Lokales

Rentschler dementiert: Rücktritt kein Thema

Schwelender Personalkonflikt oder Sturm im Wasserglas? Die angebliche Rücktrittsdrohung direkt nach der Verbandsliga-Partie bei der TSG Balingen am Samstagnachmittag (2:3/wir berichteten), die nicht nur VfL-intern hohe Wellen schlug, hat Michael Rentschler inzwischen dementiert. Rätselraten über die außergewöhnlichen Statements des VfL-Fußballtrainers blieb trotzdem.

THOMAS PFEIFFER

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BALINGEN/KIRCHHEIM Michael Rentschler hatte den Nerv getroffen jenen von Winfried Scholz. Der VfL-Abteilungsleiter, sonst ganz gut auf den Trainer zu sprechen ("wir sind Freunde"), erfuhr vom Frust-Statement des Übungsleiters in der offiziellen Pressekonferenz nach dem Balinger Spiel (O-Ton: "Wenn sich in Zukunft in den organisatorischen Dingen beim VfL nichts ändert, werde ich meine Position überdenken") erst während der Rückfahrt am Telefon. "Als ich das von unserem Geschäftsführer hörte, hat's in mir gekocht", rekapitulierte Scholz einen unschönen Samstagabend. "Ich dachte, der Trainer hätte mit Rücktritt gedroht."

Scholz war ziemlich sauer und rätselte, weil ein Telefonat mit Rentschler am Sonntag wenig ergiebig gewesen sei, noch eine Weile über dessen Motive. "Fehlende Funktionärs-Posten innerhalb der Fußballabteilung können wohl nicht die Ursache für die Trainer-Kritik sein", sagte der Abteilungsleiter, "mit Cotrainer, Sportlichem Leiter und Betreuern hat er ja schließlich alle Leute, die er braucht." Was aber war's dann, was Rentschler in Balingen vor der versammelten lokalen Sportjournaille die für manchen VfL-Verantwortlichen so ungewöhnlich scharfen Töne anschlagen ließ? Nur bodenloser Frust über eine ärgerliche Niederlage?

Rentschler selbst wiederholte gestern Kritik am fußballerischen VfL-Umfeld ("die Entscheidungswege sind viel zu lang" "Nur 12, 13 Spieler im Training sind zu wenig, deshalb müssen wir nachbessern"), gleichwohl wollte er seine Kritik aber stark relativiert wissen. "Ich möchte betonen, dass ich gerne beim VfL Kirchheim arbeite, dass ich zu der Abteilungsleitung ein sehr gutes Verhältnis habe. Als verantwortlicher Trainer will ich mit der VfL-Fußballabteilung aber dennoch in einen konstruktiv-kritischen Dialog treten. Es braucht keinen Schmusekurs."

Rentschler, der im Übrigen dementierte, in Balingen mit Rücktritt gedroht zu haben, wollte mit seinen direkten Worten nach eigener Aussage lediglich Verein und einige Funktionäre "wach rütteln. Mittelfristig muss es das VfL-Ziel sein, wieder in die Oberliga aufzusteigen." Das Gegenargument zu großer finanzieller VfL-Zwänge etwa bei Spielertransfers wollte Rentschler indes nicht gelten lassen: "Der Verein muss einfach Geld generieren. "

P. S.: Gestern trafen sich Winfried Scholz und Michael Rentschler zur Aussprache. Quintessenz des Gesprächs: Die Zusammenarbeit zwischen Abteilungsleitung und Trainer geht unverändert weiter Zweifel nach der Balinger "Schelte" bleiben keine. "Michael hat mir versichert, dass es bei ihm wirklich nicht um Rücktritt ging", erklärte Scholz, der wieder glücklich war: Sein Übungsleiter wird absprachegemäß im Amt bleiben, ohne Wenn und Aber.

Scholz: "Es war alles nur ein Missverständnis."

Oder: viel Lärm um Nichts.