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Quo Vadis, Lenningen? Zum Artikel "Sie ...

Quo Vadis, Lenningen?

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Zum Artikel "Sie haben eine fatale Entscheidung getroffen Knappe Mehrheit des Lenninger Gremiums lehnte die Einführung Ganztagesschule ab", im Teckboten vom 15. September:

Nach der Rückgabe der staatlichen Mittel für eine Ganztagesschule in Lenningen, die von dieser beantragt wurde, kann diese Frage berechtigterweise gestellt werden. Der Wunsch der Gemeinde, neue Familien nach Lenningen zu locken, steht dazu in krassem Widerspruch zu dem mehr als unglücklichen Beschluss des Gemeinderates. Familienväter und -mütter entscheiden sich natürlich auch nach den Einrichtungen vor Ort, die den eigenen Ansprüchen und denen ihrer Kinder genügen. Lenningen begibt sich damit selbst ins Abseits.

Johanna Choisi-Reckziegel

Owen, Weinbergstraße

RichtungsweisendeGesamtkonzeption

Zum Artikel "Sie haben eine fatale Entscheidung getroffen Knappe Mehrheit des Lenninger Gremiums lehnte die Einführung einer Ganztagesschule ab", im Teckboten vom 15. September:

Als das Thema Fördermittel für Ganztagesschulen auf den Tisch kam, reagierte man in Lenningen sofort und suchte den Dialog mit den Schulen. Im Januar 2004 erfolgte die Bitte zur Erarbeitung eines pädagogischen Konzeptes und eines Raumprogramms. Zu dieser Zeit lagen bereits Schätzwerte der Folgekosten, von rund 90 000 Euro jährlich vor. Zur Ermittlung des Bedarfs wurde eine Umfrage durchgeführt. Von den an 1 335 betroffene Haushalte verteilten Fragebögen kamen 825 zurück: 69 Prozent halten die Ganztagesschule für wichtig, 27,6 Prozent wollen ihre Kinder auf jeden Fall anmelden, 15,3 Prozent bieten eine ehrenamtliche Mithilfe an.

Gestützt auf dieses Ergebnis wurde von der Verwaltung eine Berechnung der Folgekosten durchgeführt. Für Personal- sowie Unterhaltungskosten wurden Kosten in Höhe von 120 000 bis 140 000 Euro ermittelt. Das in der Umfrage ermittelte Potenzial an ehrenamtlichen Leistungen floss nicht in die Berechnung ein. Auf der Grundlage all dieser Erhebungen und Berechnungen wurde dann im Juli 2004 vom Gemeinderat mehrheitlich beschlossen, den Fördermittelantrag zu stellen. Im Gemeindeblatt vom 24. September 2004 wurde stolz verkündet, dass die Gemeinde, im Falle einer Förderung, ein sichtbares und eindeutiges Zeichen in Richtung mehr Bildung setzen wird. Jetzt, ein Jahr später, kam der Bewilligungszuschlag, 1,2 Millionen Euro. Die Begründung zum Zuschlag für die Fördermittel von Seiten des Oberschulamts, ist das als richtungsweisend zu bezeichnende Gesamtkonzept. Alle haben ihre Hausaufgaben zur größten Zufriedenheit erledigt. Die oft kritisierten Lehrkräfte mit der Ausarbeitung eines innovativen Pädagogikkonzepts, die Verwaltung mit einer schlüssigen Planung der erforderlichen Infrastrukturen und dann so ein Abstimmungsergebnis.

Zukunft muss man wagen und deshalb fordern wir mit Nachdruck, dass sich die Bürgervertreter mit diesem brisanten Thema intensiv auseinandersetzen, bevor die Fördergelder wieder zurückgegeben werden müssen.

Tanja Hekel

Erkenbrechtsweiler,

Roswitha und Hartmut Hehr

Hochwang,

Elternbeiräte

Auf den Bürgerwillensollte gehört werden

Zum Artikel "Sie haben eine fatale Entscheidung getroffen Knappe Mehrheit des Lenninger Gremiums lehnte die Einführung einer Ganztagesschule ab", im Teckboten vom 15. September:

Im Jahr 2004 machten sich Gemeinde und Schulen in Lenningen die Mühe, alle Eltern von Kinder zwischen drei und sechzehn Jahren zum Thema Ganztagesschule zu befragen. Die enorme Rücklaufquote von fast 70 Prozent bezeugt ein außerordentliches Interesse der Bevölkerung an diesem Thema und das Ergebnis ist mit 67 Prozent Zustimmung eindeutig.

