Lokales

„Qualifizierte Mitarbeiter sind der wichtigste Erfolgsfaktor“

Das Lenninger Unternehmen Hummel-Formen wurde vor 50 Jahren im Keller eines Zweifamilienhauses gegründet

Im Oktober 1960 begannen Manfred und Maria Hummel im Keller ihres Zweifamilienhauses in Unterlenningen mit der Produktion einer Lichtschalterblende, für die Manfred Hummel auch das Werkzeug gebaut hatte. Bereits zwei Jahre nach Firmengründung wurde der erste Auszubildende eingestellt und 1969 zählte das Unternehmen bereits 16 Mitarbeiter. Heute beschäftigt die Hummel-Gruppe über 250 Männer und Frauen.

Lenningen. Das nach wie vor vom Eigentümer geführte Unternehmen ist in den vergangenen 50 Jahren kontinuierlich gewachsen und hat sich personell und technologisch permanent weiterentwickelt. 1969 entstand am heutigen Standort die erste Fertigungshalle. Inzwischen arbeiten über 250 Mitarbeiter in der Hummel-Gruppe. Im Stammhaus in Unterlenningen kommt man auf über 12 000 Quadratmeter Produktionsfläche und im Zweigwerk in Rumänien auf weitere 4 000 Quadratmeter.

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Ein Hauptaugenmerk der Geschäftsleitung liegt auf der Ausbildung von Facharbeitern zum Feinmechaniker der Fachrichtung Formenbau. Die Qualität der Ausbildung spiegelt sich in den zahlreichen Auszeichnungen wider. Mehrere Kammersieger, Landessieger und sogar einen vierten Platz beim Bundeswettbewerb hat das Ausbildungsprogramm bei Hummel-Formen in den vergangenen Jahren hervorgebracht. „Unsere sehr gut qualifizierten und motivierten Mitarbeiter, die bereit sind, das Unternehmen aktiv voranzubringen, sind unser wichtigster Erfolgsfaktor“, sagen die beiden Geschäftsführer Jochen und Volker Hummel.

In der Produktentwicklung und Konstruktionsabteilung, die 1988 bei Hummel gestartet wurde, werden mit gut 30 Arbeitsplätzen auf der Basis aller gängigen und etablierten CAD-Systeme die Kundendaten bearbeitet. Die Systemvielfalt im CAD-Bereich ist für Jochen Hummel unerlässlich: „Wir wollen und müssen mit den nativen Daten der Kunden arbeiten. Das ist absolut notwendig.“ So beherrschen die Hummel-Konstrukteure CATIA (V4 und V5), IDEAS, Pro/E, UG, Tebis und FlowTIQ, und sind dadurch in der Lage, relativ schnell ideale Lösungen zu generieren.

Einstieg in die Hummel-Prozesskette ist fast immer die Produktentwicklung. Hier stehen die Hummel-Konstrukteure den Kunden mit Rat und Tat zur Seite, bevor es an die Werkzeugentwicklung und Kons­truktion geht. Der Prototypenbau, der seit 1994 dazugehört, zählt mit dem Einfahren und Bemustern von Versuchs- und Serienwerkzeugen, der Fertigung von Kleinserien und der Herstellung von kompletten Kunststoffmodulen seit den 90er-Jahren zu den Stärken der Firma Hummel-Formen.

Ein weiterer Erfolgsfaktor ist die permanente Investition in neue Technologien. So wurde 2010 eine neue Engel-Spritzgießmaschine angeschafft, die über eine Wendeplatte und zwei Spritzeinheiten verfügt, welche für die Bemusterung von 2K-Werkzeugen benötigt werden. Zusätzlich wurde in das neuartige Laser-Cusing-Verfahren investiert. Angeschafft wurde zudem eine Concept Laser-Maschine, die es ermög­licht, Einsätze mit konturnaher und sehr effektiver Kühlung herzustellen, um sogenannte Hotspots an Hochleistungswerkzeugen zu vermeiden und Zykluszeiten dras­tisch zu reduzieren. Darüber hinaus wurde mit weiteren neuen Maschinen die Fräskapazität nochmals gesteigert. Alle anderen Bearbeitungszentren werden derzeit mit modernster Robotertechnik nachgerüstet.

All diese Investitionen dienen dazu, die Qualität und die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. „Das Wichtigste für uns sind jedoch unsere Kunden“, erklären Jochen und Volker Hummel. „Sie fordern uns täglich aufs Neue. So wurden in diesem Jahr die ersten Werkzeuge für Hochglanzteile aus Polycarbonat gebaut und im Rahmen eines Forschungsprojektes haben wir ein Werkzeug zum Hinterspritzen von Echtholzfurnier hergestellt. Diese Technologie soll in der Möbelindus­trie, aber auch im Bereich Automobilinterieur zum Einsatz kommen.“

Ein weiterer Meilenstein ist die jüngste Erfindung von Volker Hummel, die auch zwischenzeitlich zum Patent angemeldet wurde. Bei diesem neuen Werkzeugkonzept werden zwei Anwendungen (Spritzgießen und Heiß-Gas-Schweißen) in einem Werkzeug kombiniert. Dadurch erhält der Kunde einen fertigen Hohlkörper aus dem Spritzgießwerkzeug. Im Rahmen dieser Erfindung ist Hummel-Formen eine Kooperation mit dem Kunststoff-Schweißspezialisten KVT in Bielefeld sowie dem Hersteller von Spritzgießmaschinen Engel Austria eingegangen.

Die Funktionsweise und die Vorteile des Verfahrens wurden im Dezember 2010 auf der Euromold in Frankfurt erstmals einem breiteren Publikum vorgestellt. Das Wachstum wird allerdings nicht nur durch Neuentwicklungen, sondern auch durch Erschließung neuer Märkte erreicht.

Im Juni dieses Jahres stellte Hummel-Formen zum ersten Mal auf der „RosMould“ in Moskau aus und lieferte auch bereits ein erstes Spritzwerkzeug mit einem Gewicht von 40 Tonnen zur Herstellung von großen Lagerboxen in den Kaukasus. Die Marschrichtung für die nächsten 50 Jahre wurde durch die Geschäftsleitung klar definiert: „Hummel-Formen wird sich kontinuierlich weiterentwickeln. Durch die Nähe zu unseren Kunden, unsere langjährige Erfahrung in der Produktgestaltung und der Produktentwicklung, das Know-how am Produkt und der Fertigungsprozesse können wir unseren Kunden einen direkten Vorteil bieten und dürfen deshalb zuversichtlich in die Zukunft schauen.“pm