Lokales

Riesenbohrer macht sich auf der Straße breit

Ganz unterschiedliche Bauarbeiten am Kirchheimer Alleenring sorgen bei Bürgern und Stadträten gleichermaßen für Gesprächsstoff. Entlang des Schweinemarktes müssen sich Autofahrer mit Einspurigkeit arrangieren. In der Kurve am Schloss schnellen derweil die Kosten für die Kanalsanierung in die Höhe.

IRENE STRIFLER

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KIRCHHEIM Nur einspurig geht's derzeit an der Großbaustelle Schweinemarkt vorbei. "Schuld" daran ist eine Riesenbohrmaschine, die großen Platzbedarf hat. Sie bohrt Löcher für Eisenträger, die die bis zu zehn Meter tiefe Baugrube abstützen sollen. "Die gesamte Baumaßnahme wird durch die engen Platzverhältnisse erschwert", erläuterte Oliver Riethmüller, Geschäftsführer der Riethmüller Immobilien GmbH, die Notwendigkeit der Sperrung, die sich wohl im Laufe der gesamten Bauzeit mehrfach stellen wird. Übernächste Woche soll der Verkehr aber vorerst wieder wie gewohnt fließen. Bis dahin führt die Umleitung für die gesperrte Spur durch die Teckstraße.

Während am Schweinemarkt alles nach Plan läuft, tut sich im Bereich der Kanalsanierung am Alleenring beim Schloss Unvorhergesehenes. "Es gibt geologische Probleme", überbrachte Bürgermeister Riemer den Mitgliedern des Technischen Ausschusses eine Hiobsbotschaft: Die Kosten schnellen um etwa 175 000 Euro in die Höhe. Die Ursache liegt unter dem Asphalt. Bekanntlich erfolgen die Kanalbauarbeiten im "Micro-Tunneling"-Verfahren, die Rohre werden durch den Untergrund gepresst. Doch trotz vorausgehender Probebohrungen zeigte sich jetzt, dass die erforderlichen Widerlager im weichen Boden beim Startschacht am Seminar nachgeben. "Der Baugrund muss nachträglich mit einer Zementinjektion verfestigt werden", erläuterte Gutachter Dr. Hönig. "Auch mit diesen Mehrkosten sparen wir mit der geschlossenen Bauweise Geld", bestätigte Günter Riemer die Räte in der Entscheidung für das Micro-Tunneling-Verfahren. Eine offene Baugrube hätte auch in diesem Bereich des Alleenrings Sperrungen und Umleitungen erforderlich gemacht. Zudem hätte die erforderliche Tiefe von über fünf Metern zu Problemen mit den Fachwerkhäusern geführt.

Obwohl jetzt eine Spezialfirma zur Stabilisierung der Widerlager eingeschaltet werden musste, sind die Arbeiten hier noch im Zeitplan: "Bis zum Radrennen soll alles fertig sein", nannte Hans Peter de Beyer vom Tiefbauamt das Ziel. Termin für das Radrennen ist der 12. Juni.