Gratulation der Gemeinde, der es gelingt, in solchem Maß den Nerv ihrer Bürger zu treffen. Für uns Eltern, die wir darauf vertrauten, dass unsere gewählten Vertreter, die unsere Bedürfnisse erkannt und hinterfragt hatten, auch in diesem Sinne weiter handeln und entscheiden würden, war die ablehnende Entscheidung des Gemeinderats am letzten Dienstag ein Schlag ins Gesicht. Wer wie ich die Diskussion verfolgt hat, musste erleben, dass die Willensäußerungen von 900 Familien von einem der Gemeinderäte beiseite gewischt wurden. Er legte seiner Entscheidung lieber eine "Privatumfrage" bei "a baar Guataberga Fraua" (zwei oder drei?) zu Grunde, die sagten "se brauchet gar koi Ganzdagesschual". Wozu der Aufwand, fragt man sich, wenn manche Gemeinderäte, mit den Ergebnissen einer Primärerhebung im Hintergrund, an der Verlässlichkeit der Zahlen zweifeln oder noch weitere Beweise für die Bereitschaft der Eltern zur Mitarbeit brauchen auch diese wird durch die Umfrageergebnisse belegt für die Zukunft gibt es niemals einhundertprozentige Daten, allenfalls gesicherte Prognosen.

Wir Eltern in Lenningen sowie in den im Einzugsbereich des Schulzentrums liegenden Gemeinden Erkenbrechtsweiler und Owen, haben die Hoffnung noch nicht aufgegeben, dass sich einige Gemeinderäte doch noch auf den Bürgerwillen besinnen und in der nächsten Sitzung eine Kehrtwende für die Lenninger Ganztagesschule herbeiführen.

Andrea Graner

Hochwang, Eschenweg

Ablehnungsbeschlussnochmals neu überdenken

Zum Artikel "Sie haben eine fatale Entscheidung getroffen Knappe Mehrheit des Lenninger Gremiums lehnte die Einführung einer Ganztagesschule ab", im Teckboten vom 15. September:

"Bezogen auf die Folgekosten von 120 000 bis 140 000 Euro, die nach der Errichtung der Ganztagesschule für die Gemeinde Lenningen anfallen, wird gesagt, "die Finanzierung (dieser Folgekosten) ist unsicher". Mit diesem Argument lässt sich jedes Vorhaben einer Gemeinde ablehnen. Begründungen müssen sich aber immer auf das beziehen, um was es jetzt konkret geht. Es geht um die Frage, ober der Gemeinderat Lenningen es im gegenwärtigen Zeitpunkt unter den jetzt obwaltenden Umständen verantworten kann, die Ganztagesschule zu errichten.

Nachdem langjährige, sorgfältige Planungen von Gemeindeverwaltung, Schulen und Eltern unter Einbezug von vorgelagerten Aufsichtsgremien durchgeführt sind, begleitet durch Beschlüsse des Gemeinderates, scheint es verantwortbar zu sein auch angesichts der finanziellen Situation der Gemeinde Lenningen die Ganztagesschule einzuführen. An den Gemeinderat ist deshalb der Appell zu richten, den Ablehnungsbeschluss zu überdenken, ihn aufzuheben und für das zu stimmen, was im gegenwärtigen Zeitpunkt und bis auf Weiteres vernünftig ist: die Ganztagesschule zm Wohle der Schülerinnen und Schüler einzuführen

Henrik Westermann

Lenningen, Wachtelbergstraße

Ein Blick auch in die Nachbarstädte lohnt sich

Zum Artikel "Mit Kamera und Mikro in Sachen Service-Oase unterwegs", im Teckboten vom 15. September:

So hat man sich also "Service" vorzustellen: Beim Betreten eines Ladens gleich angesprochen und dann ohne Unterlass "betüttelt" zu werden? Ich finde, dies hat zwar indirekt mit Service zu tun, gefällt vielleicht auch manchen Kunden, stellt aber nur einen kleinen Teil dieses Begriffes dar. Angefangen von den Öffnungszeiten manche Geschäfte öffnen erst, wenn im Supermarktrestaurant schon Mittagessen serviert wird oder haben sogar über Mittag geschlossen über die zuverlässige Verfügbarkeit der beworbenen Produkte, bis hin zur deutlichen und richtigen Preisauszeichnung gibt es noch jede Menge weiterer Punkte, die eine gute Serviceleistung beinhaltet.

Nicht alle Kunden wollen "betüttelt" werden, sondern schätzen eher ein qualitativ akzeptables Produkt zu einem passenden Preis gern auch in Selbstbedienung. Ob man die Markenkleidung in einem Outlet-Shop auf der grünen Wiese wo es durchaus auch guten Service geben kann oder bei einem Einkaufsbummel durch diverse Boutiquen erstanden hat, sieht man dem guten Stück nicht an, wohl aber dem Geldbeutel. Was leider in der Kirchheimer "City" mittlerweile fehlt, sind die Kauf- und Bekleidungshäuser, in denen man früher Standardware zum zivilen Preis aus einem zuverlässig bereitstehenden Standardsortiment kaufen konnte, egal ob Bekleidung oder Haushaltswaren.

