Lokales

Radiologie nahm Arbeit auf

Jetzt Medizinisches Versorgungszentrum am Nürtinger Krankenhaus

Die weiten Wege der Nürtinger Patienten nach Metzingen, Plochingen oder Kirchheim gehören der Vergangenheit an. Seit Anfang April können sie sich wieder im Nürtinger Kreiskrankenhaus röntgen lassen.

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richard umstadt

Nürtingen. Dies war zuvor nicht möglich, weil nach einer Entscheidung des Landessozialgerichts im Mai 2006 den Patienten zugemutet wurde, bis zu 30 Kilometer zur nächsten Arztpraxis zu fahren. Der zuständige Zulassungsausschuss der Ärzte entzog daraufhin Dr. Axel ­Maier, dem Chefarzt der Radiologie an der Nürtinger Klinik des Klinikums Kirchheim-Nürtingen, die Ermächtigung zum ambulanten Röntgen von Kassenpatienten. Nach einem Sturm der Entrüstung in der Neckarstadt und einer Unterschriftenaktion, denn bis dato gab es dort keinen niedergelassenen Radiologen, setzten sich Kommunalpolitiker dafür ein, dem missliebigen Zustand abzuhelfen.

Im Februar gab der Krankenhausausschuss des Kreistags grünes Licht für die Einrichtung eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) in der Nürtinger Kreisklinik. In die Tat umgesetzt werden konnte dies zum einen durch Chefarzt Dr. Axel Maier, der eine Ermächtigung als Nuklearmediziner besitzt, und Dr. Christoph Zantke, der zuvor in Esslingen praktizierte und seinen radiologischen Kassenarztsitz in das Medizinische Versorgungszentrum in Nürtingen einbrachte, sodass nun dem ambulanten Röntgen im Klinikum Kirchheim-Nürtingen nichts mehr im Wege steht. Zantke und Maier nahmen am 1. April ihre Arbeit im MVZ auf, wie Landrat Heinz Eininger in der jüngsten Sitzung des Krankenhausausschusses mitteilte.

„Damit hört die Odyssee für unsere Patienten auf“, freute sich der Geschäftsführer der Kreiskrankenhäuser, Franz Winkler, der im ortsnahen Medizinischen Versorgungszentrum eine Qualitätsverbesserung sieht. Wer von seinem Hausarzt jetzt zum Röntgen überwiesen wird, muss nicht mehr lange und umständliche Wege in Kauf nehmen, sondern kann das MVZ in der Nürtinger Klinik ansteuern.

Wie Franz Winkler informierte, ist das Medizinische Versorgungszentrum ein eigenständiger Vertragspartner der kassenärztlichen Vereinigung und wird wie die radiologische Praxis eines niedergelassenen Arztes behandelt. Dr. Zantke und Dr. Maier bieten das übliche Leistungsspekt­rum in der diagnostischen Radiologie und Nuklearmedizin. Eine Zulassung für Computertomografie ist bei der kassenärztlichen Vereinigung beantragt, berichtete Landrat Eininger im Krankenhausausschuss.