Lokales

Rechtsradikale Sprüche und Zeichen

SS-Runen, sonstige Schmierereien und Parolen, Brandstiftungen, in Kirchheim sind in den Nachtstunden bis jetzt noch unbekannte Gruppen unterwegs. Die Polizei hat bei ihren Ermittlungen bisher keine heiße Spur gefunden.

RUDOLF STÄBLERBereits in der Nacht zum 5. November waren Unbekannte in der Kirchheimer Stadtmitte unterwegs. Mit silberner Farbe besprühten sie die Wände der Martinskirche, des Rathauses, eines Kindergartens und mehrerer Geschäften mit Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. In derselben Nacht zündete ein Unbekannter in der Villastraße vor einem Gebäude, dem islamischen Kulturzentrum, einen Müllsack an.

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Nun haben sich die Taten am frühen Sonntagmorgen "wiederholt". Zwar waren die Ziele anders, das Ergebnis letztlich gleich. An der Gaststätte Scharfes Eck wurde wieder ein Mülleimer in Brand gesteckt. Die Kirchheimer Feurwehr hatte dabei keine Mühe, das Feuer schnell zu löschen. Erst bei Tageslicht wurde entdeckt, dass in der Nähe des Mülleimers an der Hauswand aufgesprühte SS-Runen zu sehen waren.

Doch die türkische Gaststätte sollte in dieser Nacht nicht das einzige Ziel der Unbekannten bleiben. Die Nazi-Symbole sollten auch noch an anderen Stellen entdeckt werden. So wurde das Jugendhaus an Boden und Wänden besudelt, das Amtsgericht und ein weiteres Lokal, und zwar der Bambus-Imbiss. Der angerichtete Sachschaden beträgt nach Angaben der Polizei mehrere tausend Euro. Noch in der Nacht wurden von den Beamten Spuren gesichert, mit der Sache befasst ist jetzt der "Staatsschutz", ein Dezernat innerhalb der Kriminalpolizei Esslingen. Die Polizisten sind aber weiterhin auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen und hoffen auf Hinweise aus der Bevölkerung. Diese nimmt das Polizeirevier Kirchheim unter Telefon 07021/501-0 entgegen.

Auffällig war in jüngster Zeit in der Kirchheimer Innenstadt die schnelle Zerstörung von aufgestellten Werbeplakaten für Veranstaltungen. Dies hat Gastronom Michael Holz zusammen mit einigen Kollegen immer wieder festgestellt. Er vermutet hier zwar keinen Zusammenhang, hat aber jetzt schon Angst wegen der Weihnachtsbaumaktion des City Rings. "Womöglich werden die uns auch noch demoliert" so seine Befürchtung. Da Gastwirte bekanntlich Spätheimkehrer seien, appelliert er an seine Kollegen beim frühmorgendlichen Heimweg die Augen offen zu halten. Den gleichen Wunsch hat er an Taxifahrer und sonstige Nachtschwärmer. Dabei geht es ihm nicht nur um die Zerstörungen, sondern auch um die Schmierereien.