Lokales

Respekt durch blauen Zwirn

Kontrolleure patroullieren in neuen Uniformen – Outfit soll Ansehen steigern

Kirchheims Vollzugsdienst geht in Blau auf Tour. Die Uniformen sollen das Image der Träger verbessern. Außerdem sind sie bequem und praktisch.

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tobias flegel

Kirchheim. Das Ordnungsamt folgt dem Beispiel der Polizei. Seit gestern wachen die Mitarbeiter des Vollzugsdiensts in marinedunklen Hosen und Jacken, hellblauen Hemden und weißen Polo-Shirts über die Regeln der Stadt. Die über 20 Jahre währende Saison ihrer grünen Uniform ist damit vorüber. „Die Kleidungsstücke waren einfach abgetragen“, sagte der Leiter des Ordnungsamtes Marcus Deger bei der Präsentation der Modelle im Marstallgarten.

Der Garderobenwechsel hat nicht nur modische Gründe: Er soll dafür sorgen, dass die Bevölkerung den Kontrolleuren mehr Achtung entgegenbringt. „Die Uniform soll die Arbeit der Träger aufwerten“, erklärt die Leiterin des Rechtsamtes Christine Riesener. Schließlich werde von den fünf Männern und zwei Frauen, die derzeit in Kirchheim nach dem Rechten sehen, eine immer häufigere Präsenz verlangt. Diesem Anspruch sei die alte verwaschene Berufskluft nicht gerecht geworden.

Das Ordnungsamt will außerdem ein internes Signal setzen. „Die neue Uniform ist auch ein Zeichen der Wertschätzung unseren Mitarbeitern gegenüber“, sagt Riesener. Rund 5 500 hat die Stadt für die Anschaffung in die Hand genommen.

Guter Tragekomfort soll die Arbeit zusätzlich erleichtern. Das Futter des Winterparkas können die Wächter herausnehmen, wenn es wärmer wird. Für milderes Wetter hängt ein Blouson im Spind. „Die Uniform ist viel bequemer“, urteilt Hansjörg Weipert nach den ersten Tragestunden. Kollegin Giesela Patzelt sieht das genauso: „Ich fühle mich viel wohler.“ Außerdem schwitze und friere man nicht so, fügt der Kollege hinzu.

Funktionelle Kleidung und stabiles Schuhwerk können Weipert und Patzelt gebrauchen. Bei jedem Wetter spüren sie Falschparker, Graffiti-Sprayer oder Müllsünder auf. Die Kontrolle von Baustellen gehört auch zu ihren Aufgaben. Das Team des Vollzugsdienstes hat dabei manchmal das Recht, polizeiliche Aufgaben wahrzunehmen. Doch es sind keine Polizisten – Aufnäher auf Ärmeln und Brust sowie ein Schriftzug auf dem Rücken weisen die Kräfte als Mitarbeiter des Ordnungsamtes aus.

Über mangelnden Respekt beklagen sich Giesela Patzelt und Hansjörg Weipert bisher nicht. „Wir haben nicht mehr Ärger als vor 20 Jahren“, sagt Giesela Patzelt. Es komme darauf an, wie man den Menschen begegne. Wenn einer in die Luft gehe, hole sie ihn wieder runter. „Dann reden wir vernünftig.“ Darin hat Patzelt nach rund 22 Jahren im Dienst Übung.