Alle diese bekannten Geschäfte wurden nach und nach boutiquenähnlich ausgebaut mit dementsprechend abgehobenem Sortiment und ebensolchen Preisen. Will man heute noch preiswert einkaufen, dann bleiben nur die paar Ramschläden mit Restposten und täglich wechselndem Sortiment.

Ob die Bretterbänke um den zugigen Marktbrunnen wirklich den Gipfel der Gemütlichkeit darstellen, kam auch in dem SWR-Film nicht zur Sprache. Vielleicht könnten sich ja einmal die Verantwortlichen in unseren Nachbarstädten umsehen, wir konnten jedenfalls schon manche Idee entdecken, die bestimmt auch Kirchheim gut stehen würde und sich auch preisgünstig umsetzen lassen würde.

Peter Schulz

Ötlingen, Waldstraße

Entwicklung wurderichtig vorausberechnet

Zum Artikel "Mit diesen Schülermengen war nicht zu rechnen", im Teckboten vom 9. September:

Behelfsbauten (Container) müssen die Raumnot des Ludwig-Uhland-Gymnasiums überbrücken. Mehr als 1 400 Schüler werden für das LUG gemeldet. Eine Massenanstalt, die schwer zu überblicken sein dürfte keine Freude für Lehrer und Schüler. Aus der Sicht des Schulträgers heißt es dazu: "Mit diesen Schülermengen war nicht zu rechnen." Die Übergangsquote von der Grundschule zum Gymnasium liege jetzt bei 42 Prozent. Das sei "die umgekehrte Entwicklung als erwartet".

Als langjähriger, früherer Stadtrat bin ich von verschiedenen Mitbürgern befragt worden, ob wir diese Entwicklung wirklich nicht geahnt haben. Bei den Beratungen vor zehn bis zwölf Jahren, haben wir von der SPD-Fraktion, uns für ein 3. Gymnasium eingesetzt, weil wir mit entsprechenden Schülerzahlen gerechnet haben. Der Gemeinderat hat auf Antrag der Verwaltung entschieden, lediglich einen Anbau für das LUG vorzunehmen.

Nach den uns für 1991/92 vorgelegten Zahlen hatte das LUG 793 Schüler und das Schlossgymnasium 887. In einem Memorandum vom 17. Oktober 1992, unterzeichnet von den damaligen Direktoren der Gymnasien Dr. Volker Sack und Dr. Roland Krämer heißt es: "Mit einer möglicherweise drastischen Erhöhung der Übergangsquote auf die Gymnasien ist . . . landesweit (und damit auch in Kirchheim) . . . zu rechnen." Nach uns vorgelegtem Material, das gestützt auf Prognosen des Statistischen Landesamtes und Zahlen des Oberschulamtes erstellt worden war, ist mit einer Steigerung der Schülerzahlen an den allgemeinbildenden Kirchheimer Gymnasien von 1994/95 bis 2005/2006 von 1992 auf 2623 gerechnet worden. Das ist ein Zuwachs von über 36 Prozent.

Gerechnet hat damals Oberstudiendirektor Dr. Roland Krämer. Die seinerzeit zuständigen Sachbearbeiter der Stadtverwaltung haben die Berechnungen als unzutreffend zurückgewiesen. Dr. Krämer hat richtig gerechnet, wie die Entwicklung zeigt. Die Verwaltung wäre bürgernäher, wenn sie ihr Archiv bemühen würde und den Fehler der Vorgänger einräumen würde.

Karl-Otto Alpers

Kirchheim, Paradiesstraße

Ehre, wem Ehre gebührt

Zum Artikel "Zwetschgenmarkt an Matthäi Altes Handwerk", im Teckboten vom 19. September:

Am Montag war zu lesen "Der eigentliche Zwetschgenmarkt . . . gehört in Neidlingen den Landfrauen". Der Zwetschgenmarkt "gehört" niemand. In der Tat gibt es Initiatoren und stark engagierte Kräfte, aber alle, die mitmachen, ob Einzelperson oder Verein, tragen zur Attraktivität und zum Gelingen bei.

Es geht nicht um Anspruchsrechte Einzelner so wenig wie in einem Orchester oder Chor eine Stimme sagen kann: "Das Musikstück gemeint ist ja wohl der Applaus gehört mir". Es sei denn, jemand meint, immer erste Geige spielen zu sollen.

Thomas Adam

Neidlingen

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