Lokales

Rauchen nicht generell verboten

Vor den Osterferien befasste sich der Gemeinderat ausführlich mit den Regelungen, die für den neuen Jugendtreff im Schulgebäude gelten sollen.

ERKENBRECHTSWEILER Zahlreiche Jugendliche sorgten dann auch für einen voll besetzten Sitzungssaal, um die Debatte im Gemeinderat zu verfolgen. Diese versprach doch einige Brisanz, da schon im Vorfeld erkennbar wurde, dass zur vorgesehenen Raucherlaubnis im Untergeschoss des Gebäudes unterschiedliche Auffassungen vorhanden sind.

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Die Gemeinde Erkenbrechtsweiler hat die Genehmigung zur beantragten Nutzungsänderung von früheren Kindergartenräumen im Grundschulgebäude für den Betrieb eines Jugendtreffs erhalten. Die Räume des neuen Jugendtreffs sind durch jeweils einen separaten Eingang im Erdgeschoss und Untergeschoss erreichbar. Verbindungen zu den Schulräumen gibt es nicht. Um den Betrieb des Jugendtreffs für die Gemeinde als Gebäudeeigentümerin und insbesondere auch für die angrenzenden Nachbarn akzeptabel zu gestalten, wurde vom Gemeinderat und den Jugendlichen ein Entwurf für verschiedene Regelungen zu Rauchen, Sauberkeit, Beschädigungen, Öffnungszeiten und Alkoholgenuss ausgearbeitet, der nun zur Diskussion stand.

Gleich der erste Punkt der Jugendtreffregelungen sorgte dann für eine längere Debatte, an der sich neben dem Gemeinderat mit Bürgermeister Roman Weiß auch die eingeladene Schulleiterin Angelika Drehwitz, Kurt Spätling vom Kreisjugendring, Gerd Staiger und Markus Link vom Jugendtreff mit Stellungnahmen beteiligten. Stein des Anstoßes war die Formulierung zum Rauchverbot, dass sich dies nur auf die Räumlichkeiten im Erdgeschoss und nicht auf das Untergeschoss und die Freiflächen vor dem Jugendtreff bezog, die tagsüber als Schulhof dienen. Die Schulleiterin der Nachbarschaftsgrundschule Erkenbrechtsweiler-Hochwang stellte keineswegs die Einrichtung des Jugendtreffs im Schulgebäude infrage. Sie bestand allerdings darauf, dass von der Gemeinde keine Raucherlaubnis erteilt wird. Befürchtet wird von der Schulleitung, dass die Bemühungen der Lehrer in Sachen Suchtprävention ins Leere laufen, wenn morgens vor dem Jugendtreff im Schulhof die Zigarettenkippen liegen. Diese Ansicht wurde auch vom Elternbeirat vertreten.

Gerd Staiger, der den Jugendtreff ehrenamtlich leitet wies darauf hin, dass die Jugendlichen schon in den vergangenen Jahren stets bewiesen hätten, dass sie sich an Abmachungen halten. So sei bisher im Foyer der Mehrzweckhalle, wo sich die Jugendlichen bisher treffen, nie geraucht worden, sondern nur im Freien und auf Sauberkeit wurde stets geachtet. Dies wird von den Jugendlichen auch eigenverantwortlich geregelt. Wichtig sei vor allem der Nichtraucherschutz und der werde mit der vorgesehenen Regelung, nur im Untergeschoss das Rauchen zu erlauben, auch gegeben sein.

Kurt Spätling vom Kreisjugendring gab gleich zu Beginn seiner Ausführungen zu verstehen, dass er mit seiner Ansicht bei den Jugendlichen keine Punkte sammeln wird. Er sprach sich absolut gegen das Rauchen aus, egal wo. Der Kreisjugendring wolle mit seiner generellen Ablehnung des Rauchens ein Zeichen setzen. Auf Nachfrage aus dem Gemeinderat wurde aber schnell klar, dass in den meisten Jugendtreffs eben im Freien doch geraucht wird. Markus Link als Sprecher der Jugendlichen verwies nochmals auf das bisher anstandslose Verhalten der Jugendlichen in der Mehrzweckhalle. Durch den Umzug ins neue Domizil werde sich die räumliche Situation sehr verbessern. Endlich habe man eigene Räume. Bezüglich des Rauchens werde sich die Regelung von anderen Einrichtungen im Kreis nicht unterscheiden, wo ebenfalls im Freien geraucht wird. Der Nichtraucherschutz sei durch das Rauchverbot in den Erdgeschossräumen gewährleistet.

Bei zwei Stimmenthaltungen wurde der Entwurf der Jugendtreffregeln mit geringfügigen Änderungen beschlossen.

wg