Lokales

Risiko eines plötzlichen Herztodes minimieren

"Laufen gegen den Herztod": Unter diesem Motto beteiligte sich der Qualitätszirkel Kardiologie Württemberg, darunter auch dessen Vorsitzender, der Kirchheimer Kardiologe Dr. Norbert Smetak, am 13. Stuttgarter Lauf einschließlich des Halbmarathons.

STUTTGART/KIRCHHEIM Zusammen mit der Firma Medtronic wurde die Strecke des Stuttgarter Laufs mit so genannten automatischen Defibrillatoren ausgerüstet, um dem plötzlichen Herztod, der in der Regel durch Herzrhythmusstörungen ausgelöst wird, "ein Schnäppchen zu schlagen". Die Idee entstand aus der schrecklichen Mitteilung des letzten Jahres zweier Toter beim Stuttgarter Halbmarathon. Die Firma Medtronic erklärte sich zu dem Engagement bereit, alle 500 Meter entlang der Strecke einen solchen Defibrillator in Zusammenarbeit mit dem Roten Kreuz zur Verfügung zu stellen. Glücklicherweise waren bei dem diesjährigen Lauf diese Instrumente nicht notwendig. Vielleicht haben Appelle zur gründlichen Vorbereitung und auch Voruntersuchung mit dazu beigetragen, dass es nicht zu schweren Zwischenfällen gekommen ist.

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Jeder, insbesondere der ältere Mensch, der einen Sport beginnt, sollte sich auch über die Gefahren bewusst sein. So muss das Risiko beim bisher nie Sporttreibenden älteren als 35 Jahre zweihundertfach höher gesehen werden, einen Herzinfarkt zu bekommen, als wenn er keinen Sport machen würde. Langfristig würde durch den Sport allerdings die Lebenserwartung sogar deutlich verlängert. Deswegen ist es wichtig, gut vorbereitet und gut voruntersucht sportliche Leistungen zu begehen. Bei den über 35-Jährigen ist zu 80 Prozent die so genannte koronare Herzerkrankung, das heißt die Verkalkung von Gefäßen, die häufigste Ursache des plötzlichen Herztodes beim Sportler. Entsprechend sollte zumindest ein Belastungs-EKG, besser noch eine Echokardiografie/sportmedizinische Untersuchung, am Anfang jedes Sporttreibenden über 35 Jahren stehen. Aber auch junge Sportler sind gefährdet, insbesondere durch Entzündungen des Herzmuskels im Rahmen von grippalen Infekten. Deshalb heißt grippaler Infekt Sportverbot. Auch während des Sports ist auf richtiges Verhalten Wert zu legen. Wenn der Körper Warnsignale gibt wie Schwindel, Schmerzen und ähnliches, heißt das Aufhören, und nicht mit Gewalt weitermachen. Des Weiteren ist insbesondere bei Hitze und starker Sonneneinstrahlung auf genügend Flüssigkeitszufuhr und Kopfbedeckung Wert zu legen.

Zumindest können die oben aufgeführten Maßnahmen eine Minimierung des Risikos, wenn auch des plötzlichen Herztodes beim Sport leisten. Der Qualitätszirkel Kardiologie Württemberg, so der Erste Vorsitzende Dr. Norbert Smetak, plant auch für das nächste Jahr wieder Aufklärungsarbeit im Rahmen des Großereignisses Stuttgarter Lauf, wünscht sich aber, die Aufmerksamkeit der Bevölkerung auf ein vernünftiges Herangehen an Sport zu wecken und den Sinn in Richtung Vernunft zu schärfen.

pm