Lokales

Reutlingen ködert Meha

SCHWIEBERDINGEN Eigentlich hätte der VfL-Kapitän gar nicht spielen können, denn sein Arzt hatte vor der Partie ursprünglich kein grünes Licht gegeben. Nur mit Spritzen war der Einsatz schließlich möglich. Dennoch wollte der 27-Jährige seiner Mannschaft in der wichtigen Begegnung unbedingt Vorbild sein. "Wir hatten so viele verletzte Spieler, da musste ich einfach mithelfen," erklärte Grimm seinen Einsatz als fast selbstverständlich. Ob dieses Unentschieden für den Oberliga-Aufstieg reicht, darauf wollte er sich nicht festlegen: "Ich gebe erst nach dem nächsten Heimspiel eine Prognose ab." Ebenfalls leicht angeschlagen ging Außenverteidiger Guido Fuchs ins Spiel und musste kurz vor der Halbzeit ausgewechselt werden: "Ich spürte wieder ein Ziehen im Oberschenkel."

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Schwieberdingens Trainer Gianni Coveli gratulierte auf der Pressekonferenz schon fleißig in Richtung VfL: "Für mich ist die Meisterschaft entschieden und Kirchheim steht verdient auf dem ersten Tabellenplatz." Ein Statement, welches VfL-Trainer Michael Rentschler gar nicht so gerne hörte: "Ich nehme noch keine Glückwünsche an, solange der Aufstieg nicht unter Dach und Fach ist."

Für Coveli und seine Mannschaft war es wohl die letzte Chance, mit einem Sieg über den VfL noch einmal um den ersten Tabellenplatz mitzuspielen. Nach der Nullnummer bleibt praktisch nur noch der zweite Rang: "Wir haben schon in Illertissen unsere Chance vermasselt." Für den Kirchheimer Übungsleiter ist es schon etwas überraschend, dass seine Mannschaft kurz vor Saisonende auf dem ersten Platz steht: "Mit diesem Erfolg hätte ich nicht gerechnet." Rentschler ist natürlich stolz, dass seine Spieler mit der Topmannschaft der Liga so gut mithalten konnten: "Wir haben gezeigt, dass wir mit dem TSV Schwieberdingen auf Augenhöhe sind."

Ob Regisseur Alban Meha auch in der nächsten Saison noch in Kirchheim spielt, ist fraglich. Der Kosovo-Albaner hat ein Angebot vom Regionalligisten SSV Reutlingen. "Ich habe schon ein Probetraining absolviert," macht sich der 21-Jährige Hoffnungen, nächstes Jahr unter der Achalm zu spielen: "Ich denke, das Ziel eines jeden Fußballers ist es, so weit wie möglich nach oben zu kommen." Entschieden ist allerdings noch nichts, und Meha wollte sich im Hinblick auf den anstehenden Aufstieg auch nicht weiter äußern.

Torsten Raspe hingegen würde gerne ein weiteres Jahr beim VfL bleiben. Sicher ist allerdings auch in diesem Fall noch nichts: "Ich habe mit dem Trainer schon ein Gespräch geführt, aber eine Entscheidung ist noch nicht gefallen." Als Grund führt der Ex-Profi den hohen zeitlichen Aufwand an: Sollte der VfL in der Oberliga spielen ist, in der Woche vier Mal Training und das ist für den 37-Jährigen aus beruflichen Gründen nicht machbar. Deshalb liegt jetzt die Entscheidung beim Coach. "Der Trainer muss es vor der Mannschaft verantworten, dass ich auch mit weniger Trainingseinheiten zum Stammpersonal zähle," sieht der Ex-Profi in einer "Lex Raspe" die einzige Möglichkeit für ein weiteres Engagement beim VfL.

Der nächste Auftritt der Verbandsliga-Mannschaft findet bereits am morgigen Dienstag statt. Eingefädelt durch einen gemeinsamen Sponsor, empfangen die Kirchheimer die Zweitliga-Profis des TSV 1860 München zu einem Freundschaftsspiel. Anstoß im Stadion an der Jesinger Allee ist um 19 Uhr, ehe am Samstag das erste von zwei aufeinanderfolgenden Heimspielen in der Verbandsliga ansteht.

kdl