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Respekt, Respekt

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Zum Artikel "Sonderlandeplatz Hahnweide-Fliegergruppe mit Interessengemeinschaft einig: Alles soll beim Alten bleiben", im Teckboten vom 2. Dezember:

Gemessen an der "Tatsache", dass alles beim Alten bleibt, legen sich Antragsteller und Befürworter mit bemerkenswertem Engagement für die Umwidmung des Segelflugeländes Hahnweide in einen Sonderlandeplatz für Motorflugzeuge ins Zeug.

Einziges (völlig selbstloses) Motiv: dem Regierungspräsidium wird die Bearbeitung von jährlich acht Anträgen erspart. Respekt, Respekt. Noch Fragen?

Karl-Heinz Fiegert

Buchsstraße, Lenningen

Finanzierung zuLasten der Anlieger?

Zum Artikel "Kosten für Lärmschutz verärgern die Anlieger", im Teckboten vom 4. November:

Als Anwohner der Zementstraße sind wir empört über den Beitrag von über 14 500 Euro, den wir für Lärmschutzmaßnahme bezahlen sollen. Das ist sehr viel Geld für ein Rentnerehepaar. Insbesondere können wir nicht nachvollziehen, dass wir als langjährige Anwohner einen Lärmschutz gegen überregionalen Straßenverkehr finanzieren sollen. Der durchschnittliche Beitrag der Anwohner für Lärmschutz beträgt im Gebiet Wiesenweg etwa 12 000 Euro. Das sind natürlich nur grobe Durchschnittswerte, denn selbst die Stadtverwaltung hat uns bisher bei jeder Anfrage andere Beiträge benannt. Erst über 30 000, dann 26 000 und nach letztem Stand ungefähr 19 000 Euro. Kann Lärmschutz gegen überregionalen Straßenverkehr wirklich Aufgabe der Anwohner, also der "Opfer" sein? Ist das nicht die Aufgabe der Allgemeinheit, die nach dem Verursacherprinzip auch für den Schutz sorgen müsste? In diesen Fällen wäre das wohl der Bund. Auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung erhält man die Auskunft, der Bund würde diese Lärmschutzmaßnahmen nicht übernehmen, da die Grenzwerte von 72dB(A) tagsüber und 62 dB(A) nachts nicht überschritten werden. Weiter erfährt man, dass der Lärmschutz nur deshalb notwendig wurde, da im Zuge einer Bebauungsplanänderung einige Gärten im Gebiet Wiesenweg in Bauland umgewandelt wurden.

Für das Schaffen neuer Bauplätze ergäbe sich nach neuesten Gesetzen und Verordnungen der Zwang einer Lärmschutzmaßnahme. Unter diesem Gesichtspunkt reduziert sich der Nutznießerkreis erheblich. Die frühzeitige Bürgerbeteiligung wurde nur im Kreis von der Umlegung betroffenen Grundstückseigentümer durchgeführt. Der weitaus größere Teil der Anwohner, der zwar nicht von der Baulandumlegung betroffen ist, sehr wohl aber Erschließungsbeiträge bezahlen muss, wurde erst am 10. Oktober in einer öffentlichen Veranstaltung informiert. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Bauarbeiten jedoch bereits begonnen. Soll hier die Finanzierung eines kleinen Neubaugebiets zu Lasten der umliegenden Anwohner erfolgen?

