Lokales

Quote unverändert

Im Oktober ist die Zahl der arbeitslosen Frauen und Männer im Bezirk der Agentur für Arbeit Göppingen um etwas mehr als 150 auf 20 733 zurückgegangen. Auf die Arbeitslosenquote hatte das keinen Einfluss. Sie liegt unverändert bei 5,2 Prozent.

GÖPPINGEN Die Personalnachfrage ist etwas stabiler geworden als in den vergangenen Monaten. Die Unternehmen haben im Laufe des Oktobers knapp 1 450 zu besetzende Arbeitsplätze gemeldet. Das ist eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorjahr, im langjährigen Vergleich allerdings nach wie vor nicht ganz zufriedenstellend. Die Kurzarbeit hat nach den Ferienmonaten wieder deutlich um fast 400 auf rund 1 750 Personen zugenommen.

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Bernd Hofmann, der Leiter der Agentur für Arbeit Göppingen, sieht in dem Rückgang der Arbeitslosigkeit noch keine Trendwende, allenfalls die zu dieser Jahreszeit übliche Entwicklung. Hofmann: "Die Herbstbelebung ist flau ausgefallen. Der Rückgang der Arbeitslosigkeit ist allein auf die Ausweitung der Arbeitsförderung und auf beginnende schulische und betriebliche Ausbildungsgänge zurückzuführen. Auch die starke Zunahme bei kurzarbeitenden Betrieben und Kurzarbeitern zeigt, dass die Auftragsdecke vieler Unternehmen immer noch kurz ist und die konjunkturelle Belebung dem Arbeitsmarkt noch nicht unter die Arme greifen kann."

Hofmann sieht das auch durch die jüngst in seinem Hause durchgeführten Börsen für Personaldienstleistungsunternehmen bestätigt. Wenn die Wirtschaft nachhaltig anzieht, führt das zunächst bei Personalverleihern zu Einstellungen. Vergangenen Monat hatten etwa zwanzig Personalverleiher die Gelegenheit, in Esslingen und Göppingen rund 600 arbeitslose Frauen und Männer kennen zu lernen. Darunter waren überwiegend Personen mit guten beruflichen Qualifikationen, in Esslingen allein 200 junge Leute unter 25 Jahren, die über einen Berufsabschluss verfügen. Erfreulicherweise haben auch die einen oder anderen Kontakte zu Einstellungen geführt oder werden noch dazu führen.

Zuversichtlich stimmt, dass alle Beteiligten ab dem Frühjahr 2005 mit Einstellungen in größerem Umfang rechnen. Immerhin lag der Stelleneingang im Laufe des Oktobers insgesamt nach vielen Monaten wieder einmal über dem Wert des Vorjahres, und das gleich um mehr als 200. Die knapp 1 450 Stellenmeldungen bedeuten auch gegenüber dem September ein Plus um etwa 100. Eine Fortsetzung dieser Entwicklung wäre nötig, wenn der Arbeitsmarkt nachhaltig entlastet werden soll.

Die Entlastung des Arbeitsmarktes im Oktober kam vor allem durch die aktive Arbeitsförderung. Knapp 2 000 Personen, etwa 150 mehr als im September, sind in beruflicher Weiterbildung, Trainingsmaßnahmen oder Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen. Aber auch beginnende Schul- und Berufsausbildungen sowie im nationalen Pakt für Jugendliche vereinbarte Angebote, führten zu einem überdurchschnittlichen Rückgang der Arbeitslosigkeit von Jüngeren. Vor allem bei den unter 20-Jährigen war dies mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um gleich mehr als 13 Prozent zu spüren.

Geringfügig angestiegen auf fast 5850 ist dagegen erneut die Zahl der Menschen, die schon seit mehr als einem Jahr keine Arbeit mehr haben. Das ist weit mehr als jede vierte arbeitslos gemeldete Person, Tendenz steigend. Doch auch wenn sich mit der Dauer der individuellen Arbeitslosigkeit die Chancen auf dem Arbeitsmarkt deutlich verschlechtern, sind Erfolgsaussichten nicht ganz unbegründet. Denn allein im Laufe des Oktobers konnten etwa 200 Langzeitarbeitslose eine Erwerbstätigkeit aufnehmen. Insgesamt hatten fast 1 600 arbeitslose Personen eine Erwerbstätigkeit aufgenommen.

Auch wenn sich die Zahl der Arbeitslosen von Monat zu Monat kaum ändert, ist der Markt also keineswegs statisch und bietet Chancen. Die Kehrseite allerdings ist der unvermindert starke Zugang an Arbeitslosen, die ihren Arbeitsplatz verlieren. Im Oktober waren das mehr als 2 350 Menschen, seit Jahresbeginn fast 22 000.

Regional gesehen lag Göppingen mit der Entwicklung des Arbeitsmarktes im Oktober fast im Trend. Göppingen hatte einen Rückgang von 0,8 Prozent, in Baden-Württemberg waren es 0,7 Prozent. Im Landkreis Esslingen hat die Arbeitslosigkeit genau um ein Prozent abgenommen, im Landkreis Göppingen um 0,4 Prozent. Die Spanne in den sechs Geschäftsstellen der Agentur reicht bei der Arbeitslosenquote von 4,0 Prozent in Leinfelden-Echterdingen bis 7,2 Prozent in Geislingen.

pm