Lokales

"Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln"

Ohne ein erneuertes Nationalbewusstsein und eine Besinnung auf Tugenden wie Ehrlichkeit und Verlässlichkeit lässt sich die Krise nach Ansicht des Republikaner-Kreisvorsitzenden Ulrich Deuschle nicht bewältigen.

WENDLINGEN Bei der Weihnachtsfeier des Kreisverbandes Esslingen der Republikaner in Wendlingen konnte der Kreisvorsitzende Deuschle rund 50 Mitglieder und Sympathisanten begrüßen. In seinem Jahresrückblick dankte Deuschle allen, die dazu beigetragen haben, dass sich die Partei sowohl bei den Europa- als auch bei den Kommunalwahlen erfolgreich behauptet habe. Es sei mit dem enormen Einsatz der Mitglieder des Kreisverbandes zu verdanken, dass sowohl im Kreistag als auch im Stuttgarter Regionalparlament die Partei mit einer eigenen Fraktion vertreten sei. Darüber hinaus sei es gelungen, nach Esslingen mit Rudolf Brenneis und Nürtingen mit Karl-Ludwig Lechner auch in Ostfildern mit Eberhard Köhler kommunalpolitisch Fuß zu fassen. Bei der Konstituierung der Gremien in den einzelnen Einrichtungen habe die Partei weitgehend ihre Interessen durchsetzen können.

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Was die Arbeit von Regionalparlament und Kreistag betrifft, machte der Kreisvorsitzende kritische Anmerkungen. Es sei zwar richtig, dass Bund und Land der kommunalen Seite immer mehr Aufgaben ohne zureichende Finanzausstattung zuwiesen, das ewige Gejammer mache es aber nicht besser. Notwendig sei eine Grundsatzdiskussion über die Staatsaufgaben an sich. Dazu sei aber die politische Klasse entweder nicht bereit oder nicht fähig.

Das Land stecke nicht nur in einer wirtschaftlichen, sondern in einer geistigen Krise. Wer Deutschland nur als Gesellschaft mit tausenden Einzelinteressen sehe, werde den Herausforderungen nicht gerecht. Man müsse sich als eine "Schicksalsgemeinschaft" verstehen, die aus Tradition und Erfahrung Kraft für schwierige Zeiten schöpfen könne. Ohne ein erneuertes Nationalbewusstsein und eine Besinnung auf Tugenden wie Ehrlichkeit, Verlässlichkeit, Pünktlichkeit und Arbeitsmoral komme man aus der Krise nicht heraus.

Im Grunde sei eine geistig-moralische Wende notwendig, wie sie Helmut Kohl 1982 versprochen, aber nicht umgesetzt habe. Dazu sei aber die CDU/CSU-Führung trotz Patriotismusdiskussion nicht in der Lage.

Ohne eine "Rückbesinnung auf die eigenen Wurzeln" sei auch die Auseinandersetzung mit dem Islamismus nicht zu gewinnen, so Deuschle. Deutschland sei von der christlich-abendländischen Kultur geprägt worden. Mit der Zeit hätten aber die Kräfte des Materialismus und des Nihilismus die Oberhand gewonnen und in diese geistige Leere stoße der Islam.

pm