Lokales

„Ringschluss als wichtiger Standortfaktor“

Kirchheimer CDU-Gemeinderatsfraktion befürwortet Umplanung der Nordwesttangente

Dass Ortsumgehungen ein wichtiges Thema sind, verdeutlichen die jüngst vom Bundesverkehrsministerium freigegebenen Zuschüsse in Höhe von 86 Millionen Euro für den Bau von Umgehungsstraßen in zahlreichen Kommunen Baden-Württembergs. Damit auch die Stadt Kirchheim in den nächsten Jahren von möglichen Zuschüssen profitieren kann, strebt die CDU-Fraktion eine realisierbare Planung der Nordwesttangente an.

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Kirchheim. Die CDU-Fraktion des Kirchheimer Gemeinderats sieht die Notwendigkeit zum Bau der Nordwesttangente nach wie vor als gegeben an und erwartet, dass der Druck, diese Straße zu realisieren, in den nächsten Jahren noch deutlich zunehmen wird. So sei durch den Bau der Nordwesttangente mit einer deutlichen Entlastung der Stuttgarter Straße und der Paradiesstraße zu rechnen, betont die Fraktion in einer Pressemitteilung.

„Die Entlastungswirkung kommt nicht allein dadurch zustande, dass der überörtliche Durchgangsverkehr um den Innenstadtbereich herumgeführt wird. Vielmehr gilt es, auch den Innenstadtbereich vom Quell- und Zielverkehr anderer Bereiche der Stadt zu entlasten. Diese Wirkung ist weitaus größer als diejenige, die allein durch die Entlastung vom Durchgangsverkehr zustande kommt“, so CDU-Stadtrat Karl-Heinz Sattel.

„Die Isolde-Kurz-Straße und die Fabrikstraße in Ötlingen stehen schon heute zu den Stoßzeiten vor dem Verkehrskollaps. Mit der Nordwesttangente kann die Situation in diesen Straßen deutlich entspannt werden. Zugleich verfügt das Wohngebiet Ötlinger Halde über einen leistungsfähigen Verkehrsanschluss“, ergänzt der CDU-Stadtrat und Ötlinger Ortschaftsrat Thilo Rose. „Auch Vorhaben wie die Realisierung des Alleenrings als Einbahnstraße sowie die Verkehrsberuhigung der Max-Eyth-Straße erfordern den Bau der Nordwesttangente“, hebt CDU-Stadtrat Mathias Waggershauser die weiteren Vorteile der Nordwesttangente hervor. Gutachten würden eindeutig belegen, dass die Entlastungen in der Innenstadt nur bei Verwirklichung der Nordwesttangente möglich sind.

Mit der Nordwesttangente fehle lediglich noch ein kleines Teilstück, um den gesamten Innenstadtbereich Kirchheims umfahren zu können. Im Vergleich zu anderen Städten, die ebenfalls von Verkehrsproblemen geplagt sind und denen eine Ortsumgehung fehlt, würde der Ringschluss um Kirchheim nach Meinung der CDU-Fraktion einen wichtigen Standortfaktor für die Stadt darstellen.

In der CDU-Fraktion herrscht Konsens, dass es für die Stadt erhebliche Nachteile bedeuten würde, folgte man den Argumenten derjenigen, die die Nordwesttangente verhindern möchten. So sei, falls die Nordwesttangente nicht realisiert werden sollte, mit einer Zunahme der Verkehrsstaus rund um den Bereich des Teckcenters und des Postplatzes zu rechnen. Damit wären weitere Beeinträchtigungen für die Entwicklung Kirchheims als Wirtschaftsstandort verbunden. Zudem wären auch die Anwohner der Stuttgarter und der Paradiesstraße weiterhin durch Lärm, Abgase und Feinstaub erheblich belastet.

Das Planfeststellungsverfahren wurde vor zwei Jahren entgegen dem Antrag der CDU-Fraktion mit einem 556 Meter langen Tunnel eingeleitet. Schon zu diesem Zeitpunkt plädierte die CDU-Fraktion für einen verkürzten Tunnel, da aufgrund mehrerer schwerer Unglücke in Straßentunnels die Sicherheitsauflagen für diese Bauwerke verschärft wurden. Diese Sicherheitsauflagen würden die Baukosten in eine solche Höhe treiben, dass sie für die Stadt nicht mehr tragbar wären. Deshalb wurde im Zuge der Haushaltsberatungen für 2009 von der CDU-Fraktion erneut beantragt, die Nordwesttangente unter Verkürzung des geplanten Tunnels zu realisieren.

„Wir stehen zu unserem Wort, dass die von der Nordwesttangente betroffenen Anwohner einen effizienten Lärmschutz bekommen sollen“, so CDU-Stadträtin Eva Baudouin. Der notwendige Lärmschutz kann nach Auffassung der CDU-Fraktion bei einem verkürzten Tunnel ohne wesentliche Nachteile für die Anwohner durch Schallschutzwände und -wälle sichergestellt werden. „Wir sind stets glaubwürdig für den Bau der Nordwesttangente eingetreten und wollen die Lebensqualität aller Bürger in unserer Stadt verbessern. An diesen Zielen werden wir auch weiterhin festhalten“, resümiert der CDU-Fraktionsvorsitzende Helmut Kapp.

Nach Ansicht der CDU-Fraktion haben jedoch diejenigen politischen Kräfte in der Stadt ein Glaubwürdigkeitsproblem, die vordergründig für den Bau der Nordwesttangente eintreten, zugleich jedoch an einer Planung festhalten möchten, die eine Realisierung dieser Straße auf lange Zeit unmöglich mache. pm