Lokales

Rathaus gestürmt und Krawatte gekürzt

Am "Schmotzigen Dostich" rüsteten die Narrenstaller-Frauen zum schon traditionellen Sturm aufs Schlierbacher Rathaus. Als sie zunächst vor verschlossenen Türen standen, erklang es: "Schultes, mach d'Tür jetzt auf."

SCHLIERBACH Genau das tat das Ortsoberhaupt auch. Bürgermeister Paul Schmid gewährte Einlass und so drang die Narrenschar unter Vorantritt des Jesinger Urgesteins Hugo Carrle mit seiner Quetsche in die Amtsräume ein.

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Trotz klammer Kassen stand dort etwas Flüssiges parat, was die Narren jedoch nicht hinderte, dem Schultes seine Krawatte zu kürzen. Wurden ihm sonst von der Oberfrau seine lokalen Sünden vorgehalten, fehlte sie diesmal erkrankt und statt deren beleuchtete ein Obernarr die Szene aus Funk und Fernsehen. Dem Schultes wurde ein "Trulala" gesungen und mit dem Lied: "Am Rathaus vor dem Tore, da stand ein Lindenbaum" dem kürzlich gefällten Schattenspender gedacht, ehe das Ortsoberhaupt samt seiner Belegschaft in den wieder prächtig dekorierten Narrenstall entführt wurde.

Dass dort immer was los ist, beleuchtete eine Närrin mit ihrem Vortrag mit Spaß an dr Freud und der Vorstellung des "Närrischen Dreigestirns Emilia, Irena und Uta". "Es ist so Sitte, ich komm in die Hütte" ließ der Schultes verlauten, der auch davon berichtete, wie schwer er es hat, sei es mit seinen Gemeinderäten, den Hunden, den Straßenbäumen und den leeren Kassen. Viel Beifall gab es auch für einen Vortrag mit dem "Hemd des Pfarrers em Spondaloch" und weiteren Beiträgen der Senioren. Dass die Stimmung am Kochen blieb, dafür sorgte Hugo Carrle in seiner einmaligen Art und da zwischen den Schunkelrunden auch für das leibliche Wohl bestens gesorgt war, hatte niemand Grund, vorzeitig den Saal zu verlassen.

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