Lokales

Runde Sache: Gelungener Start der Weihnachtsaktion

"Der Ball ist rund". Wer hat diese alte Erkenntnis der Fußballer nicht schon mal gehört, doch am vergangenen Samstag wurde auch mal etwas ganz anderes zu einer richtigen "runden" Sache, der Teckbotenball 2004. Traditionsgemäß wurde mit dem 21. Ball die 25. Weihnachtsaktion des Teckboten eingeläutet.

RUDOLF STÄBLER

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KIRCHHEIM Sie haben richtig gelesen: Bereits ein viertel Jahrhundert ziehen unsere Leserinnen und Leser mit uns an einem Strang, nach dem Motto: "Gemeinsam für eine gute Sache." Auch die 25. Weihnachtsaktion kommt wieder drei verschiedenen sozialen Initiativen zugute, die vor Ort Gutes tun. Und Verleger Ulrich Gottlieb stellte die drei "Mitfahrer" im Spendenboot bei seiner Begrüßungsansprache gleich vor: der Verein "Gemeinsam statt einsam", die Bezirksgruppe des Blinden- und

O:STERN.TI_ Sehbehinderten-Verbandes und das Projekt "Tandem" der Stiftung Paulinenpflege.

Hinter dem Vereinsnamen "Gemeinsam statt einsam" verbirgt sich eine Gruppe Angehöriger demenzkranker Menschen. Sie haben sich mit Fachkräften der Altenpflege zusammengefunden, um eine alternative Betreuungsform für die Betroffenen zu schaffen. In einer speziellen Wohngemeinschaft sollen Menschen, die an Demenz leiden, die Sicherheit erleben und die Erfolgserlebnisse verzeichnen können, die ihrer Situation entsprechen. Die betreute Wohnform, für die es bundesweit erst wenige Beispiele gibt, soll mehr Lebensqualität vermitteln. Eine geeignete Mietwohnung hat der Verein bereits gefunden, auch die Betreuung ist gesichert. Unterstützung braucht man für die Anschaffung von Einrichtungsgegenständen und zur Überbrückung der ersten Phase, in der die Wohnung noch nicht voll belegt ist.

Die Bezirksgruppe Nürtingen des Blinden- und Sehbehinderten-Verbandes im Altkreis Nürtingen bietet allen sehbehinderten Menschen seit nunmehr 20 Jahren einen ganz besonderen Service: Sie können ihre Lokalnachrichten aus der Tageszeitung am Telefon abhören. Zwei Frauen kürzen täglich die Zeitungstexte und sprechen sie auf das Band eines Anrufbeantworters. Dadurch sind die sehbehinderten Frauen und Männer auch über die wichtigen Ereignisse in ihrer direkten Umgebung informiert, wodurch eine wesentliche Voraussetzung zur Integration gegeben ist. Ohne finanzielle Zuwendung müsste der Verein diesen Service einstellen.

Die Kirchheimer Paulinenpflege möchte mit dem neuen Projekt "Tandem" dem Trend der Ausgrenzung "ihrer" Jugendlichen entgegenwirken. Die Paulinenpflege betreut und beschult im Großraum Kirchheim etwa 300 Kinder und Jugendliche. Sie alle bekommen professionelle Hilfe und Förderung. Dennoch verlieren sie oft weitgehend ihre örtlichen Lebensbezüge. In "Tandem" sollen nun sozial engagierte Menschen aktiv werden, um Brücken für diese jungen Menschen zu bauen. Da sich Jugendliche der Paulinenpflege nicht von sich aus integrieren können, müssen sie abgeholt werden von ihren Tandem-Partnern oder Tandem-Paten. Diese wiederum erhalten fachliche Unterstützung dabei, den jungen Menschen verbindliche Wegbegleiter auf Zeit zu sein in Freizeitprojekten, Vereinen oder im Arbeitsleben.

Verleger Ulrich Gottlieb zeigte Freude darüber, dass er wieder viele bekannte Gesichter und Stammgäste sehen konnte und begrüßte vor allem Oberbürgermeisterin Angelika Matt-Heidecker und Landrat Heinz Eininger. Den Gästen in der Stadthalle versprach er sowohl einen Augen- als auch Ohrenschmaus. Und er konnte dank der Akteure auch sein Versprechen halten. Besonderer Dank galt dann noch der Kirchheimer Geschäftswelt. Es waren nicht weniger als 850 Gewinne für die Tombola gestiftet worden. Spannung kam in einer Tanzpause auf, als die zwölf Hauptgewinne verlost wurden und unter dem Beifall der Gäste die glücklichen Gewinner Reise-, Einkaufsgutscheine oder eine Kaffeemaschine abholen konnten.

Für Augen und Ohren gleichermaßen etwas zu bieten hatten sich die Macher des Abends vorgenommen und für den Augenschmaus sorgten dann die Lenninger Tanzkids mit zwei pfiffigen Tanzshows zu modernen Hits. Zwei Dutzend Mädchen zwischen acht und zwölf Jahren gehören dieser Tanzgruppe der Schautanzabteilung des TSV Oberlenningen an. Vor drei Jahren wurde die Gruppe gegründet, die Tanz-Trainerin Britta Paul leitet. Dass die jungen Mädchen den Geschmack der Ballgäste gefunden haben, war am begeisterten Beifall zu hören.

Zwei längere mit viel Applaus bedachten Auftritte hatten das A-capella-Sextett "Boys of Voice". Die sechs Gründungsmitglieder (1998) sind heute noch in unveränderter Konstellation musikalisch unterwegs. Sie decken das gesamte Repertoire männlicher Stimmlagen von Tenor über Bariton bis zum Bass ab. Ausgehend von persönlichen musikalischen Vorlieben haben sich die sechs zwei stilistische Schwerpunkte gesetzt: Zum einen das Liedgut der 20er-Jahre, wie es vor allem durch die Comedian Harmonists bekannt wurde, zum anderen die englische Musikliteratur der 60er- und 70er-Jahre. Dass die Gruppe beide Stile perfekt beherrscht, bewiesen sie am Samstag in der Kirchheimer Stadthalle einmal mehr.

Den meisten der Ballbesucher war sicherlich die Band Martin Stark and friends schon ein Begriff. Die mit flotten Rhythmen aufspielenden Musiker sorgten so stets für eine volle Tanzfläche und wurden ihrerseits mit reichlich Beifall belohnt. Für die nicht ganz so tanzwütigen oder schon etwas müden Gäste war vom Stadthallen-Pächter Peter Bissinger "vorsorglich" eine gut bestückte Bar aufgebaut worden. Nach wilden Tanzrunden der richtige Ort um sich zu erholen.

Zum weiteren Wohlfühlen an diesem Abend hatte das Flor-Atelier mit der gelungenen Ausschmückung der Stadthalle gesorgt. Daniella Bissinger und Stephani Göpfert haben in der Halle und im Foyer eine fröhlich-herbstliche Stimmung gezaubert.

Dass auch nichts von diesem schönen Abend so schnell in Vergessenheit gerät, sind unsere Fotografen Jean-Luc Jacques und Jörg Bächle ganz schön ins Schwitzen gekommen. Sie haben in zahlreichen Bildern den 21. Teckbotenball festgehalten und neben einer Bilderseite (Seite 25) wurden die Fotos auch noch ins Internet gestellt und sind unter www.teckbote.de abzurufen.