Lokales

Regen, Affen und ein Kinderparadies mit Riesengokarts

Kann denn so was Urlaub sein? 12 Erwachsene und 13 Kinder bei kaltem Schauerwetter über Pfingsten im Landhaus Höchsten in Oberschwaben. Ja, das geht, vorausgesetzt, man ist Mitglied im Albverein Bissingen-Nabern, bringt gute Laune mit und ist ein flexibler, geselliger Mensch.

BISSINGEN Zugegeben, die Vorfreude hielt sich aufgrund sehr schlechter Wetteraussichten in Grenzen. Zumal bei der letztjährigen Pfingstfreizeit, ebenfalls unter der bewährten Leitung von Familienwartin Anne Link, fünf Tage lang kein einziges Wölkchen am Himmel aufgetaucht war und konstante Badetemperaturen von 28 bis 30 Grad Celsius herrschten. Aber schließlich gibt es für Naturliebhaber kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung, und so hellte sich zumindest die Stimmung während der Fahrt über Land sichtlich auf. Durch idyllische Dörfer, saftige Wiesen, märchenhafte Wälder, vorbei an liebevoll restaurierten Bauernhöfen ging es auf kurvenreichen Sträßchen Richtung Bodensee-Hinterland. Am Höchsten noch ein Stück bergab und schon war man am Ziel: dem Landhaus "Höchsten Alt" in Rubacker, das zirka 20 Kilometer von Überlingen entfernt, direkt am Waldrand liegt.

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Sofort machte sich die jüngere Schar auf, um dem hinter dem Haus liegenden Bächlein einen neuen Weg zu bahnen, beziehungsweise ihm diesen abzuschneiden. Dass dies bei dem Schmuddelwetter nicht ohne total verdreckte Schuhe und Hosen zu machen war, ist wohl klar. Aber dass nach Ankunft gerade mal eine halbe Stunde verging, bis alles Getragene von oben bis unten verschlammt war, das ließ zumindest mütterlicherseits Zweifel aufkommen, ob die mitgebrachten Hosen und Jacken wohl reichen würden.

Nun, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg und in puncto Dreck musste man bei dieser Freizeit sowieso beide Augen zudrücken. Die Kinder hatten jedenfalls bei jedweder Beschäftigung an der frischen Luft ihren Spaß. Ob im Wald herumzustreunen, Fußball zu spielen oder morsche Bäume fürs Lagerfeuer umzustemmen, alles wurde in Grüppchen oder im Pulk mit viel Enthusiasmus und Teamgeist angegangen. Auf diese Weise kamen auch die Eltern zu ihrer wohlverdienten Erholung. Die nützten die Zeit zum Lesen, Spazieren gehen, um sich auszutauschen oder mal ein Mittagsschläfchen zu machen ein jeder das, wonach ihm gerade war. Wenn man vom Nichtstun genug hatte, gab es in der Umgebung natürlich genug zu unternehmen.

An einem Nachmittag tummelte sich die ganze Albvereinstruppe in der Schwabentherme, einem Erlebnisbad für Alt und Jung. Bei den unterkühlten Außentemperaturen, waren die 30 bis 40 Grad Celsius Wassertemperatur eine reine Wohltat. Riesenrutsche, Whirlpool, Massagedüsen und ein schönes Freiluftbecken taten ihr Übriges.

Am nächsten Tag war das Wetter trocken genug, um vom Haus aus etwa eineinhalb Stunden nach Limpach zu wandern und dort auf dem Ferienhof Jehle zu grillen. Karen Oelkrug ist es zu verdanken, dass die Urlauber dort mit so großer Gastfreundschaft empfangen wurden, denn der Hausherr war ein ehemaliger Studienkollege von ihr. Mit vielen Streicheltieren, Ponys zum Reiten, Spielplatz und Riesengokarts entpuppte sich das Ziel der Wanderung als Kinderparadies.

Die Erwachsenen ließen sich das mitgebrachte Essen in der Blockhütte schmecken und konnten sich später sogar auf die großzügige Terrasse in die Sonne setzen, wo vom Gastgeber Kaffee und Kuchen serviert wurden. Weil es so gemütlich war, kehrten die Wanderer erst spät wieder in die Unterkunft zurück. Nach einem langen Spieleabend suchten schließlich die Erwachsenen ebenfalls erschöpft ihren Schlafsack auf.

Vom Kaffeeduft am folgenden Morgen geweckt, brachen auch die Langschläfer gut erholt und ausgeruht zum nächsten Highlight der Freizeit auf, zum Affenberg bei Salem. Die unmittelbare Nähe zu den Tieren und die sehr menschenähnlichen Gesten ebenso wie die Mimik der Affen begeisterten Alt und Jung gleichermaßen. Ein kleiner Abstecher an den Bodensee mit Fußbad für die Kinder rundete diesen aufregenden Ausflug ab. Das Wetter hatte sich bis dahin glücklicherweise so positiv entwickelt, dass man an der hauseigenen Feuerstelle grillen und sogar draußen essen konnte. Als die Kinder, wie immer viel zu spät, im Bett waren, ließen sich die Eltern noch das eine oder andere Bierchen am Lagerfeuer schmecken. Im Nachhinein waren alle froh, die moderaten Temperaturen und die Trockenheit voll ausgekostet zu haben, denn der nächste Tag bescherte wieder Dauerregen und den Kindern und Erwachsenen einen Spieletag. Flexibilität war in dieser Freizeit eben die Devise und so genoss man, mit den Kindern ausgiebig zu spielen, wozu daheim ja leider viel zu selten Zeit bleibt. Gegen Nachmittag wurde es allerdings trockener und so beschlossen die Erwachsenen, eine Runde um den nahegelegenen Illmensee zu laufen. Nach anfänglichem Murren seitens der Kinder, fanden doch noch alle Spaß am Wandern und die Spaghetti am Abend schmeckten nochmal so gut. Zum Ausklang des Abends ließ man seiner Schadenfreude beim Uno- und Tabu-Spielen ungehemmt freien Lauf.

Wehmütig nahmen alle Teilnehmer der Freizeit am Pfingstmontag Abschied vom idyllisch gelegenen Landhaus.

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