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"Rechtzeitige Orientierungshilfe zum Beruf"

Zum dritten Mal fand in der Nürtinger Philipp-Matthäus-Hahn-Schule die Ausbildungsmesse "Berufswelten" statt. In Zusammenarbeit mit Betrieben, verschiedenen Innungen, der Agentur für Arbeit und weiteren Partnern informierte die Schule interessierte Schüler und Eltern über schulische und berufliche Perspektiven. Es standen sogar über 200 freie Ausbildungsplätze aus Industrie und Handwerk zur Auswahl.

SANDRA LANGENFELD

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NÜRTINGEN "Wir freuen uns über das starke Interesse", so Harald Fano, der Schulleiter der Nürtinger Schule. "Bereits nach zwei Stunden konnten wir nahezu 300 jugendliche Besucher und Besucherinnen zählen. Bis zum Ende der Messe werden es sicher etwa 2000 sein."

Der große Andrang lässt sich wohl unter anderem auf das konkrete Angebot an über 200 freien Ausbildungsplätzen in der Umgebung zurückführen. "Als Berufsschule verfügen wir bereits über erfolgreiche Kontakte zu Betrieben in Nürtingen und den Landkreisen Esslingen und Göppingen. Davon können die Schüler natürlich profitieren."

Um berufliche Perspektiven und Chancen zu zeigen, legten die Organisatoren großen Wert auf detaillierte Informationen der Besucher. Oft seien nur einige wenige Ausbildungsberufe bekannt und gefragt, wie beispielsweise der des Mechatronikers, erklärte der Schulleiter. "Die Ausbildungsplätze sind dann oft schon ein Jahr vor Ausbildungsbeginn alle besetzt." Man müsse daher Alternativen aufzeigen, um Fehlleitungen oder Enttäuschungen zu verhindern. Eine frühzeitige Berufsorientierung sei heute wichtiger denn je. Wichtig sei dabei, dass die Jugendlichen bei der Berufsfindung und ihrem beruflichen Werdegang auch von ihren Eltern begleitet würden, so Fano. "Auch bei den Familien der Schüler müsse man für eine realistische Einschätzung sorgen."

Bei der Messe konnten Eltern und Schüler einen Einblick in die praktische Arbeit der verschiedenen Berufe gewinnen. Lehrlinge und Ausbilder stellten ihre Tätigkeiten vor und standen für einen direkten Erfahrungsaustausch bereit. So konnten die Besucher Malern, Lackierern und Maurern über die Schulter schauen oder die Arbeit der Tischler und Zimmerleute verfolgen. Jugendliche und Erwachsene ließen sich die Arbeit an einem Kraftfahrzeugmotor oder verschiedenen Maschinen erklären. Auch berufsspezifische Vorführungen in den Bereichen Industrie und Metall trafen auf großes Interesse.

Besonders beliebt waren die Listen der ausgeschriebenen freien Ausbildungsplätze, die je nach Fachbereich in den einzelnen Hallen ausgehängt waren. "Die Messe ist aber vor allem eine Chance, eigene Kontakte zu Ausbildern, Innungsmeistern und Betrieben zu knüpfen", erklärte der Schulleiter der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule. "Dabei können die Besucher direkt über Anforderungen und Voraussetzungen sprechen und sich Ratschläge für den Start ins Berufsleben holen."

Aus diesem Grund war auch die 15-jährige Sinja Schmidt aus Owen mit ihren Eltern auf die "Berufswelten 2007" gekommen. "Man kann sich hier gut über die einzelnen Berufe informieren," sagte sie. "Aber vor allem kann man den Lehrlingen bei ihrer Arbeit zusehen und direkt mit ihnen über ihre persönlichen Erfahrungen sprechen." Sinja möchte nach ihrem Hauptschulabschluss eine möglichst gute Ausbildung erhalten, ein breites Spektrum an Qualifikationen erwerben und im Bereich Farbe und Gestaltung arbeiten. Sie denkt daher über das dreijährige Berufskolleg nach, eines der schulischen Angebote der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule.

Neben diesem schulischen Angebot bietet die Schule in Nürtingen noch zehn weitere technisch orientierte Schularten an. "Heutzutage ist eine gute Ausbildung als Starthilfe ins Berufsleben besonders wichtig," so Harald Fano. Das Angebot seiner Schule reicht daher vom Berufsvorbereitungsjahr über Berufsfachschulen bis hin zur Meisterschule für Kfz- und Maurerhandwerk und der Technischen Oberschule.

Neuauflage noch unsicher "Ursprünglich war geplant, diese Messe nur dreimal zu veranstalten," sagte der Schulleiter zum Abschluss der Veranstaltung. "Es ist daher noch nicht sicher, ob sie auch im nächsten Jahr wieder stattfinden wird." Das große Interesse, sowohl vonseiten der Schüler und ihrer Familien als auch von den Betrieben und Innungen, spräche jedoch sicherlich dafür, auch im nächsten Jahr dieses Angebot zu machen.

"Für uns als Schule sind die Schüler und ihre Eltern gewissermaßen unsere Kunden", so Fano. "Und für sie müssen wir uns öffnen und ihnen eine rechtzeitige Begleitung und Orientierungshilfe bei der Berufsfindung bieten."