Lokales

"Reform zu Lasten der Arbeitnehmer"

Die Delegierten der IG Metall Esslingen, die rund 21 000 Mitglieder im Landkreis vertreten, fordern konkrete Alternativen zur Politik der Bundesregierung. Dies wurde von der IG-Metall-Delegiertenversammlung in der Festhalle in Denkendorf einhellig bekräftigt.

ESSLINGEN Mit der Aktion "Arbeitnehmerbegehren" für eine soziale Politik tritt die IG Metall bundesweit für Reformen ein, die die Arbeitnehmer und die Arbeitslosen nicht benachteiligen. Selbst wenn sich bei der Umsetzung von Hartz IV ein Teil der jetzigen Sozialhilfeempfänger geringfügig verbessert, ist nicht zu leugnen, dass sich durch die Zusammenlegung von Arbeitslosenhilfe und Sozialhilfe zum Arbeitslosengeld II der größte Teil der Arbeitslosenhilfebezieher deutlich verschlechtern wird.

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Ein Teil dieser Menschen, die in der Regel ohne Schuld ihren Job verloren haben, werden nach dem Bezug von Arbeitslosengeld I erst einmal gar nichts bekommen, weil ihr Sparguthaben zu hoch ist, oder weil andere in der Familie für sie sorgen sollen.

"Steuern für Höchsteinkommen zu senken und Betriebe, die höchste Rendite erzielen, zu entlasten. passt nicht, wenn man gleichzeitig Bezieher von Arbeitslosenhilfe belastet", so Helmut Hartmann, Geschäftsführer der IG Metall im Landkreis. Das System der paritätischen Finanzierung der Sozialsysteme solle massiv zu Lasten der Arbeitnehmer und der Versicherten verändert werden.

Die Kosten für Zahnersatz und die Versicherungsbeiträge fürs Krankengeld nach der Lohnfortzahlung sollen ab Mitte 2005 von den Versicherten alleine aufgebracht werden. Obwohl die Entscheidung über das System der Krankenversicherung Bürgerversicherung oder Kopfpauschale auf 2006 verschoben wurde, sollten sich die Versicherten über die Unterschiede ein Bild machen. Die IG Metall Esslingen veranstaltet deshalb einen Informationsabend am Dienstag, 12. Oktober, um 19 Uhr in den Räumen der AOK-Nürtingen.

Zu wenig AusbildungsplätzeDie Delegierten der Esslinger IG Metall sehen mit Sorge die Lücke bei den qualifizierten Ausbildungsplätzen im Kreis Esslingen. Die Zusagen von DIHT und der Arbeitgeberverbände zur Schaffung einer ausreichenden Zahl neuer Ausbildungsplätze wurden offensichtlich nicht eingehalten. So genannte Praktikantenplätze und schulische Warteschleifen schönen zwar die Statistik, helfen aber nicht den jungen Menschen, die einen ordentlichen Start ins Berufsleben brauchen.

In einer engagierten Diskussion wurde die Standortvereinbarung bei DaimlerChrysler diskutiert. Sehr große Zustimmung fand die Zusage der DC AG, was die Sicherung der Arbeitsplätze bis Ende 2011 betrifft. Über die Details der DC-Vereinbarung wollen die Delegierten in einer separaten Zusammenkunft diskutieren.

pm