Stefan Rauscher

Zementstraße, Kirchheim

Bürger als möglicheEinnahmequellen

Zum Artikel "Kosten für Lärmschutz verärgern die Anlieger", im Teckboten vom 4. November:

Lärmschutz ist prinzipiell eine gute Sache, doch sollte man trotz aller Vorteile auch den dafür nötigen Aufwand nicht außer Acht lassen. Wenn, wie im Falle der Bebauungsplanänderung "Wiesenweg", dann auch noch die "lärmbetroffenen" Anwohner selbst zahlen sollen, muss man auf jeden Fall mitentscheiden können, ob man sich das leisten will oder vor allem auch kann. Dass das Gemeinwohl über einem Einzelinteresse steht, ist nachvollziehbar. Wenn sich aber, wie im Fall "Wiesenweg", 15 von 20 Anwohnern gegen das Tragen dieses immensen Aufwandes aussprechen, ist das eine eindeutige Entscheidung was bei Kosten zwischen etwa 5 000 und 20 000 Euro pro Grundstück zudem leicht nachvollziehbar ist. Unsere Stadtverwaltung scheint das nicht zu interessieren. Es ist geradezu erschreckend, mit welcher Ignoranz man sich dort diesem Thema stellt. Informationen wurden weitestgehend und so lange wie möglich zurückgehalten. Man wurde von Anfang an vor angeblich vollendete Tatsachen gestellt.

Eine Erhebung der Mitwirkungsbereitschaft aller Anwohner wurde unterlassen. Selbst der Gemeinderat wurde nicht umfassend informiert. Der Bürger wird einfach als "mögliche Einnahmequelle erschlossen", eine Belastungsgrenze gibt es nicht. Da muss die Frage erlaubt sein, welche Interessen vertritt hier die Stadt ? Sind ein paar neue Bauplätze, die natürlich erst durch diesen Lärmschutz ihren Wert erhalten, so wichtig? Oder soll hier ein Präzedenzfall für die Zukunft geschaffen werden? Dann kann man an anderer Stelle argumentieren: "Die am Wiesenweg haben das auch bezahlt, das ist normal so". Ein Konzept ist auf jeden Fall nicht zu erkennen. Auf der gegenüberliegenden Seite der B297, der Sonnenwiese, "muss" man nämlich keinen Lärmschutz errichten. Warum wird eigentlich das angeblich wichtigste Prinzip der Umweltpolitik, das Verursacherprinzip, völlig außer Acht gelassen ? Verursacher ist hier der, zum großen Teil sogar außerstädtische, Kraftfahrverkehr. Das Land Baden-Württemberg nimmt circa 1,2 Milliarden Euro an Kfz-Steuer ein. Was passiert eigentlich damit ?

Heike und Helmut Rauscher

Wiesenweg, Kirchheim

Neuübersetzungvoller Denkanstöße

Zum Artikel "Theologisch und sprachlich ein Skandal", im Teckboten vom 11. November:

Schade, dass der Teckbote bisher nur eine so negative Kritik der neuen "Bibel in gerechter Sprache" veröffentlicht hat. Ich selbst habe viele Denkanstöße durch diese Neuübersetzung erhalten. So habe ich gelernt, dass Jesus sich in der "Bergpredigt" in die Tradition der einen alttestamentlichen Text deutenden Rabbiner einreiht, indem er wie dieser die einleitende Formel gebraucht: "Ich lege euch das (heute) so aus". Die Version der Lutherbibel: "Ich aber sage euch" legt doch eher (missverständlich) einen Bruch Jesu mit der jüdischen Tradition nahe.

Diese Übersetzung erstrebt eine "inklusive Sprache", das heißt eine Sprache, die Frauen ausdrücklich benennt, wenn nicht nur Männer gemeint sind. So verblüfft die Weihnachtsgeschichte zunächst, wenn es in Lukas 2,8 heißt: "In jener Gegend gab es auch Hirten und Hirtinnen, die draußen lebten und über ihre Herde in der Nacht wachten". Das scheint etwas bemüht. Aber waren da wirklich nur Hirten? Diese damals unterste soziale Schicht lebte ohne feste Häuser im Freien. Da waren doch sicher auch Frauen dabei. In dieser Übersetzung werden sie erkennbar, genau wie die Richterinnen und Prophetinnen des Alten Testaments.

