Lokales

Regionale Rohstoffe

"Wir haben alle Stand-by-Geräte überprüft, die Temperatur des Getränkeautomaten gesenkt und schalten die Bildschirme aus, wenn niemand dran arbeitet. Das spart etwa 800 Euro im Jahr." Fabian Hertel von der Firma 2E Mechatronic in Wernau ist zufrieden. Die Firma beteiligt sich an der aktuellen Runde von Öko-Profit und hat die Anregungen zum Energiesparen umgesetzt.

GESA VON LEESEN

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OSTFILDERN Insgesamt elf Ökoprofit-Unternehmen präsentierten in Ostfildern ihre besten Umweltschutzmaßnahmen. Seit einem dreiviertel Jahr treffen sich die Firmen, tauschen sich aus, lernen neue Ideen kennen. Fachleute der Gesellschaft für Arbeitssicherheits-, Qualitäts- und Umweltmanagement Arqum gehen in die Betriebe, geben Hinweise zu Arbeitsabläufen.

Bernd Sigel betreibt in Weilheim die Bio-Bäckerei Scholderbeck und achtet auf Rohstoffe aus der Region. Nur die Sonnenblumenkerne kamen aus China, weil es hier keine biologisch angebauten gibt. Um das zu ändern, initiierte Sigel die Sonnenblumenoffensive. Seit diesem Jahr bauen nun sechs süddeutsche Landwirte Bioland-kontrollierte Sonnenblumen an, sieben Bäckereien nehmen die Kerne ab. Diese Kerne kosten doppelt so viel wie die chinesischen. Wie vermittelt er den Kunden das? Sigel: "Der Kunde muss den Nutzen kennen und fühlen, in unserem Fall schmecken. Dann funktioniert das."

Das eigene Restmüllaufkommen drastisch reduzieren will die Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. "Die Mülltrennung ist bei uns ins Schludern geraten", erklärt Sicherheitsingenieurin Jasmin Welskop. Eine Aufklärungskampagne unter Lehrenden, Studierenden und Angestellten soll dies ändern und so die Kosten von 1637 Euro halbieren. Außerdem will die Hochschule bei Neuanschaffungen von Geräten beteiligt werden. Welskop: "Derzeit können wir da nicht mitreden, es wird einfach das Billigste gekauft und jeder weiß, dass das nicht unbedingt das Umweltfreundlichste ist."

Diesen Ansatz fand Elisabeth Nill von der Agenda-Gruppe Esslingen "sehr mutig". Denn damit werde im Sinne des Umweltschutzes auch versucht, Strukturen in diesem Fall das Hochschulbeschaffungswesen zu ändern. "Das imponiert uns", meinte Nill, die vor fünf Jahren zu den Initiatoren von Ökoprofit gehörte. Des Weiteren haben Unternehmen in Photovoltaikanlagen investiert, die Auslastung ihrer Maschinen nach Energieverbrauch optimiert oder wie Pilz in Ostfildern von bleihaltigen Loten auf bleifreie Lötmittel umgestellt.

Die Kirchheimer Firma AMK reduziert die Energiekosten durch die Verschiebung der Einschaltzeiten eines Lackkammertrocknerofens um rund 2 500 Euro pro Jahr. Schöll-Rolladen aus Esslingen baute Energiesparlampen und Bewegungsmelder ein. Juniorchef Gerrit Schöll: "Dadurch sind die Mitarbeiter sensibilisiert worden und machen nun selbst Vorschläge, wo noch Energie gespart werden kann. Die Investition hat sich also doppelt gelohnt."