Lokales

Quote gleichbleibend, Nachfrage geringer

GÖPPINGEN Die Arbeitslosenquote veränderte sich trotz des um diese Jahreszeit üblichen Anstiegs im Vergleich zum Juli nicht. Sie ist, bezogen auf alle zivilen Erwerbspersonen, unverändert bei 5,3 Prozent.

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Unerfreulich bleibt das geringe Stellenvolumen. Im vergangenen Monat sind etwas mehr als 1 450 freie Arbeitsplätze gemeldet worden. Das ist der niedrigste Personalbedarf der letzten zehn Jahre in einem August.



Die Zahl der Kurzarbeiter ist deutlich um mehr als 600 auf etwa 1 050 gesunken und damit auf den niedrigsten Stand in diesem Jahr. Den Rückgang schreibt der Leiter der Agentur für Arbeit Göppingen, Bernd Hofmann, allerdings eher der Haupturlaubszeit als einer besseren Auslastung der Produktionskapazitäten zu.



Zudem finden Hofmanns Appelle an die heimischen Unternehmen, die wirtschaftliche Durststrecke mit Kurzarbeit zu überbrücken, kaum noch Gehör. Hofmann: "Immer mehr Firmen im Bezirk geben die Hoffnung auf, nach der Flaute wieder mit ihrem kompletten Stammpersonal weiterzuarbeiten. Sie gehen zunehmend von der Kurzarbeit zum Personalabbau über. Ich sehe noch kein Ende dieses Prozesses, der die vergangenen Monate geprägt hat. Allein in diesem Monat haben sich mehr als 4 400 Frauen und Männer arbeitslos gemeldet, fast 2 100 davon standen direkt davor in einem Arbeitsverhältnis. So viele Menschen waren es in einem August noch nie.



Der starke Zugang ist ursächlich dafür, dass sich die Arbeitslosenzahlen wieder von denen des Jahres 2003 entfernen. War im Juni das Niveau des Vorjahres schon in Reichweite es war nur noch ein Unterschied von etwa 400 arbeitslosen Menschen, sind es jetzt schon wieder 1 200 Personen mehr. Die Schere droht im Herbst noch weiter auseinander zu gehen. Das wird auch davon abhängen, wie vielen jungen Menschen eine Ausbildung ermöglicht werden kann. Der Anstieg der Arbeitslosigkeit vom Juli auf den August geht fast gänzlich auf die Jüngeren unter 25 Jahren zurück. Erstmals seit 1997 sind im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen wieder mehr als 3 000 junge Menschen arbeitslos gemeldet.



Die Entwicklung ist Besorgnis erregend. Sie wird sich allerdings nach Hofmann gegen Jahresende wieder etwas entschärfen. Zum einen, weil ein Teil der unter 20-Jährigen eine Ausbildung beginnen wird. Andere werden in Lehrgänge einmünden, die auf eine Ausbildung im kommenden Jahr vorbereiten. Dazu kommt, dass viele der Jüngeren zwischen 20 und 25 Jahren über eine solide berufliche Ausbildung verfügen. Wenn die Konjunktur anspringt, wie es von den Wirtschaftsinstituten erwartet wird, werden die ausgebildeten Jungen bei den Einstellungen erste Wahl sein. Das gilt besonders dann, wenn sie sich auf Beschäftigungsverhältnisse bei Personaldienstleistern einlassen. Denn wenn die Wirtschaft ins Laufen kommt, beginnt das erfahrungsgemäß bei der Zeitarbeit.



Aber noch sind auch dort die angebotenen Arbeitsplätze rar. Die niedrigste Zahl an gesuchten Arbeitskräften in einem August seit mehr als zehn Jahren zeigt, dass quer durch alle Branchen bei den Einstellungen noch nicht viel geht.



Die Kurzarbeit ist im August auf das niedrigste Niveau der letzten drei Jahre gesunken. Insgesamt sind die etwas mehr als 1 050 Kurzarbeiter auf genau 150 Betriebe verteilt. Die meisten Betriebe kommen aus dem Baubereich (27 Unternehmen), die meisten Kurzarbeiter aus dem Maschinenbau (229).

Die Arbeitslosenquote betrug im August 5,3 Prozent. Vor einem Jahr hatte sie bei 5,0 Prozent gelegen.