Lokales

Regierungspräsidium soll an 2005er Richtschnur festhalten

Die Interessengemeinschaft Fluglärm Hahnweide lehnt eine "15 000 plus"-Regelung nach der jüngsten Entscheidung des Kirchheimer Gemeinderats für den beantragten Sonderlandeplatz Hahnweide ab.

KIRCHHEIM Die Interessengemeinschaft sieht sich durch die jüngste Entwicklung in ihren Befürchtungen bestätigt, dass die Anzahl der Motorflüge nach der geplanten Umwandlung des Segelfluggeländes Hahnweide in einen Sonderlandeplatz nicht auf der Basis von 2005 bleiben wird. Die Sprecher der Interessengemeinschaft appellieren deshalb an das Regierungspräsidium als Genehmigungsbehörde, an den Zahlen von 2005 so wie sie ursprünglich vom Baden-Württembergischen Luftfahrtverband BWLV beantragt worden sind festzuhalten.

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Bei einer Pressekonferenz zum Ende des Jahres 2006 hatten die Vertreter des BWLV die Bevölkerung noch beruhigt: "Keiner der Vertragspartner hat die Absicht, am jetzigen Zustand etwas zu ändern. Die Zahl der Starts der Motorflieger war in den letzten Jahren rückläufig." Sei es 2001 zu 18 147 Flugbewegungen gekommen, so seien es 2005 14 875, davon allein 2 000 beim Oldtimer-Fliegertreffen, gewesen. Der Teckbote berichtete darüber am 16. Dezember 2006.

Auch Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker sicherte beim Neujahrsempfang Anfang 2007 zu, dass es bei der geplanten Umwandlung des Segelfluggeländes Hahnweide um nichts anderes als den Erhalt des Status quo gehe. "Die Anzahl der heutigen Flugbewegungen" solle in der Genehmigung für den geplanten Sonderlandeplatz festgeschrieben werden, so nachzulesen im Teckboten vom 15. Januar 2007. Folgerichtig habe der Kirchheimer Gemeinderat am 31. Januar 2007 einstimmig beschlossen, die 14 825 Flugbewegungen von 2005 in den Vertrag als Richtschnur aufzunehmen, die auch in Zukunft nicht überschritten werden dürfe.

Ganz entgegen seinen Zusicherungen habe der Luftfahrtverband bereits zehn Monate später, bei der Erörterungsveranstaltung im Oktober 2007, nachgelegt. Man wollte die jährlich zulässige Anzahl der motorisierten Flugbewegungen auf 17 000 erhöht haben. Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker lehnte in der Erörterungsveranstaltung die nachgeschobene Erhöhung sofort ab und verwies auf die Entscheidung des Gemeinderats vom Januar 2007. Nun aber habe sich auch der Gemeinderat von Kirchheim in der Frage einer mengenmäßigen Begrenzung anders entschieden. Das Gremium stimmte bei seiner jüngsten Sitzung ohne Diskussion einstimmig dafür, dass man zwar weiterhin an den 15 000 Flugbewegungen festhalten will, aber Sonderveranstaltungen und Wettbewerbe, die nicht jährlich stattfinden, zusätzlich akzeptieren würde.

Sowohl auswärtige Flieger als auch die Flieger der hier stationierten Flugzeuge könnten, wenn es nach der Stadt Kirchheim gehe, bei nicht jährlich stattfindenden Veranstaltungen und Wettbewerben somit beliebig viele Motorstarts machen. Wie viele Flugbewegungen es in Zukunft nun tatsächlich werden, sei völlig offen, denn die Verantwortlichen der Stadt Kirchheim hätten keinerlei Beschränkungen oder Obergrenzen für derartige Sonderveranstaltungen festgelegt.

Die Interessengemeinschaft Fluglärm Hahnweide befürchtet nun, dass die lärmgeplagten Bürger das Nachsehen haben werden und hofft, dass das Regierungspräsidium dem Ansinnen der Flieger und der Stadt nicht folgt, sondern dem Motorflugverkehr klare Grenzen setzt.

Nach dem Willen der Interessengemeinschaft sollten die Flugbewegungen auf die Anzahl von 2005 begrenzt und unter anderem auch Ruhezeiten festgeschrieben werden. "Nach Ansicht der IG Fluglärm und vieler betroffenener Bürger müssen Motorflieger, die ihrem Hobby nachgehen, in unserer dicht besiedelten Region Rücksicht auf das Ruhe- und Erholungsbedürfnis der Bevölkerung nehmen", so Rosemarie Fano von der Interessengemeinschaft.

pm