menge schob. Für die Rathauschefin ist eine Wiederauflage des Mitternachts-Shoppings deshalb schon so gut wie sicher.