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Realschulen im Landkreis verzeichnen weiter Zulauf

Die Realschulen im Landkreis legen weiter zu, an Grund- und Hauptschulen nehmen die Schülerzahlen dagegen ab. Entsprechende Zahlen hat das Amt für Schule und Bildung vorgelegt. Auch sind verschiedene Neuerungen an den Schulen vorgesehen.

ANKE KIRSAMMER

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KREIS ESSLINGEN Rund 400 Lehrerwochenstunden stellt das Amt für Schule und Bildung im neuen Schuljahr für Kinder an Grund- und Hauptschulen mit Lese-Rechtschreib-Schwäche zur Verfügung. So gibt es beispielsweise an der Kirchheimer Freihof-Grundschule zwei spezielle LRS-Klassen. Zweit- bis Viertklässler bekommen dort eine individuelle Förderung. Um Kinder mit Rechenschwäche besser zu unterstützen, sollen in diesem Jahr 40 Lehrer als Ansprechpartner qualifiziert werden.

Weil Bewegung nicht nur körperlich fitter macht, sondern auch das kognitive und soziale Lernen fördert, ist vorgesehen, im wörtlichen Sinne in die Grundschulen mehr Bewegung zu bringen. Entsprechende Fortbildungen sollen im Frühjahr 2007 über die Bühne gehen.

Auf dem Vormarsch sind im Grund- und Hauptschulbereich auch Ganztagesschulen. Im Schuljahr 2007/2008 wird sich deren Zahl im Landkreis voraussichtlich mehr als verdoppeln, haben doch rund zwei Dutzend Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen die Genehmigung als Ganztagesschule beantragt. Im gerade angelaufenen Schuljahr kommen zu den 13 bereits eingerichteten Schulen weitere drei dazu. Gestartet wird beispielsweise in Kirchheim mit einer ersten Klasse an der Konrad-Widerholt-Grundschule sowie zweiten und dritten Klassen an der Alleenschule (siehe gesonderten Bericht).

Im neuen Schuljahr werden zwei weitere Kooperationsklassen Hauptschule-Berufsschule eingerichtet; eine davon an der Kirchheimer Raunerschule. Sie arbeitet mit der Fritz-Ruoff-Schule in Nürtingen zusammen. Schüler aus dem gesamten Landkreis bekommen in diesen Klassen die Möglichkeit, einen qualifizierten Hauptschulabschluss zu erwerben und so ihre Chancen zu verbessern, einen Ausbildungsplatz zu ergattern. Der Landkreis beteiligt sich auch am Projekt des Kultusministeriums "Individuelle Lernbegleitung benachteiligter Jugendlicher beim Übergang zwischen Schule und Beruf". Dabei leisten Ehrenamtliche Einzelfallhilfe für leistungsschwächere Jugendliche. Erreicht werden sollen so insbesondere eine verbesserte Ausbildungsreife und eine bessere Sprachkompetenz bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund.

Das Schuljahr in ZahlenIn den 106 Grund- und Hauptschulen im Kreis haben am Montag insgesamt 58 neu eingestellte Lehrer ihren Dienst angetreten. Für Krankheitsreserve, Fördermaßnahmen und Arbeitsgemeinschaften sind rund 3200 Stunden vorgesehen. An den Grundschulen im Landkreis werden im Schuljahr 2006/2007 rund 21 100 Schüler in 913 Klassen unterrichtet. Im vergangenen Jahr waren es noch knapp 21 300 Schüler in 914 Klassen. (Die Vergleichszahlen zum Vorjahr stehen im Folgenden in Klammern.) Die durchschnittliche Klassengröße beträgt 23,1 (23,2).

An den Hauptschulen setzt sich der Trend aus den vergangenen Schuljahren fort. Dort werden mit 7670 Kindern 227 Mädchen und Jungen weniger unterrichtet als noch vor den Sommerferien. Die 360 (372) Klassen haben im Schnitt eine Stärke von 20,6 (21,2) Schülern.

Anders sieht es bei den Realschulen aus: Entgegen den Prognosen steigen die Schülerzahlen leicht an von 11 913 auf knapp 12 000. Das Amt für Schule und Bildung macht dafür zwei Gründe verantwortlich: Zum einen entschieden sich mehr Viertklässler für den Besuch der Realschule, obwohl sie eine Empfehlung fürs Gymnasium hatten, außerdem wechselten insbesondere in den Klassenstufen sechs und sieben etwas mehr Gymnasiasten auf die Realschule. Die 430 (431) Realschul-Klassen sind mit durchschnittlich 27,9 (27,7) Schülern im Vergleich zu anderen Schularten mit Abstand die größten. Dort gibt es auch viele Klassen mit mehr als 30 Schülern. An den 22 Realschulen im Landkreis haben 29 Berufseinsteiger ihren Dienst angetreten. Vier weitere Junglehrer wurden zunächst für zwei Jahre ans Gymnasium abgeordnet, weil dort Mathematiklehrer fehlen. An den Realschulen hat sich vor allem im Fach Englisch die Versorgungslage etwas entspannt. Kaum Reserven gibt es allerdings in den Fächern Physik, Chemie und Deutsch. Der Pflichtunterricht ist laut Schulamt dennoch gesichert. Lediglich in wenigen Realschulen ließen sich Kürzungen besonders in Sport und Ethik aber nicht vermeiden.

An den Sonderschulen im Kreis hat die Zahl der Kinder von 1842 im Vorjahr auf 1662 abgenommen. Durch gezielte Förderung können dem Schulamt zufolge inzwischen mehr Kinder in der Regelschule bleiben beziehungsweise von der Förderschule in die Grund- oder Hauptschule zurückkehren. Im Sonderschulbereich wurden sieben Lehrkräfte eingestellt. Abstriche im Unterrichtsangebot gibt es laut Schulamt in keiner Schulart.