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Rechenexempel: Aus Minus mach Plus

Aus Minus mach Plus. Ein Rechenexempel am Beispiel der Zuführungsrate vom Jahr 2004, das den Kirchheimer Gemeinderat erfreute und gerne wiederholt werden könnte. Doch der Kämmerer verwahrte sich anlässlich des Finanzzwischenberichts gegen jede Zuversicht beim Blick in die Zukunft.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM "Der Rückblick ist heute wie so oft im Leben angenehmer als der Blick in die Zukunft", gab sich Hans-Albrecht Remshardt philosophisch, schob jedoch in bewährter Manier gleich bodenständiges Zahlenmaterial nach: War man im Kirchheimer Haushalt im Jahr 2004 noch von einer negativen Zuführungsrate in Höhe von 2,1 Millionen Euro ausgegangen, so ergab sich letztlich doch eine positive Zuführung in Höhe von fast 1,5 Millionen Euro.

"Die Gewerbesteuer lag um eine halbe Million besser als der Planansatz", nannte der Kämmerer einen der Gründe und sprach auch von Entspannung bei den Zinsausgaben wegen des gesunkenen Schuldenstandes. Der wurde im Laufe des Jahres 2004 um fast fünf Millionen abgespeckt. Mittlerweile steht Kirchheim rein rechnerisch pro Bewohner mit 370 Euro in der Kreide. "Das ist unter dem Durchschnitt vergleichbarer Städte", betonte Remshardt.

Das Wunder, aus Minus Plus werden zu lassen, wird sich wohl kaum wiederholen. Allerdings wagte der Finanzfachmann die vage Prognose, auch heuer werde die mit 2,1 Millionen Euro veranschlagte negative Zuführungsrate wohl geringer ausfallen. Was den aktuellen Haushalt konkret anbelangt, bescheinigte ihm Hans-Albrecht Remshardt einen unspektakulären Verlauf. - Allzu viel habe sich schließlich noch nicht getan, wurde das Planwerk doch erst im März dieses Jahres verabschiedet. Beklagenswert sei auf jeden Fall der weitere Einbuch der Einkommenssteuer in Baden-Württemberg. In Kirchheim liegt sie nun auf dem Niveau von 1991. Über dem Vorjahresniveau liegt dagegen die Gewerbesteuer, deren Planansatz von 11,3 Millionen Euro wohl deutlich überschritten werde.

Auch die enormen Sparmaßnahmen der Stadt tragen Früchte: "Wir konnten zumindest die Ausgabenentwicklung stoppen", freute sich Remshardt. Allerdings habe das Steuern des Haushalts ausschließlich über Ausgabenkürzungen seinen Preis: Die Substanz des städtischen Vermögens. Strikte Sparpolitik sei auch für die Zukunft unumgänglich, wolle man einmal wieder einen ausgeglichenen und ohne Neuverschuldung auskommenden Haushalt erreichen.

Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker wies in diesem Zusammenhang auf das Gebäude-Management hin, das zum 1. Januar 2006 für städtische Bauwerke eingeführt werden und beim Sparen helfen soll. Die Kommentare der Fraktionsvertreter besagten, dass der Kämmerer ihnen mit der alljährlich vor den Ferien vorgelegten Zwischenbilanz zum Haushalt nicht den Sommer verdorben habe.