Die Frage ist natürlich: Wie weit ist eine Übersetzung, die nicht den genauen Wortlaut des Originals übersetzt, originalgetreu? Kann eine freiere Übertragung "originalgetreuer" oder eben "gerechter" im Sinne der Intention der Verfasser sein als eine wortwörtliche Übersetzung? Aber was ist eine "wörtliche" Übersetzung, wenn zwischen den Worten von damals und heute eine Kluft von zweitausend Jahren und von sehr verschiedenen Kulturen liegt? Ich finde diese Neuübersetzung (im Unterschied zu Herrn Dr. Lichtenberger) zur Bibelarbeit sehr geeignet. Man kann sie vergleichend neben andere Übersetzungen legen. Die ausführlichen Kommentare klären manche zunächst vielleicht befremdliche Stelle. Gespräche über die Botschaft der Bibel können entstehen. Ich meine die originale Botschaft.

Ulrike Wielandt

Kirchheim, Cranachweg

Gerechtigkeitals Idealbegriff

Zum Artikel "Kirchenrat Markus Lautenschlager stellte die ,Bibel in gerechter Sprache' vor Er erquicket meine Seele Neue Interpretation der Schrift", im Teckboten vom 2. Dezember:

Das eigentliche Problem, was es mit "gerecht" auf sich hat in der "Bibel in gerechter Sprache", wird geschickt vermieden. Der Referent hatte es aber durchaus angesprochen: das des Interesses. Wir sehen uns allgemein mit einer inflationären Aufblähung bei der Verwendung des Adjektives "gerecht" konfrontiert. Kaum eine gesellschaftliche Gruppierung oder Strömung versäumt es, ihr Anliegen oder ihre Ansicht als "gerecht" zu deklarieren. Gerechtigkeit ist ein Idealbegriff.

Wer kann gegen Gerechtigkeit sein? Niemand. Somit kann mit ihr für partikulare intellektuelle, materielle, religiöse oder sontige Interessen getrommelt werden. Und da haben wir es nun: Die "Vergerechtlichung" hat also auch die Bibelinterpretation voll erfasst. Die versuchte Quadratur des Kreises, dem Urtext, feministischen Bestrebungen, der Befreiungstheologie, dem christlich-jüdischen Dialog, der sozialen Gerechtigkeit und der Anti-Diskriminierung "gerecht" zu werden, resultiert in unschönen, unbeholfenen, verkrampften Formulierungen, dies gemäß verschiedenen Quellen und Vergleichen. Eine Konkurrenz ist die neue Übersetzung für die Luther-Bibel nicht; ästhetische Kriterien entscheiden das eindeutig. Allein eine lediglich neue, vermeintlich "gerechte", Sprache für die biblische Botschaft verbürgt nichts. Es handelt sich um eine Kategorienverwechslung: Übersetzung und Interpretation sind zweierlei.Da der Erprobungsprozess dieser neuen Übersetzung, die zum diesjährigen Reformationstag erschienen ist, offenbar noch nicht abgeschlossen ist, ist möglicherweise bis zum nächsten Reformationstag eine noch "gerechtere" Interpretation zu erwarten. Mit "großem Wellenschlagen" aber ist wohl kaum zu rechnen; höchstens mit einem Sturm im Wasserglas in innerkirchlichen Zirkeln.

Keine schlechte Alternative wäre es, den für den Kauf erforderlichen Geldbetrag einem guten Zweck zukommen zu lassen, zum Beispiel "Brot für die Welt". Das würde vielleicht eine Seele in der Dritten Welt erquicken . . .

Wolfgang Randecker,

Lenningen, Lindenhof 18

Kinder? Nein Danke!

Liebe Frau Matt-Heidecker, wir sind berufstätige Eltern und zahlen seit September 2006 sage und schreibe 435 Euro Kindertagesstättengebühr pro Monat für nur ein Kind. Bei zwei Kindern kommt man auf eine Gebühr von rund 768 Euro. Finden Sie dies angebracht?

