Lokales

„S 21 kritisch begleiten“

Kirchheimer Aktionsbündnis für K 21 macht weiter

Während sich das Kreisbündnis „Ja zum Kündigungsgesetz“ auflöst, will das Kirchheimer „Aktionsbündnis für K 21“ die weiteren Entwicklungen zu Stuttgart 21 „kritisch begleiten“.

Kirchheim. Es ist vorerst vorbei mit den Schwabenstreichen an den Mittwochabenden. Der letzte ging am vergangenen Mittwoch mit Willi Kamphausen als Redner über die lokale Bühne. „Größere Aktionen sind momentan nicht geplant. Wir akzeptieren, dass eine Mehrheit gegen den Ausstieg gestimmt hat“, sagt der Sprecher des Aktionsbündnisses „Kirchheim und Umgebung für K 21“, Frank Stüber.

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Das ändert für die rund 30 aktiven Kopfbahnhof-Befürworter um Stüber und Wolfgang Scholz nichts daran, sich weiterhin intensiv mit dem Thema „Stuttgart 21“ zu befassen. „Viele Fragezeichen bleiben für uns bestehen“, sagt Frank Stüber und führt die Kosten, die fehlende Planfeststellung für den Filderbereich und andere Teile des Projekts sowie die Leis­tungsfähigkeit des Tiefbahnhofs an.

„Wir werden genau beobachten, wie sich die Kosten weiter entwickeln“, so Stüber und Scholz. Denn nicht nur die S 21-Gegner, sondern auch die Befürworter müssten sich auf das Wort der Bahn vor dem Volksentscheid verlassen können, dass Stuttgart mit einem Landesanteil von bis zu 930 Millionen Euro einen funktionierenden Bahnhof plus Neubaustrecke erhält und den Kostenrahmen von insgesamt 4,526 Milliarden Euro einhält.

Das Aktionsbündnis will deshalb weiterhin Informationen sammeln und sich mit Bündnispartnern aus dem Landkreis, wie etwa der Schutzgemeinschaft Filder, austauschen, „weil das Thema alle Bahnfahrer in Kirchheim, auch im Hinblick auf die S-Bahn-Anbindung, und alle Steuerzahler berührt. Die Kosten sind die Nagelprobe“. Hier seien die Projektpartner Bahn, Bund, Land und Stadt Stuttgart gefordert, zu klären, in welcher Form Stuttgart 21 weiterbetrieben werden könne.

„Wir haben damit gerechnet, dass das Ergebnis der Volksabstimmung knapp ausgeht,“ sagt Andreas Hamm vom Grünen-Kreisvorstand, vormals Sprecher des Kreisbündnisses „Ja zum Kündigungsgesetz“. Die eindeutige Mehrheit für Stuttgart 21 habe ihn aber überrascht und „in gewisser Weise enttäuscht“.

Dennoch freut er sich über die hohe Wahlbeteiligung im Landkreis Esslingen, die er nicht zuletzt dem Kreisbündnis zuschreibt.

„Unser gemeinsamer Nenner war die Vorbereitung des Volksentscheids.“ Der ist gelaufen und damit auch der Weiterbestand des Bündnisses, das sich in der Zwischenzeit auflöste. „Wir bleiben aber in Kontakt und tauschen Informationen aus“, meint Hamm.

Für Willi Kamphausen, den ehemaligen Stadtrat der Neuen, kann einer Demokratie nichts besseres passieren, als Bürger, die sich in die Politik einbringen.

„Der Bürger möchte informiert werden. Bei Stuttgart 21 hat die Sache zu spät gegriffen.“ Er wünscht sich, dass bei Großprojekten in Zukunft die Bürger stärker berücksichtigt werden.