Lokales

"Rettung" unter Einsatz von Fluchthauben und Drehleiter

Bei der Hauptübung hatte die Neidlinger Wehr die Aufgabe, mehrere Kinder aus dem zweiten Obergeschoss und dem Dachgeschoss eines Wohnhauses zu retten, bevor das Feuer der in Brand geratenen, angebauten Scheune auf das Wohnhaus übergreifen konnte.

NEIDLINGEN Wieder ist es der Leitung der Freiwilligen Feuerwehr Neidlingen gelungen, ein geeignetes Gebäude in der Ortsmitte für ihre Hauptübung zu finden. Zuerst stellte die Jugendfeuerwehr in ihrer dritten Hauptübung ihr Können unter Beweis. Ihre Aufgabe war es, mit dem ersten C-Rohr in das Gebäude vorzugehen, eine Person zu suchen und über das Vordach und Steckleitern zu retten. Anschließend erfolgte ein "Außenangriff" über zwei C-Rohre zur Brandbekämpfung. Obwohl die junge Mannschaft doch recht aufgeregt war, meisterte sie ihre Aufgaben unter dem Gruppenführer Bernd Hepperle bestens. Jugendwart And-reas Schilling kommentierte das Geschehen über Mikrofon für die zahlreichen, darunter viele junge, Zuschauer.

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Im Anschluss wurde die aktive Wehr alarmiert. Bereits bei der Alarmierung gingen die Floriansjünger von einem Vollbrand der Scheune mit eingeschlossenen Personen im zweiten Obergeschoss und Dachgeschoss des Wohnhauses aus, deshalb wurden sofort zu Übungsbeginn die Drehleiter aus Kirchheim und ein Löschfahrzeug aus Weilheim zur Unterstützung der Neidlinger Wehr angefordert.

Kommandant Uwe Mutschler überbrückte die Minuten der Wartezeit bis zum Eintreffen der Wehr mit der Erklärung der Hauptübung. Er betonte außerdem, wie wichtig Rauchmelder sind, da elektrische Defekte die häufigsten Brandursachen sind. Auch vergaß er nicht, um neue Mitglieder für die Jugendfeuerwehr zu werben, da diese nach Übernahme einiger Jugendlicher in die Hauptwehr doch etwas Verstärkung gebrauchen kann.

Nach Eintreffen der Neidlinger Wehr mit dem Tanklöschfahrzeug unter Gruppenführer Thomas Kuch und dem Löschgruppenfahrzeug unter Gruppenführer Volker Schumann, wurde zunächst der Einsatzort erkundet. Zwischenzeitlich war auch das erste Einsatzfahrzeug des Deutschen Roten Kreuzes vor Ort. Die Besatzung des Tanklöschfahrzeuges hatte unter Atemschutz im Erdgeschoss zwei vermisste Kinder zu suchen. Sie wurden rasch gefunden und mittels Fluchthauben durch das stark verrauchte Gebäude gerettet. Inzwischen waren die Feuerwehr Weilheim mit einem weiteren Löschgruppenfahrzeug und die Feuerwehr Kirchheim mit ihrer Drehleiter am Einsatzort eingetroffen. Die Drehleiterbesatzung bekam die Aufgabe: Rettung der Kinder aus dem zweiten Obergeschoss und aus dem Dachgeschoss. Nach zweimaligem Anfahren an die Fenster konnten fünf Kinder sicher über die Drehleiter gerettet und zur Weiterversorgung in die Obhut des DRK übergeben werden. Dort wurden sie an einem zentralen Sammelplatz versorgt. Zeitgleich begann die Brandbekämpfung im "Innenangriff" von der Gebäuderückseite durch die Feuerwehrleute aus Weilheim, um die Personenrettung abzusichern. Die Besatzung des Neidlinger Löschgruppenfahrzeugs baute im engen Ortskern auf der Südseite eine massive Riegelstellung zum Schutz der Nachbargebäude auf. Sämtliche Einheiten, die nun nicht mehr zur Personenrettung eingesetzt waren, gingen zu einer massiven Brandbekämpfung der Scheune von außen über. Als es nach rund 30 Minuten Einsatz hieß: "Feuer aus!", wurde die Übung von Einsatzleiter Heinz Mühlhäuser beendet.

Zum ersten Mal fand die Manöverkritik im neuen Magazin statt. Einsatzleiter Mühlhäuser erläuterte die Hauptübung mit ihren durch die engen Verhältnisse erschwerten Bedingungen. Aus seiner Sicht gab es keine größeren Fehler und er war mit dem Übungsverlauf zufrieden. Der Vertreter des Kreisbrandmeisters, Jürgen Burkhardt, lobte die Jugendfeuerwehr für ihre geschlossene Leistung und ihren ruhigen Einsatz. Auch der Aktiven Wehr bescheinigte er eine gute Leistung, allerdings meinte er, man könnte die Zeit bis zur Rettung der Kinder mit einer Betreuung besser überbrücken. Bürgermeister Kammerlander dankte den Gebäudeeigentümern und dem DRK. Darüber hinaus stellte er fest, dass die Zusammenarbeit mit den anderen Wehren gut funktioniert und beglückwünschte die Wehr zur gelungenen Übung.

af