In den Regelkindergärten wurden die Gebühren von 80 auf 84 Euro erhöht. Es stellt sich die Frage, in welchem Verhältnis steht dieses zu unseren Erhöhungen von 366 auf 435 Euro, denn es sind immerhin +18,5 Prozent Anstieg. Wir können uns dies überhaupt nicht erklären. Wird die Kostendeckung auf unserem Rücken ausgetragen? Außerdem brennt uns die Frage unter den Nägeln wo war unser Vertreter, als diese abnormale Erhöhung beschlossen wurde? Warum hatte man hier kein Stimmrecht? Zumindest ist die Teck-Kindertagesstätte eine der größten und besten Einrichtungen in Kirchheim.

Werden wir von Ihnen bestraft, weil wir versuchen, für uns und unsere Kinder finanziell auf eigenen Beinen zu stehen? Oder sollten wir lieber zu Hause bleiben, Kinder hüten und Vater Staat auf der Tasche liegen? Wir denken nicht, hoffen es aber sehr, dass dies die letzte Erhöhung war . . .

Sie gefährden damit nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch die Zukunft unserer Kinder. Was passiert mit der Kindertagesstätte, wenn die betroffenen Eltern die Kinder in einen Regelkindergarten bringen oder anderweitig nach Lösungen suchen, um diesem Szenarium auszuweichen? Es werden immer weniger Kinder geboren, und mit dieser Erhöhung tragen Sie weiterhin kräftig dazu bei. Denken Sie daran, Kinder sind unsere Zukunft, aber so werden es sicherlich nicht mehr . . .

Marina Handschack

Weileräcker, Kirchheim

Daniela Neumann-Linge

Jesinger Straße, Kirchheim

Sparen durch Ausgeben?

Zum Artikel "Helmut Kapp auf intensiver Suche nach Sparmöglichkeiten / Verhandeln über Arbeitszeit", im Teckbote vom vom 24. November:

Welche Logik gilt für die CDU, wenn diese überall sparen, jedoch gleichzeitig viel Geld ausgeben möchte? Die Liste der CDU-Forderungen umfasst einerseits "freiwillige" Arbeitszeitverlängerungen von städtischen Angestellten (was auch immer das in der Praxis heißen mag) und die Aufhebung eines Gemeinderatsbeschlusses zum dringenden Neubau der Freihof-Realschule. Andererseits ist auch eine Mehrausgabe zu finden 100 000 Euro zusätzlich für eine Umplanung der Nordwesttangente. In anderen Worten: heute zusätzlich Geld ausgeben, damit in der Zukunft die Stadt viele Millionen für ein mehr als umstrittenes Projekt bereitstellen muss? Selbst das Regierungspräsidium hinterfragt dessen Sinnhaftigkeit durch die Forderung nach ergänzenden Verkehrsprognosen im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens. Dabei wurde die Nordwesttangente 2001 vom Gemeinderat aus der Hauptsatzung der Stadt gestrichen sie ist somit per Beschluss keine wichtige Gemeindeangelegenheit mehr. Dafür nun sollen Mittel der Stadt auf viele Jahre gebunden werden, die woanders so dringend gebraucht werden. Es weiß in Kirchheim doch niemand, wie in Zukunft der Bestand der Stadt erhalten werden kann, wenn heute schon kein Geld mehr da ist. Die Forderung nach Verkürzung des geplanten Tunnels ist zudem eine klarer Bruch eines städtisches Versprechens den Bürgern gegenüber. Das bedeutet für die CDU Sparen? Pardon, das klingt für mich nach fehlendem Augenmaß.

Thomas Thurner

Zum Trösterbrünnele, Kirchheim

Die Redaktion nimmt eine sachliche Leserzuschrift, die sich auf eine Veröffentlichung in unserer Zeitung bezieht, gerne entgegen. Sie übernimmt dafür aber nur die presserechtliche Verantwortung und behält sich in jedem Fall Kürzungen vor. Leider können handschriftliche Manuskripte nicht berücksichtigt werden. Anonyme Briefe werden nicht veröffentlicht.