Lokales

Rampen erleichtern das Einkaufen

Geschäfte mit Stufen an ihrem Eingang können Rollstuhlfahrern den Einkauf durch eine Rampe erleichtern. Herbert Scheuer setzt sich in Kirchheim dafür ein.

DOMINIQUE KELLER

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KIRCHHEIM Es ist nicht immer leicht für Menschen mit Behinderung in Kirchheim einkaufen zu gehen. Schon der Zugang zu einigen Läden stellt zum Beispiel für Rollstuhlfahrer eine größere Aufgabe dar. Oft ist diese nicht anders zu lösen, als dass ein Passant nach Hilfe gefragt werden muss. Eine Umständlichkeit, die leicht durch eine Hilfe gelöst werden könnte. Eine mobile Rampe würde Rollstuhlfahrern, aber auch Müttern mit Kinderwägen oder älteren Leuten mit Einkaufswägen den Besuch eines Geschäftes mit Stufen am Eingang erleichtern. Die Rampe kann über die Stufen gelegt werden solange es die Hilfsbedürftigen brauchen, und danach wieder weggenommen werden, damit sie nicht zur Stolperfalle werden.

Jedes Geschäft in Kirchheim, das Stufen am Eingang hat, sollte sich so eine Rampe anschaffen, um vor allem Menschen mit Behinderung im Rollstuhl das Einkaufen zu erleichtern und dessen Selbstständigkeit zu erhalten. Herbert Scheuer, selbst seit 16 Jahren Rollstuhlfahrer, setzt sich für diese Aktion ein. Er entwarf selbst einen Aufkleber für alle Geschäfte mit Stufen an ihrer Eingangstür, die eine solche Rampe gekauft haben, denn kein Bundesverband hatte so ein Zeichen. Die Aufkleber zeigen einen Rollstuhlfahrer und Stufen mit einer Rampe. Sie kleben sichtbar außerhalb der Geschäfte, die wegen einer Rampe von Herbert Scheuer ausgezeichnet wurden. Jeder, der diese Rampe braucht, muss nur im Geschäft Bescheid geben.

Eine Rampe kostet zwischen

250 und 800 Euro. Die Plakette hängt in der Zwischenzeit an sechs bis sieben Geschäften in Kirchheim. Herbert Scheuer verteilt sie selbst und legt den jeweiligen Geschäften auch gleich Angebote zum Rampenkauf vor.

Vor einigen Jahren wurde ein mobiler Treppenlifter von der Stadt angeschafft. Er steht momentan in der Familien-Bildungsstätte in Kirchheim und kann, wann immer er gebraucht wird, genutzt werden. Wenn im Kirchheimer Schloss eine Kulturveranstaltung im Obergeschoss stattfindet, bedarf es nur weniger Leute, die sich mit seiner Handhabung auskennen müssen, und schon kann der mobile Treppenlifter Menschen trotz Behinderung am Kulturleben teilhaben lassen. Diese Anschaffung war eine große Erleichterung.

Herbert Scheuer arbeitet mit der Organisation "Amsel" und mit dem "Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderte" (BSK) in Krautheim zusammen. Es sind beides Organisationen für Menschen mit Behinderung. So unternahm Herbert Scheuer schon einige Reisen mit Hilfe der BSK.

Auch die Parkplatzsituation für Menschen mit Behinderung ist in Kirchheim nicht gerade günstig. "Oft stehen auch Unbefugte auf diesen Parkplätzen", berichtet Herbert Scheuer. Wichtig ist, dass ein Mensch trotz Rollstuhl seine Selbstständigkeit beibehält und beibehalten kann, und dies ist, laut Herbert Scheuer, beim Einkaufen in Geschäften mit Stufen nur durch eine Rampe möglich.