Lokales

Reduzierte Firsthöhen statt „Klotz“

Bebauungsplan „Paradiesle“ wird neu ausgelegt

Der Kirchheimer Gemeinderat hat sich noch einmal mit dem Bebauungsplan „Paradiesle“ befasst. Grund waren die Anregungen zur geplanten Bebauung des einstigen Gärtnereigeländes Ochs.

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Andreas Volz

Kirchheim. Das Stichwort „Innenverdichtung“ ist in aller Munde. Statt die grünen Wiesen am Stadtrand zu versiegeln, ist es besser, brachliegende Flächen innerhalb bestehender Wohngebiete neu zu bebauen. Da sind sich nahezu alle Kommunalpolitiker und Sachverständigen einig. Zu Konflikten kommt es allerdings, wenn die Bauherren möglichst jeden Winkel eines Grundstücks nutzen und dazu auch noch die maximalen Höhenvorgaben ausreizen wollen.

Anwohner fürchten dann um ihre Lebens- und Wohnqualität, wenn sie allzu hohe „Klötze“ vors eigene Fenster gesetzt bekommen. Licht und Sonne könnten plötzlich fehlen, und außerdem würde sich das ganze Quartier verändern, fürchten sie. Im Fall „Paradiesle“ handelt es sich immerhin um ein Quartier aus der Gründerzeit. Die meisten Häuser sind also schon über hundert Jahre alt. Heutige Bauwerke passen sich nach Art und Charakter natürlich nicht an die einstige Gestaltung an.

Ursprünglich wären für das Gärtnereiareal zwischen Friedrichstraße und Ulrichstraße einerseits sowie zwischen Austraße und Ludwigstraße andererseits Firsthöhen von bis zu 15 Metern vorgesehen gewesen. Inzwischen haben Rat und Verwaltung aber eine maximale Firsthöhe von 13,50 Metern festgelegt. Wichtig für die Entscheidung war dabei ein plastisches Modell der vorgesehenen Bebauung. Die Ratsmitglieder betonten deshalb, dass es künftig bei jeder derartigen Entscheidung ein anschauliches Modell geben sollte. Die intensive Auseinandersetzung des Kirchheimer Gemeinderats mit dem Thema hat immerhin zu einem einstimmigen Ergebnis geführt: Die geänderten Festsetzungen des Bebauungsplans werden jetzt erneut ausgelegt.