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Rektoren fordern Klarheit

35 Schulleiter aus dem Kreis Esslingen befürworten GEW-Resolution

Es werde von den Schulleitern immer mehr gefordert, aber weder Wissen, Personal noch Material stehe ausreichend zur Verfügung, um den Ansprüchen von Eltern, Schulträgern und der aktuellen Bildungspolitik gerecht zu werden. Mit einer an das Kultusministerium gerichteten Resolution macht die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) auf Missstände im Bereich der Schulleitung aufmerksam.

Klaudia Stürmer

Wernau. Die GEW will mit der Resolution der Forderung nach mehr Unterstützung seitens des Landes Nachdruck verleihen. 35 Schulleiter stimmten am Mittwochabend in der Wernauer Stadthalle, im „Quadrium“, den Formulierungen der GEW zu. „Fortbildungsveranstaltungen für Schulleiter sind eher handverlesene Ereignisse im Land. Woher soll die Qualität der Arbeit denn kommen?“, fragte Walter Fieger, Schulleiter der Realschule Leinfelden-Echterdingen die Runde der drei anwesenden Landtagsabgeordneten. Seine Forderung lautete an diesem Abend: Ausbau des Weiterbildungsangebotes für Lehrer und Schulleiter. Wenn ein Schulleiter für die Begleitung einer Schulbausanierung abends in Ausschüssen tätig ist, dann gehöre dies ebenso zur Arbeitszeit wie die Stunden in der Schule, forderten die Schulleiter. „Ich bin heute Hausmeister, Lehrer, Schulleiter und Sekretärin“, erklärte Helmut Stotz, Schulleiter der Grundschule in Reudern. Die Pädagogik komme viel zu kurz. Er forderte vom Land gerechte und transparente Lösungen, wenn es darum gehe, den Schulleitern Personal für das Sekretariat zur Verfügung zu stellen. „Das wird bisher willkürlich entschieden“, so sein Vorwurf.

Wilfried Rindle, Schulleiter der Realschule Weilheim, kritisierte, dass es für die Ganztagsschule kein professionelles Personal gebe. Man könne die Zeiten nicht mit ehrenamtlichen Helfern abdecken. Ungerecht sei auch, dass Gymnasien über die Hausaufgabenbetreuung extra Geld zugewiesen bekämen und die Realschulen dabei leer ausgingen.

Marianne Erdrich-Sommer, Schulleiterin in einer Berufsschule und von 1996 bis 2001 selbst Mitglied des Landtages für die Grünen, beklagte die Personalpolitik der Schulbehörden. „Wir brauchen eine langfristige, mindestens fünfjährige Personalplanung“. Die derzeitige Praxis führt in manchen Schulen dazu, dass der Schulleiter unter Umständen erst nach den Sommerferien weiß, mit welchem Personal erim aktuellen Schuljahr an den Start gehen kann.

Karl Zimmermann, Mitglied des Landtages für die CDU, reagierte auf die Forderungen der Schulleiter mit Skepsis. Man habe im Land in den letzten Jahren dem Wunsch, seitens der Schulen mehr Entscheidungsbefugnisse dort zu belassen, nachgegeben. Nun fehle es an qualifiziertem Personal, um dem selbst Geforderten gerecht zu werden. Damit gebe er einen Teil der Verantwortung für das Dilemma, in dem die Schulleiter derzeit steckten, zurück.

Die Landtagsabgeordnete der SPD Sabine Fohler versprach, die Anregungen seitens der Schulleiter mit in die Landtagsfraktion zu nehmen. Dass die derzeitige Ganztagsbetreuung an den Schulen den Namen Ganztagsschule nicht verdiene und dass die Kommunen nur notdürftig in die Bresche springen, ist für Fohler eine Tatsache. Ilka Neuenhaus, Landtagsabgeordnete für die Grünen im Wahlkreis Tübingen, störte an der Resolution, dass damit die Eltern stigmatisiert würden. Ein Satz darin lautet, dass unter anderem „die nachlassende Erziehungsfähigkeit vieler Elternhäuser zunehmende Überlastungs- und Überforderungsgefühle bei Lehrkräften erzeuge“. Die anwesenden Schulleiter unterstützen jedoch die Formulierung, weil ihrer Meinung nach die Eltern auch ein Teil der Problematik seien.

Mehr zur Resolution unter www.gew-bw.de unter Aktionswochen Schulleitung.