Lokales

Ressourcen der Fantasie

Die Peterskirche in Weilheim birgt ein geheimnisvolles Juwel der besonderen Art. Hoch oben über den Dächern der Stadt, auf dem Dachboden der Kirche, kann der Besucher ein Installations-Kunstwerk des 82-jährigen Künstlers Gerhard Dreher bestaunen.

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Im Zeitraum von zehn Jahren hat der Künstler eine Vielzahl von begehbaren Objekten installiert. Das Besondere und Faszinierende der Objekte besteht darin, dass sie aus einem vergänglichen und wenig beachteten Material bestehen. In mühsamer, aufwändiger Arbeit hat Gerhard Dreher Wellpappe aufeinander geklebt und an der Bandsäge zurecht geschnitten, um in den bekannten geometrischen Grundformen Schicht für Schicht verschiedene begehbare Pyramiden- und Labyrinthobjekte entstehen zu lassen.

Nachdem die 80 Stufen des Kirchturmes erklommen sind, empfängt den Besucher beim Betreten des riesigen Dachbodens völlig unvermutet eine geheimnisvolle Ansammlung von acht begehbaren Objekten. Das Anliegen des Künstlers ist es, die Abgrenzungen der Weltreligionen zu überwinden und zu einem Dialog der verschiedenen spirituellen Strömungen der Menschheitskulturen einzuladen. Inmitten der großräumigen Dachbodenstimmung, umgeben von der Holzkonstruktion vergangener Jahrhunderte, wurden jetzt gemeinsam mit dem Publikum mehrere Kulturabende gestaltet.

Thema des ersten Abends war die Begegnung von Kunst und Meditation. Durch das Schweigen und Abschreiten des Dachbodens und Körpergesten konnten in der Stille die Kunstobjekte ganz neu erfahren werden. Anliegen der Meditationslehrerin Elisabeth Odendal war, dem eigenen Wesen näher zu kommen.

Spiel-Räume der Fantasie war das Thema des zweiten Abends. Inmitten der strengen geometrischen Objekte machte sich eine Playing Arts Companie mit dem Publikum auf den Weg, verborgene Ressourcen der Fantasie spielend zu erleben.

Der dritte Abend war ganz der klassischen Musik gewidmet. Das Äolus-Bläserquintett lud den Besucher zu einem erneuten und ganz anderen Dialog mit den Objekten des Künstlers ein. Dieser letzte Abend war wieder mehr der Stille und dem Hören gewidmet. Die Reaktion der Teilnehmer an den drei Abenden war durch freudiges Erstaunen darüber geprägt, wie durch die Verbindung von Kunstobjekt und Besucher eine ganz ungewohnte und die Kreativität anregende Atmosphäre entstehen konnte.

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