Lokales

Regionaler Einzelhandel gefährdet

Die Entscheidung des Tübinger Regierungspräsidiums, in Metzingen weitere 4 000 Quadratmeter Verkaufsfläche in Fabrikverkäufen zuzulassen, hat nicht nur in den angrenzenden Räumen, sondern auch bei den Freien Wählern im Landkreis Esslingen Unverständnis und Kopfschütteln ausgelöst: Der erbitterte Verdrängungswettbewerb habe damit auch noch den behördlichen Segen erhalten.

KREIS ESSLINGEN Nach Auffassung der Freien Wähler tragen die Fabrikverkäufe in Metzingen nur diesen Namen in Wirklichkeit seien es von den Herstellern betriebene Fachmärkte, die unter Umgehung einer Handelsstufe den örtlichen Fachgeschäften das Wasser abgraben.

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Die grundsätzlich richtigen Bemühungen des Verbands Region Stuttgart zur Stärkung der Innenstädte würden damit konterkariert. Immerhin sei es durch massiven Protest von vielen Seiten gelungen, weitere 6 000 Quadratmeter Verkaufsfläche zumindest gegenwärtig zu verhindern.

"Immer wieder müssen wir Freien Wähler in Region und Kreis feststellen, dass im Land mit zweierlei Maß gemessen wird. Während in der Region Stuttgart sowohl in der Steuerung des Einzelhandels als auch bei der Einwohnerentwicklung harte, teilweise überzogene, Reglementierungen Platz greifen, schert man sich in Nachbarregionen wenig darum. Dies hat zur Folge, dass sowohl Kaufkraft als auch viele Familien aus unserem Raum abwandern", verweist Regionalrat Alfred Bachofer, Fraktionsvorsitzender im Kreistag und Sprecher der Freien Wähler im regionalen Planungsausschuss, auf die Wirkungen dieser Ungleichbehandlung.

Das Wirtschaftsministerium habe es versäumt, von seiner Weisungsmöglichkeit Gebrauch zu machen, um eine derartige Wettbewerbsverzerrung zu verhindern. Zumindest müsse nunmehr sichergestellt werden, dass nicht scheibchenweise weitere Verkaufsflächen hinzugefügt würden. "Das vom Tübinger Regierungspräsidenten vorgetragene Argument einer ,freiheitlichen Marktordnung' findet im landesweit geltenden Einzelhandelserlass seine Grenzen. Der erlaubt eben gerade einen solchen Wildwuchs nicht, sondern stellt den Schutz gewachsener Strukturen und die Sicherstellung der wohnortnahen Versorgung in den Vordergrund", kritisiert Alfred Bachofer die Praxis des Regierungspräsidiums Tübingen und des Wirtschaftsministeriums in Stuttgart.

pm