Lokales

Realisierung eines Niedrigseilgartens rückt näher

Stellungnahmen und Anträge der Lenninger Wählervereinigungen zum Haushaltsplan 2015

Die Realität im Blick, setzten die zwei Lenninger Wählervereinigungen in den Stellungnahmen ihre Schwerpunkte für das Haushaltsjahr 2015.

Lenningen. Wenn nicht jetzt, wann dann. Mit dem Titel des WM-Songs der deutschen Handballmannschaft im Jahr 2007 hat Wolfgang Tröscher seine Stellungnahme zum Haushaltsplanentwurf für die Bürgerlichen Wählervereinigung (BWV) überschrieben. Seine Fraktion nimmt die Herausforderung an und freut sich über einen Überschuss von 860 000 Euro im Verwaltungshaushalt.

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Rundherum zufrieden ist die BWV jedoch nicht. „Wir wissen, dass die Steuerkraft der Gemeinde Lenningen nicht allzu hoch ist und wir am Tropf der Zuschüsse hängen“, bedauert Wolfgang Tröscher. Das Machbare will die Wählervereinigung umsetzen, etwa die Halfpipe am Skaterplatz und den Niedrigseilgarten in Gutenberg. „Ein Gesamtkonzept mit den Gutenberger Höhlen ist unbedingt erforderlich“, forderte er und sieht die Pumptrack-Anlage in Schopfloch auch wegen des Standorts kritisch.

Zu der Frage, Neubau der Hochwanghalle oder Umbau des ehemaligen Schulgebäudes will er die Interessengemeinschaft Hochwang einbinden. Im Blick hat er die seit Langem notwendige Sanierung des Rathauses in der Ortsmitte Oberlenningen. Die Kosten für einen neuen Verwaltungsbau anstelle von Amtgasse 5 will er gut im Auge behalten, wenngleich er ein neues Pflegeheim an dieser Stelle – in direkter Nachbarschaft zur betreuten Seniorenwohnanlage gelegen – als positives Zeichen wertet. „Diese Planung unterstützen wir vorbehaltlos“, so Tröscher.

Ausdrücklich bekennt sich die BWV zum Schulstandort Lenningen und stimmt deshalb dem Sanierungsantrag des Chemiesaals in Höhe von über 180 000 Euro zu. Vom Istzustand wollen sich die Kommunalpolitiker jedoch selbst noch ein Bild machen.

„Straßen, Gehwege und Feldwege sind unter anderem Visitenkarten unserer Gemeinde. Es ist deshalb unerlässlich, diese laufend in Schuss zu halten“, sagte Wolfgang Tröscher weiter. Die Fassadenabdichtung am Schlössle, dem Aushängeschild von Oberlenningen, mit Kosten von rund 170 000 Euro findet deshalb – notgedrungen – die Zustimmung der BWV.

Ein Dorn im Auge ist der Vereinigung, dass Lenningen bei den Kosten für Wasser und Abwasser Spitze ist. „Ein kleiner Trost nur, dass dies unserer Lage und unseren Teilorten geschuldet ist. Hier ist unserer Meinung die Landespolitik viel mehr gefordert. Wir fühlen uns allein gelassen. Deshalb erscheint uns die Aussage von der Stärkung des ländlichen Raums oft wie blanker Hohn“, fand Wolfgang Tröscher deutliche Worte. Auch am Kreistag übte er wegen der Finanzierung des Busverkehrs Kritik: „Dass Lenningen ab 2017 über 35 000 Euro bei gleicher Leistung mehr erbringen muss, während große Städte wie Esslingen deutlich davon profitieren, tut richtig weh.“

Miteinander reden, zuhören, aushandeln und tragbare Kompromisse finden – auch mit den Bürgern – ist Georg Zwingmann von der Lenninger Grünen Alternativen Liste/Unabhängige Bürger Lenningen (LEGAL/UBL)wichtig. „Wir haben Vielfalt in den Ortsteilen und wir brauchen die gesamte Vielfalt. So kann ein inklusives, lebendiges Lenningen entstehen und wachsen“, erklärte er. Für die Jugendforen zog er eine positive Bilanz und trägt die geplanten Vorhaben Pumptrack-Funsportanlage, Niedrigseilgarten und Halfpipe mit – sieht allerdings noch Beratungsbedarf beim Standort. Ihn freut, dass die Verwaltung die Idee von LEGAL/UBL wiederbelebt, im Oberlenninger Bahnhof möglicherweise ein Jugendhaus einzurichten. Sind entsprechende Weichen gestellt, könne entschieden werden, ob die Schulsozialarbeit am Schulzentrum adäquate Räume erhält.

Um künftige Konzeptions- und Investitionsentscheidungen auf einer möglichst gesicherten Grundlage für Hort, U-3-Betreuung, Offene Jugendarbeit und dergleichen treffen zu können, wünscht sich Georg Zwingmann ein Bildungs- und Betreuungskonzept für Lenningen, um so mögliche Doppelstrukturen vermeiden zu können. Ferner gab er zu bedenken, notwendige Sanierungen nicht auf die lange Bank zu schieben, da einen sonst die Kosten überrennen können. Als Beispiele nannte die Alte Oberlenninger Steige sowie in Schlattstall den Zustand der Schwarzen Lauter nach den Hochwasserschäden und den desolaten Feldweg.

Resignation macht sich langsam wegen eines Lenninger Sportvereins bei Georg Zwingmann bemerkbar. „Wo ist die Chance für begeisterte Fußballkids, in einem Verein zu kicken, wo die erste Mannschaft wirklich erfolgreich höherklassig kickt?“, fragt er sich und nennt als Positiv-Beispiele Handball und Tischtennis.

Beide Gruppierungen eint die Sorge über das Schicksal der Papierfabrik Scheufelen. „Der Arbeitsplatzabbau, diese noch kurz vor Weihnachten umgesetzte Maßnahme hat uns alle sehr betroffen gemacht“, sagte Wolfgang Tröscher. Er hofft, wie Georg Zwingenmann, dass Geschäftsleitung, Verwaltung und Gemeinderat in einen Dialog treten können.

 

Die Stellungnahmen der Wählervereinigungen im vollen Wortlaut finden Interessierte auf der Homepage der Gemeinde Lenningen unter www.lenningen.de und dem Stichwort Gemeinderat Lenningen aktuell.