Lokales

Safari und "Karibu"

KIRCHHEIM/IHANDA Lachende Kinder, holprige, staubige Straßen, überfüllte Busse und Flöhe, Gospelchöre, den tiefdunklen Sternenhimmel, kalte Duschen und Diarrhöe dies und vieles mehr erlebten 15 "Wazungu" (Weiße) im afrikanischen Ihanda in Tansania.

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Seit fünf Jahren besteht zwischen dem Evangelischen Jugendwerk Kirchheim (ejki) und Ihanda eine Gemeindepartnerschaft, die durch Michael Maier, der sich 1997 als Zivildienstleistender in das Bergland im Norden des Landes Tansania an der Grenze zu Uganda und Ruanda "verirrte", entstand. Diese Gemeinde wird seit 2000 durch Spenden in mehreren Projekten nachhaltig unterstützt. Davon konnte sich eine überwiegend jungendliche Delegation aus Esslingen, Kirchheim und Umgebung überzeugen.

Nicht nur bei dem eindruckvollen ersten Empfang am Gemeindekindergarten "Chucha", sondern überall schallte den Deutschen ein herzliches "Karibu" aus den Hütten entgegen das Wort für "Willkommen" in Kiswahili, der Landessprache. Nach anfänglichem "Kennenlernen" mit Händen und Füßen, kamen sich die Völker an reichlich gedeckten Tischen, teils auf Englisch teils auf Kiswahili, schnell näher. Es wurden viele Freundschaften vertieft und neue geschlossen. Die Schwaben lernten den Alltag einer afrikanischen Familie kennen, schauten in Schulen hinein, spielten Fußball, und gingen zum Wasserholen an die Quelle. Nach und nach besuchte die Gruppe auch die laufenden Projekte wie den Gemeindekindergarten, Aufforstungsprojekte zur Gewinnung von Brenn- und Bauholz, Jugendliche mit ihren Ziegen, die sie zur Aufzucht bekommen, sozial Benachteiligte und Kranke, denen diakonische Hilfe zukommt.

Innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre soll in einem neuen Großprojekt ein rund 25 000 Euro teures Regenwasser-Auffangbecken entstehen, das helfen soll, die Wasserknappheit der Gemeinde zu lindern. Die zehn Tage vergingen wie im Fluge. Am letzten Abend gab es noch ein großes "Grillfest" mit selbst geschlachteter Ziege, bevor es am Sonntag hieß: Abschied nehmen von den Freunden aus Ihanda.

Weiter ging es zu einer Entdeckungsreise quer durch Tansania. Lange, enge und windige Busfahrten, staubige Regionen, verschiedene Vegetationen galt es entlang der Strecke nach Mwanza, einer Hafenstadt am Viktoriasee zu überwinden. Endlich, nach zwei entbehrungsreichen Tagen, starteten die Deutschen zur großen Safari durch die endlosen Weiten der Serengeti. Jede Menge wilde Tiere, tolle afrikanische Sonnenuntergänge und Massaii-Krieger konnten sie aus dem Geländewagen erspähen. Nach einem kurzen Ausflug zur "Wiege der Menschheit" Oldupai Gorges, wo die frühesten Funde des homo sapiens gemacht wurden, ging die Reise in die Höhen des Ngorongoro-Nationalreservat. Dort begrüßten im Müll wühlende Elefanten die Reisenden auf dem Campingplatz. Nach weiteren hunderten Kilometern Fahrt und einem schönen Ausflug in den Urwald der Usambaraberge, genoss die Gruppe ihre letzten Urlaubstage an den Traumstränden der Insel Sansibar.

INFOWer mithelfen möchte, die Gemeinde Ihanda mit ihren Projekten zu unterstützen, kann unter dem Kennwort "Tansania" eine Spende direkt an den Opferring überweisen an die Kontonummer 10 335 806, Bankleitzahl 611 500 20 bei der Kreissparkasse Esslingen. Weitere Infos gibt es auch im Internet: www.chucha-ihanda.net.

pm