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Rockige Anklage gegen Heuchelei

KIRCHHEIM Der Kirchheimer Gitarrist und Komponist Werner Dannemann ist in den letzten Jahren vor allem mit seinen Werken "Opera nova" und "Jesus on the mount of olives" an die Öffentlichkeit getreten.

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RICHARD UMSTADT

Christliche Texte im rockigen Gewand und eine ungewöhnliche Besetzung. Damit spielte er in Kirchen in ganz Europa.

Dannemann, der sich selbst als gläubig bezeichnet, blieb auch in seinem neuen Projekt "Das dritte Testament" dem Thema treu. Allerdings kritisiert er in den 14 Songs, gesungen in deutsch und englisch, die Heuchelei der Kirchenmächtigen und deren Abweichen von der Botschaft der Nächstenliebe des Nazareners im Neuen Testament. Die Texte handeln vom Verrat des Klerus an Johanna von Orleans und von der Eroberung Südamerikas im Namen des christlichen Glaubens. Dabei geht der Komponist auch mit dem Vatikan und der Kirchenhierarchie hart ins Gericht. "Engstirnigkeit und theologische Intoleranz prägen bis in die jüngste Zeit die Geschichte des mächtigen Vatikans", meint Werner Dannemann.

Dabei geht es ihm aber nicht darum, die Gläubigen in Bausch und Bogen zu verdammen. "Es gibt viele gute Leute in der Kirche, die man unterstützen muss", weiß der Kirchheimer Vollblutmusiker aus Erfahrung.

Doch nicht nur das Projekt ist neu. Auch die Besetzung änderte sich. Neben Bodo Schopf am Schlagzeug zupft neu der aus Sizilien stammende Sandro Gulino den Bass. Werner Dannemann ist begeistert von der Technik und Musikalität des Sizilianers und bezeichnet "Das dritte Testament" als "handwerklich das Beste, was ich je gemacht habe."

Wer sich davon überzeugen will, dem sei Mariä Lichtmess, 2. Februar, empfohlen. Dann steht das Power-Trio mit dem "Vatikan-Projekt" in der Nürtinger Kreuzkirche auf der Bühne. Das Konzert wird für eine Live-CD mitgeschnitten. Und an Gründonnerstag, 20. März, kommen Werner Dannemann, Bodo Schopf und Sandro Gulino mit dem "dritten Testament" in die Bastion. Genügend Zeit also, um seine Bibelkenntnisse bis dahin aufzufrischen.