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randnotiz

Ob das neue Kirchheimer Hallenbad nach dem Verfahren der Öffentlich-Privaten Partnerschaft (ÖPP) ein Erfolgsmodell sein wird, das weiß heute noch niemand so richtig. Bedenken sind sicher angebracht, das zeigen viele negative Beispiele. Umgekehrt gibt es auch Projekte, die derzeit hochgelobt werden: in Leimen beispielsweise. ÖPP-Befürworter verweisen auch gerne darauf, dass das Verfahren, das vor rund 20 Jahren im angelsächsischen Raum entstanden war, inzwischen gut funktioniere. Es sei mittlerweile eben auch in Deutschland angekommen.

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Letzteres ist sicher korrekt: Als Indikator dient ein kleiner Buchstabe, ein „Ö“. Dieser Buchstabe bewirkt nämlich einen Riesenschritt für die „Eindeutschung“ des Verfahrens. Selbst in der Sitzungsvorlage war es eine kleine Fußnote wert, die besagte, dass das angelsächsische „PPP“ ­(Public Private Partnership) fortan auf den Namen „ÖPP“ (Öffentlich-Private Partnerschaft) hören solle. In der Kirchheimer Gemeinderatssitzung taten sich manche Redner noch schwer mit den neuen Vorgaben. Immer wieder rutschte ihnen ein „PPP“ heraus – aber wenigstens deutsch ausgesprochen. „PiPiPi“ hatte ja ohnehin nie jemand gesagt.

Bevor das neue Kirchheimer Hallenbad aber tatsächlich in Bau geht oder gar die ersten Badegäste anlocken kann, gibt es noch genügend Zeit, sich an den neuen, heimischen Zungenschlag zu gewöhnen. „ÖPP“ – auch wenn es weiterhin nicht allen klar sein wird, was das wirklich zu bedeuten hat, so muss sich doch niemand mehr fragen, warum „Öffentlich-Private Partnerschaft“ mit „PPP“ abgekürzt wird. Zumindest sprachlich ist das Modell also erfolgreich hier angekommen. ANDREAS VOLZ