Lokales

Radiologe mussaus Klinik ausziehen

KIRCHHEIM Während in Nürtingen ein Kooperationspartner gesucht wird, geht man in Kirchheim genau den umgekehrten Weg. Im hiesigen Krankenhaus hatte seither der Radiologe Harald Fritz seine Geräte stehen und machte dort Computer- und Kernspintomografien. Zum 31. September des nächsten Jahres läuft sein Vertrag aus. Dann muss er seine Geräte aus dem Krankenhaus abziehen und die Klinik kauft neue, um ihre stationären Patienten zu versorgen. Das sei nötig durch den Ausbau des Krankenhauses zu einem Herz-Kreislauf-Zentrum, erläuterte der Geschäftsführer der Kreiskliniken, Franz Winkler. Dem Radiologen Fritz hat er das vermutlich nicht gesagt. Fritz beteuert, es sei ihm gegenüber nicht begründet worden, warum der Vertrag mit dem Krankenhaus gekündigt wurde. "Von dem Geld, das ein neuer Magnetresonanztomograf und ein neuer Computertomograf kostet, hätte man die Leistung jahrelang bei mir einkaufen können", so der Radiologe.

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Er habe neben seinen ambulanten Patienten nur etwa 60 bis 70 stationäre, die in seinen Räumen in der Klinik untersucht würden. "Man braucht einen relativ hohen Durchsatz, damit sich das Gerät lohnt, so der Radiologe, der über die von der öffentlichen Hand finanzierte Konkurrenz nicht gerade glücklich ist.

"Diese Kooperation entstand Anfang der 90er-Jahre und ist heute für uns nicht mehr sinnvoll", so der Leiter des Krankenhauses Kirchheim-Nürtingen, Siegfried Schmid. Die Leistungen einzukaufen sei zu teuer. Außerdem besitzen alle umliegenden Krankenhäuser ihre eigenen Geräte. "Ein Krankenhaus ohne eigenen Computertomographen ist eigentlich nicht mehr vorstellbar."

bg