Lokales

Reifer Bildungsvorreiter zieht imposante Bilanz

Dass die Alleenschule weit mehr ist als nur ein Gebäude, in dem Wissen vermittelt wird, belegte nun ein scheinbar unwesentlicher Anlass: Die Grund- und Hauptschule an der Jahnstraße beging am vergangenen Donnerstagabend in einem Festakt in der Aula den 25. Jahrestag ihres Umzugs ins ehemalige Schlossgymnasium, und Lehrer, Schüler und Ehrengäste zogen eine beeindruckende Bilanz dessen, was seither in Alt- und Neubau an Angeboten und Erfolgen initiiert worden ist.

RALF GRAVENSTEIN

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Sympathie-Bekundungen und ganz praktische Erfolgsgeschichten von Schülerseite eröffneten einen Abend, der überraschende Details über die Arbeit der Alleenschule vor den Augen der rund 100 anwesenden Lehrer, Eltern, Schüler und Ehrengäste präsentierte. So sang sich die ehemalige Schülerin und angehende Lehrerin Michaela Hartig ihre Begeisterung über die Geborgenheit und den Ansporn vom Herzen, den sie von ihren früheren Lehrern mit auf den Weg ins Leben bekommen hat "Ich feiere kein Gebäude, ich feiere Euch," so der Refrain ihres Stücks.

Ergänzt wurde diese musikalische Liebeserklärung durch ganz praktische Beispiele ehemaliger Schüler, die ihren Weg gemacht haben: sei dies nun der junge Spätaussiedler, der durch die gute Förderung an der Schule nun sein Diplom in Betriebswirtschaft in Angriff nehmen kann, oder Sevan Boyaciyan, der heute als erfolgreicher Konzertgitarrist und Berufsmusiker arbeitet und sich an diesem Abend mit einem beeindruckenden Auftritt bei seiner ehemaligen Schule bedankte.

Die Basis für diese so unterschiedlichen Erfolgsgeschichten war immer die selbe: das Kollegium der Alleenschule, das "nicht auf Impulse von außen wartet, sondern selbst aktiv wird," wie Schulamtsdirektor Dr. Hans-Dieter Pix vom Staatlichen Schulamt Nürtingen in seinem Grußwort verdeutlichte. Gleichwohl sei die Schule nicht der "Reparatur-Betrieb der Gesellschaft, die Eltern müssen ihren Erziehungsauftrag erfüllen," so Pix, der damit die vielfältigen Herausforderungen an die Lehrerschaft im Alltag unterstrich.

Wie aktiv die Lehrer der Alleenschule sich um die Zukunft ihrer Schüler kümmern, zeigte zuvor ein kleiner Rückblick von Rektor Uwe Häfele und seinem Stellvertreter Volker Blankenhorn, die die wichtigsten Stationen seit dem Umzug an die Jahnstraße vor 25 Jahren Revue passieren ließen: Von ersten Schulprojekten und Arbeitsgemeinschaften 1980 im Rahmen des erweiterten Bildungsangebots über den Erweiterungsbau, der ab 1994 den Betrieb als Ganztagshauptschule ermöglichte, bis hin zu den heutigen umfassenden Aktivitäten in Sachen Berufsorientierung und Förderung der Integration ausländischer Kinder. Dieses breite Engagement sei nicht zuletzt "durch die konsequente Unterstützung der Stadt Kirchheim überhaupt erst möglich" gewesen, so Häfele, der in Aussicht stellte, dass man auch künftig "Schule weiterdenken" wolle.

Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker sicherte in ihrem Grußwort die Bereitschaft des Schulträgers zu, die Alleenschule auf diesem Weg weiterhin unterstützen zu wollen. Gleichwohl sei dies in Zeiten, in denen die Kommunen Aufgaben übernehmen müssten, aus denen sich das Land mehr und mehr zurückziehe, schwieriger als früher. Nach Investitionen in Höhe von rund 6 Millionen Euro für den Anbau und 3,8 Millionen Euro für die Sporthalle in den vergangenen Jahren sei vorerst nur wenig Spielraum für weitere Vorhaben. "Ich bin mir jedoch sicher, dass die Alleenschule auch in den nächsten 25 Jahren von Machern geprägt sein wird," so Matt-Heidecker, was im Hinblick auf die spätestens 2006 startende Ganztages-Grundschule deutlich absehbar sei.

Große Bereitschaft zur Unterstützung des aktiven Kurses, den bereits der frühere Rektor Horst Müller für die Verwirklichung der Ganztages-Hauptschule verfolgt habe, dokumentierte auch Elternbeiratsvorsitzender Jürgen Gall: "Wir sind stolz darauf, unsere Kinder hier in die Schule schicken zu können," so Gall, der das weitere Engagement der Elternschaft bei Aktionen wie etwa der Schulhofverschönerung zu Gunsten der Alleenschule zusagte.