Lokales

Säer-"Kita" wird im August 2005 geschlossen

Es ist entschieden, vor allem sehr zum Bedauern von betroffenen Frauen und anderen Elternteilen sowie der bisherigen "Kita"-Kräfte: "Die Kindertagesstätte des Kreiskrankenhauses in Nürtingen auf dem Säer wird zum 31. August 2005 geschlossen."

HORST DIENING

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NÜRTINGEN Einstimmig bei zwei Enthaltungen von Bündnis90/Die Grünen im Gremium beschloss der Betriebsausschuss "Krankenhaus", dass die Kindertagesstätte beim Personalwohnheim des Krankenhauses in Nürtingen auf dem Säer zum 31. August 2005 geschlossen wird. Der CDU-Vertreter Rolf Siebert agiert bekanntlich beruflich als Bürgermeister in der Stadt Nürtingen und konnte deren Belange entsprechend im Ausschuss auch sinngemäß gleich mit erläutern.

Die Stadt so Siebert inhaltlich verfüge selbst über genügend Einrichtungen, um allen Anforderungen an Kindertagesstätten oder Kindergärten gerecht werden zu können. Aus finanziellen Gründen im Zusammenhang mit dem Bedarfsplan, den die Stadt zu erstellen hat könne man sich keinen hohen Zuschuss leisten. "Mit einer Träne im Auge" folge auch die CDU-Fraktion, für die später noch Sprecher Martin Fritz in ergänzender Weise das Wort ergriff, dem Antrag der Kreisverwaltung.

Landrat Heinz Eininger hatte zuvor herausgestellt, dass die notwendige Schließung eine "schmerzliche Angelegenheit" auch für die Kinder und den Arbeitgeber sei. Zwischen 75 000 und 110 000 Euro müsste der Kreis ansonsten jährlich für die "Kita" einen Zuschuss leisten, und das alles müsse mit bedacht werden.

Die Leiterin der Kita, das hätten Gespräche mit der Stadt Nürtingen ergeben, könne künftig bei der Stadt Nürtingen arbeiten, die anderen Kräfte werde der Kreis in die Verwaltung übernehmen. Ein Teil der insgesamt 20 Kinder könne in Nürtingen im Kinderhaus am Neckar oder in der Kita im Roßdorf (jeweils von 6 bis 17 Uhr) untergebracht werden, die restlichen Kinder müssten dort in eine Kindertagesstätte kommen, wo die Eltern wohnen.

Die Kommunen seien in der Pflicht, den Eltern/Kindern Plätze anzubieten. Kreischef Eininger stellte in dem Zusammenhang heraus, dass derzeit "nur fünf Kinder" in der Kita auf dem Säer seien, deren Eltern oder Elternteile beim Kreis beschäftigt seien. Einige weitere Kinder seien aus Nürtingen, die restlichen aus Orten im Umland, etwa auch von Eltern aus Unterensingen oder Wernau. Der Kreis, so der Landrat, habe "keine andere Wahl", treffe "keine leichte Entscheidung", müsse seine schlechte finan-zielle Lage und später noch zu berücksichtigende Wenigereinnahmen (im Blick auf die Jahre bis 2010) sehen und entsprechend beschlussmäßig handeln.

Die Gremiumsmitglieder von CDU, Freien Wählern und SPD argumentierten in vergleichbarer Weise (die Grünen erwähnten, dass viele Fragen noch offen seien): Der Ausschuss sah sich "zum Beschluss gezwungen", auch wenn das bedauerlich sei. Ein sehr niedergeschlagenes Gesicht sah man bei der anwesenden Kita-Leiterin, bei Elternteilen. Auch Personalvertreter waren anwesend. Laut Verwaltung hatte die Personalvertretung eine "Schließung der Kita" im vorhergegangenen Gespräch abgelehnt.