Lokales

Restaurierte Oldtimer-Drehleiter stand im Mittelpunkt

Großer Andrang herrschte beim Tag der offenen Tür der Kirchheimer Feuerwehr. Im Mittelpunkt stand die Präsentation der restaurierten Leichten Drehleiter 17, einer Rarität aus dem Jahr 1941. Feuerwehrtechnische Vorführungen und eine Übung der Jugendfeuerwehr ergänzten das Programm.

ANDREAS SCHWARZ

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KIRCHHEIM Höhepunkt des gestrigen Tags der offenen Tür war die Präsentation der Leichten Drehleiter 17 (LDL 17) durch den Verein der Freunde und Förderer der historischen Feuerwehrtechnik. Dieser hatte in über 3 000 Arbeitsstunden das Fahrzeug restauriert, das nun einer interessierten Öffentlichkeit vorgestellt werden konnte. Die Leichte Drehleiter wurde 1941 von der Firma Heinrich Otto Baumwollspinnerei in Wendlingen für ihre Werksfeuerwehr erworben. Dort versah das mit einem dreiteiligen Stahldrehleiteraufbau ausgerüstete Fahrzeug bis zum Jahr 1993 seinen Dienst.

In seiner Ansprache erläuterte Norbert Kugel, Vorsitzender des Vereins zur Förderung der historischen Feuerwehrtechnik (VFH), die Geschichte des Fahrzeugs. Neben einer Magirus-Dampfspritze aus dem Jahr 1906, einer Magirus-Kraftspritze 20 aus dem Jahr 1923 und einem Hansa-Lloyd-Löschfahrzeug aus dem Jahr 1935 konnte nun schon das vierte Exponat der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Dieses Fahrzeug stellt eine Rarität dar, da die Kombination aus einem Mercedes-Benz-Fahrgestell mit einer Magirus-Leiter nur in einer kleinen Stückzahl gebaut wurde, hob Norbert Kugel hervor.

Die Leichte Drehleiter wurde gemäß den damaligen Vorgaben in polizeigrün lackiert, da das Feuerlöschwesen im Jahr 1938 als technische Polizeitruppe geführt wurde. "Wir sind stolz, dass wir dieses Fahrzeug heute im Originalzustand präsentieren können", verkündete Norbert Kugel. Er verband damit die Bitte an die Stadtverwaltung, Räume zur Einrichtung eines Feuerwehrmuseums zur Verfügung zu stellen, um die historische Feuerwehrtechnik der Öffentlichkeit vorstellen zu können.

Oberbürgermeisterin Matt-Heidecker sprach in ihrem Grußwort zur Präsentation der Leichten Drehleiter von der Erfüllung eines Kindheitstraums. "Es ist fantastisch, was Sie aus diesem Fahrzeug gemacht haben." Sie sprach den Mitgliedern des Vereins zur Förderung der historischen Feuerwehrtechnik ihren Dank für die mühevolle Kleinarbeit und die Liebe zum Detail aus. Nun seien Stadtverwaltung und Gemeinderat aufgerufen, gemeinsam eine Unterbringungsmöglichkeit für die historischen Fahrzeuge zu finden. Schließlich erfahre die Kirchheimer historische Feuerwehrtechnik internationale Anerkennung und trage so den Namen der Stadt in die Welt.

Anlässlich des 60. Jahrestages des Kriegsendes und der in den 30er-Jahren erfolgten Eingliederung des Löschwesens in die Polizei erinnerte sie an die Befreiung der Gewaltherrschaft und forderte dazu auf, sich gegen Rassismus und Intoleranz einzusetzen. Der 8. Mai sei die Grundlage für eine fantastische Demokratie.

Einen weiteren Schwerpunkt des diesjährigen Tags der offenen Tür der Feuerwehr Kirchheim bildeten verschiedene feuerwehrtechnische Vorführungen. So demonstrierte die Feuerwehr eine technische Hilfeleistung mit dem Vorausrüstwagen einem speziell für Verkehrsunfälle ausgerüsteten Fahrzeug. Darüber hinaus wurde eine Personenrettung unter Einsatz der Drehleiter vorgeführt.

Besonders großen Wert legte Abteilungskommandant Michael Grininger auf den vorbeugenden Brandschutz. So informierte die Feuerwehr über das Ablöschen von Fett- und Küchenbränden und führte eine Fettexplosion vor. Ergänzt wurden diese Aktivitäten durch eine Einsatzübung der Jugendfeuerwehr. Diese stellte im Rahmen eines Löschangriffs ihr Können der Öffentlichkeit vor. Musikalisch begleitete der Spielmannszug die Veranstaltung.

Im Rahmen einer Fahrzeugausstellung wurde der neueste Stand der Feuerwehrtechnik vorgestellt. So war der neue Teleskopmast (TM 30) erstmals auf einer Fahrzeugausstellung in Deutschland zu sehen. Dieser verfügt über eine Teleskop-Rettungsbühne (TRB MX-30) aus einem dreiteiligem Teleskoparm und einem auf acht Metern zweifach teleskopierbarem, um 180 abwinkelbarem Korbarm. Er kann deshalb bisher schwer ansteuerbare Orte, wie Brücken, abschüssiges Gelände oder Baugruben besser ansteuern und für eine sichere Rettung sorgen. Die Vorstellung zweier Hilfeleistungslöschfahrzeuge (HTLF30/20-2 und HLF 20/16) ergänzten die Ausstellung.

Bereits am Samstag wurde bei der Feuerwehr Kirchheim die Abnahme der Leistungsabzeichen in Bronze, Silber und Gold durchgeführt. Bei diesem feuerwehrinternen Wettkampf nahmen über 20 Mannschaften aus dem Landkreis Esslingen teil. Beim Leistungsabzeichen Bronze musste eine Löschwasserversorgung zur Durchführung einer Brandbekämpfung innerhalb eines festgelegten Zeitraumes aufgebaut werden.

In der Kategorie Silber wurde der Löschangriff durch ein Übungsszenario Verkehrsunfall und in der Kategorie Gold durch eine theoretische Prüfung ergänzt. Umrahmt wurde der gestrige Tag der offenen Tür durch einen Besuch der Feuerwehr Rambouillet. Im Rahmen eines Kurzbesuches waren Vertreter der Partnerfeuerwehr zu Gast in Kirchheim. Somit bestand Gelegenheit, sich über Neuerungen im Feuerwehrwesen sowie über Erfahrungen der Brandbekämpfung in anderen Staaten auszutauschen.