Lokales

Rücklage statt Kredite

"Jetzt geht es an die letzte Substanz, jetzt ist der Zeigefinger noch viel höher erhoben": So kommentierte Dettingens Bürgermeister Rainer Haußmann den Bescheid der Aufsichtsbehörde zur Haushaltssatzung 2005. Die geplanten Kreditaufnahmen müssen demnach um mehr als zwei Drittel reduziert werden.

ANDREAS VOLZDETTINGEN Die "explodierenden Umlagen" hat Rainer Haußmann als Hauptursache für die kommunalen Finanznöte ausgemacht. "Wir sind da nicht schuld, und wir sind auch nicht allein. Wie das Geld reinläuft, läuft es auch gleich wieder raus." Die Gemeinden kämen auf diese Weise niemals auf einen grünen Zweig. Die "Luft für Investitionen" drohe auszugehen.

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Die Möglichkeit, Investitionen über Kredite zu finanzieren, hat die Kommunalaufsicht des Landratsamts den Dettingern jetzt deutlich beschnitten: Statt der geplanten 570 000 Euro darf die Gemeinde in diesem Jahr maximal 170 000 Euro an neuen Krediten aufnehmen. Als Grund dafür heißt es in der Sitzungsvorlage des Dettinger Gemeinderats, dass "der Verwaltungshaushalt 2005 und in den Folgejahren nachweislich nicht in der Lage ist, den vollständigen Tilgungsaufwand zu erwirtschaften."

Um einen Teil des fehlenden Betrags für Investitionen auszugleichen, hofft die Dettinger Verwaltung, dass das Jahresergebnis 2004 besser ausfällt als erwartet. Der restliche Teil der 400 000 Euro wird wohl aus der allgemeinen Rücklage entnommen. "Das können wir machen, bis wir bei der Mindestrücklage ankommen. Danach geht das auch nicht mehr", stellte Bürgermeister Haußmann die prekäre Situation dar.

Die Vorgabe heiße aber, die Rücklage anzutasten anstatt Kredite aufzunehmen. Außerdem weist das Landratsamt darauf hin, dass die Gemeinde Dettingen ihre Einnahmen erhöhen müsse, indem beispielsweise die Hebesätze der Grundsteuer B und der Gewerbesteuer angehoben werden. "Wir liegen mit unseren Gebühren teilweise weit unter dem Durchschnitt", bemerkte Haußmann im Gemeinderat und kündigte für das kommende Jahr radikale Erhöhungen an.