Lokales

Rückbesinnung auf christlichen Glauben

"Unser Gemeinwesen muss sich auf die christliche Kultur und den christlichen Glauben zurückbesinnen," sagte der CDU-Landtagsabgeordnete Karl Zimmermann bei einem Vortragsabend der Kirchheimer Kolpingsfamilie, unter Vorsitz von Dietmar Feist, im Bohnauhaus.

KIRCHHEIM "Alle Gruppen, die dem Christentum ihre Herkunft oder Prägung verdanken, haben die Pflicht, sich für die Gültigkeit der christlichen Werte im gesellschaftlichen Leben einzusetzen," betonte der CDU-Politiker. Die über Jahrzehnte sich fortsetzende Erosion des Christentums zeige sich nicht zuletzt in der gesunkenen Bereitschaft, Familie zu gründen und Kinder zu bekommen. "Die Reduzierung der Familiendiskussion auf das Thema Ganztagesbetreuung geht an der eigentlichen Problematik vorbei," konstatierte Zimmermann. Laut einer neueren Umfrage des Instituts Allensbach ist lediglich für neun Prozent der Frauen, die kinderlos bleiben, die fehlende Kinderbetreuung der Grund. An vorderster Stelle bei den Ursachen stehen die instabilen Zweierbeziehungen und die Angst vor wirtschaftlichen Einbußen.

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"Der Werteverlust wirkt sich stärker aus als die fehlende Kinderbetreuung." Zudem sind wirtschaftliche Faktoren entscheidend. Das wird dadurch bestätigt, dass in Süddeutschland, wo die wirtschaftliche Situation noch am besten ist, die meisten Kinder geboren werden. Dagegen kommen dort die wenigsten Kinder zur Welt, wo die wirtschaftliche Situation schlecht ist, zum Beispiel in den östlichen Bundesländern, auch wenn dort die Ganztagesangebote zahlreich vorhanden sind.

Karl Zimmermann ging auf die Sorgen vieler Menschen im Zusammenhang der Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit der Türkei ein. "Die Türkei drängt mit Macht in Richtung EU, und wird dabei von Teilen des linken politischen Spektrums unterstützt, obwohl weder die wirtschaftlichen Belastungen noch die gesellschaftspolitischen Konflikte, die entstehen, bewältigt werden können," machte Zimmermann deutlich. Die Türkei hat ihre Probleme mit ihren eigenen Minderheiten und den unterentwickelten Regionen nicht im Griff. Davon konnte sich Karl Zimmermann bei seinem Besuch mit dem Ständigen Ausschuss des Landtags von Baden-Württemberg in der Türkei überzeugen. "Ostanatolien und die Schwarzmeerküste sind wirtschaftlich stark unterentwickelte Gebiete."

Die Türkei strebt nach Ansicht von Zimmermann vornehmlich in die EU, um Fördergelder für die wirtschaftlich unterentwickelten Gebiete zu erhalten. Gleichzeitig würde die Vollmitgliedschaft der Türkei die Folge haben, dass Europa mit billigen Arbeitskräften überschwemmt werde, und dies bei einer tendenziell auf hohem Niveau stagnierenden Arbeitslosigkeit in vielen mitteleuropäischen Staaten. Der CDU-Landtagsabgeordnete plädierte deshalb für den Status einer privilegierten Partnerschaft.

Im Anschluss diskutierten die Anwesenden mit dem Politiker die hohe Staatsverschuldung und die hohe Arbeitslosigkeit. Mit 1,4 Billionen Staatsverschuldung und mit mehr als fünf Millionen Arbeitslosen stehe Deutschland an der Spitze innerhalb Europas. Nach sechs Jahren rot-grüner Regierungszeit habe sich die Lage in Deutschland in vielen Bereichen verschlechtert.

pm